Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 28 (11.7.1840)
- Article
- Erläuterung einiger talmudischer Wörter
- Date
- 1840-07-11
- Page
- 437 (sequence 2)
- Language
- German
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43t Sal. Sachs: Erläuterung einiger tally. Wörter. Eyrrich's Sd^WMeytar MMn- Csrq. 4Y8 sei, das geht deutlich aus jener Mischna zu Kelim hervor; es handelt sich hier also nur um die Gestalt dieses Instrumentes und die Art und Weise' seines Gebrauches, die -jeder von den Amoraim anders zu erklären glaubt, weil die Allgemeinheit des griechischen Ausdruckes freien Spielraum hierzu ihnen gestattet. Daß aber auch Maimuni das griechische Wort in der Mischna erkannt habe, beweist sein Commentar zu der erwähn-, ten Stelle wo es heißt;, HPH Flbw DDK1 tnöön wi, 70 -inNn^Dn^yn^ucorbeiiie) Auch das arabische Wort j3, tympanum, das der Verfasser jenes Artikels in ullen arabischen Lexikographen vermißt, findet sich in dem schindlerischen hebräisch, chaldaisch und arabischen Lexicon, aber nicht mit Jo. sondern mit 2 im Buchstaben 51/ obgleich es nur mit geschrieben werden muß. — Bei dieser Gelegenheit dürste auch die Erklärung eines andern sehr schwierigen Wortes in jener Mischna einen Platz finden. Dieses ist das Wort ppppp, über welches so viele Verwirrung in den Commentaren herrscht. Daß dieses Wort, wie Aruch meint, eins mtt ppppl^, ©abbat 66. a. b. ist, leichter nicht nur daraus ein, daß, wie schon Gesenius bemerkt, in den semtischen Dialekten wie im Griechischen i mit 2 wechseln"); sondern auch daraus, das der jerusalemische Talmud in Sabbat (daselbst 22) ppppOK recipirt. Der Widerspruch, den R. Simson und Musafia gegen diese Annahme geltend zu machen suchen, daß ppppp in Kelim als KPP und jenes in Sabbat als -^INP erklärt wird, schwindet, wenn man bedenkt, daß und NPP nicht von der Form, sondern vom Gebrauche desselben abhängt, was aus jeder Stelle in der ganzen Abhandlung über Kelim leicht zu erweisen ist (siehe übrigens auch Maimuni's 3. und 4. Abschnitt in dieser Abhandlung). Dieses pPppON aber wird in Talmud Ieruschalmi (Sabbat 22, 6) analyst'rt in jPPp PP1N und mit ftTH ^IPH; so wie im babylonischen Talmud mit erklärt, worunter Aruch und Musafia das griechische oder vielmehr ungriechische Wort „ovoHzifu, einen (aus Holz) verfertigten Esel" verstehen wollen. Nicht nur daß diese Erklärung ganz dem Begriffe frOPn zuwider ist, so paßt sie auch ganz und gar nicht für das Wort in der Mischna, die nach ihrem ganzen Zusammenhänge wohl von Stelzen und Krücken, aber nicht von derlei Spielereien spricht. Auch Maimuni's willkürliche Erklärung zur Mischna in Kelim mid „Fußstelze^ läßt sich in der Mischna zu Sabbat nicht anbringen-, denn Fußftelze wird gleich anfangs in der Mischna -mit 2p, cavus (von der Höhlung) 2) Wie z. B. Oplü'? mit (Talm. Jerus. Kiiajkm 21, 6), oder anstatt (jctufal. Schekalim 27 , a., siehe überdieß Kilajim, - - Abschnitt 9. M. 9.) u. a. m. -Vielleicht ist auch das rabbinische -Wort WM auL--deMuchMäffche^ ^p^^MM Verwechselung des in und.des n.in fl (wa.s -auch nicht selten geMeh.s, .Me Aruch Artikel u. m.) entstanden. erwähnt- Aber viel wahrscheinlicher, ist?s, daß Dplpl die griechische Phrase „o^o§ nq&cpixcov,, der Esel, oder die Stütze unter den Schultern" andeutet. Es wäre also hiermit eine Art Krücke, oder Stelze verstanden, die auf einem Gestelle befestigt ist3 4), welche wie im Griechischen , so auch im Chaldäischen durch „Esel" ausgedrückt wird. (Siehe K.lim, Abschn 18, Mischna 3; nach Aruch Art. "iPj"), übers setzt Targum Ieruschalmi Exod. 36, 30 mit ^^PN ^). Und diese Stelze oder Krücke, die der Schulter zur Stütze dient wäre hier das ^77 ^pfi oder a5pK7/ und umer ppppp in Kelim wäre"ein nach Art einer Stelze oder Krücke gestaltetes Instrument zu verstehen, das auf einem Bocke oder Gestelle ruht (etwa eine Art stehenden Monochords). II, Aharorr Emrich's Commentar zu Jbn-EsraS Commentar über die fünf Megiltot. Keine Bibliographie jüdischer Schriftsteller, kein Lehensbeschreiber Ibn-Esras erwähnt, wie mir bekannt, des zu Hamburg 1765 (5525) in 4. ohne Text, unter der Ueberschrift 710 rbiü NDP, edirten Commentars zu Ibn-Esras Megillot-Commentar, von dem Arzte Aharon Emrich, qus Berlin gebürtig und der Familie Gumperts entsprossen. Dieses Stillschweigen liefert gewiß einen Beweis, daß das erwähnte Buch unter die zahlreichen Werke gehört, die in wenigen.Exemplaren auf uns gelangt find; Keinesweges ist es aber ei^ Merkmal verdienter Unbeachtung. Denn Aharon Emrich hat Takt und Fähigkeit genug besessen, um den Erfordernissen eines Commentators auf das Genügendste zu entsprechen. Es darf nicht erst bemerkt werden, daß er mit dem von Kindesbeinen an gepflegte.^ sacrofancten und rabbinischen Schriftthum intim vertraut gewesen , wohl aber verdient Hervprgehoben zu werden, daß er, was bei einem Arzte seiner Zeit gewiß selten der Fall war, sich , viel .mit alten und neuen Sprachen (fn der Vorr. heißt es: mit der griechischen Sprache, lateinischen, französischen, englischen u. A.) beschäftigt habe. Ja, er strebte unaufhaltsam darnach ,, die vielfältigsten sprachlichen Erscheinungen, ihren poetischen Wortschatz, ihre verschiedenartigsten Ausdrucksweisen und Eigenthümlichkeiten sich bis auf die letzten Atome anzueignen (Vorr. id.). Hierzu kommt 3) Die O.r.aila-e der Alten hatten (n..der Thg.t nach Festus Beschreibung unten her eine Art Gestelle oder Gabeln (wie er sie nennt), denn er erklärt grallatores mit: panto-r miinij qui ut in saltatione invitarentur Aegi panas adjectis particis furcular habentibus etc. 4) Beachtenswerth ist die Analogie zwischen dem chaldäischen ^PN Esel ^ppj Wein, und dem griechischen övog Esel otVog Wein. 28