Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1840)
- Article
- London : Cremieux in London, ... [Nachricht]
- Date
- 1840-07-11
- Page
- 210 (sequence 2)
- Language
- German
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befand sich auch Cremieux, dessen Erscheinen gerade in dieser Zeit gewiß nicht uninteressant ist. Nach , Jsambert sprach, PWiMtz. MM..AndM ist h>lgerzd§^ Weise: „Die Freiheit der verschiedenen Nationen, in welcher Erscheinung und Form dieselbe irgendwo sich geltend machen mag, hangt nothwendigerweise zusammen,' ebenso die. Unterdrückung. Wenw dergroße O'Connel die Rechte seiner Landsleute verlheidigt, so hat er neben seinem-Verdienst um Irland auch noch eins, das uni-, verseller ist, und das in der ganzen Welt anerkannt wird, das eines Verfechters für die allgemeine Freiheit. Man sagt gewöhnlich, die Sklaven seien zu schlecht, M fr.ch gemacht zu werden; aber was macht sie so schlecht, als eben die Sklaverei? Was hat sie so erniedrigt-, als eine AHrhrMdeM Klange Unterdrückung?" Crewieux fort, indem er die Folgen der Judenemancipation in Frankreich nachwies, die, Engländer., zu beschwören, auch ist: England seinen Glaubensgenossen die Rechte eines Bürgers einzuräumen. Er erklärte ferner, daß. er es für seine Pflicht halte, für seine Glaubensgenossen überall den Kampf aufzunehmen, wo derselbe sich darbieten möge, undzeigte, zu wasfürtraurigen- Folgenim gegenseitigen Mißtrauen Unterdrückungführte-, wie aus der-Angelegenheit' der Juden zu Damaskus-, wohiner, Cremieux, sich in .inigen-Tagen begeben wolle, um den Fall zu untersuchen unddie Sache seiner Glaubensgenossen-zuverfechten, hervorgehe. Jsamberteröffnete der Convention, daß in Frankreichdie- Juden-gänzlich emancipirt - seien / daß ein Israelit Deputi-rtersei , unddaß binnenkurzem Hr. Cremieux gleichfallsin der D'eputirtenkammer einen Platz finden, werde-, um die Sache der-Freiheit-, für die er. bisher so-unendlich-viel geleistet hatöffentlichin: einer wirksamem/Stellung zu führen^ Darauf nahm O'Conneldas- Wort; er sprach mit Abscheu--gegen die Scenen in Damaskus-, wo- Vorurthe.il in Verbindung mit Geldsucht Beschuldigungenersonnen hatte > ' vondenen erkaumglauben - könne-, daß sie hin undwieder-Anhang •unfe;Glauben im Publikum gefunden hatten. Inwarmer- Rede vertheidigteerdie- Juden gegen so'-lächerliche- Beschuldigungen, die zu so traurigen Begebenheiten geführt, hätten. Auch er-bedauerte, daßd-ie- Juden in England noch nicht-emancipirt sind; die Schuld-liege.aber-nicht am-englischenVolke, sondern an dem Juden selbst/ die eine beispiellose Apathie in-Betreff dieses-.-Punktes-zeigten«- Wenn die Juden nur das- Geringste -fürihre- Sache < thun wollten , so würde bald im Umerhaus-eme^ Majorität -für sio seinderdie- Lords nicht widerstehen könnten. S ch w. ei z. Ziirch, im Monat Mai. Die Reform des Judeneides-ist' zu einer Angelegenheit gewordendie nun bereits 'beinahe alle Länder als nothwendig-erachtet haben, obwohl derselbe schon lange nicht mehr in seiner frühem frazenhaften Form und Gestalt zur Anwendung und Ausführung gekommen ist,, da sich das gebildete Europa billiger Weift hatte schämen müssen, solch einen lächerlichen Unsinn des Mittelalters in unsre Gecichtsstuben hecaufzubeschworen. -— Auch die Schweiz folgte yatürlich der Richtung der Zeit und dem. Beispiele tonangebender Staaten rücksichtlich des Judeneides und sei» : Pr Formeln, und es finden sich in diesem Capitel gar herrliche Pröbchen, des finstren, scheuen und argwöhnischen Geistes jener fanatischen Jahrhunderte, obwohl der ■ UrrsiW imnW noch nicht so auf die Spitze gestellt erscheint, wie anderwärts. Ich darf wohl annehmen, meine verehrten- Lesernichtzu langweilen, wenn ich einige-Stucke aus der Geschichte dieser Cidesangelegenheie hier mittheile.. In der 1553von einem ehrsamenRache zu Zürch erneuerten und verbesserten. Gerichtsordnung einest freien und Löblichen Stadtgerichts, liest man. unter d,em Titel „Judeneib" wörtlich (nur modernisirt habe ich.Orthographie, und Styl) folgendest „Der. Jude, soll stehen aus einer Schweinshaut *), und soll die rechte Hand in das Buch Herrn Moses, da die zehn Gebot stehn, legen, und soll man--ihn also, fragen: Jude, bist du dessen, so man dich zeiht, unschuldig? Jude, ist die Sache so du uns gesagthast, eine Wahrheit? Also-.helfe dir Gott, der Berg und Thal, Laub und Gras und alle Dinge geschaffen hat und also helfendir die zehn Geböte, die Gott der Herr Herrn Moses gab aus dem -Berge Sinai, und' also helfe dir derhochwürdige Name Adonai. In Winterthur galt folgende Formel: „daß dies' wahr sei, schwöre ich bei dem allmächtigen Gott Sabaot, der erschien dem Most im brennenden Busche, und-ob es nicht also sei, daß ich dann sterbe in dem- Erdreich meiner Feinde, und das Erdreich mich verschling als Dathan und Abiram, und komme auf mein Haupt'all meine Sünde und all-' die Flüche, die in dem Gesetz Moses und' der weissagenden Schrift - sind-- und die - bleibend'- allweg ewiglich bei mir." Also — setzt' die alte - Verordnung hinzu — soll ein Jude schwören'auf das Büch Mosesdarin er die rechte Hund soll liegenhaben bis an den Ellenbogen. In Baftl'war die nachstehende Formel in Gebrauch: „Lch'beschwöre dich bei dem Gebot, dasAdam-brach/, da.ihn unser. Herr im Paradiese..sah,- , ob .duunrecht schwörst den Eid;. so müsse dich.angehn das. Leid- In dem alten sächsischen Rechte-ward 'rücksichtlW der^ Schweinshaut.- unddem Stehen darauf noch bei weitem mehr- Aufhebens gemacht-. Es 7 Heißt, dyrt: dep -Jude; mußaus einer Schweinshaut, die... binnen^vst^chn Nachten.Junge gehabt,, stehen, die Haut soll .man aufsch.ne.iden bei dem Rücken und. sie breiten auf die Zitzen, da..muß der Jude aufstehen barfuß und nichts anhaben denn ein Niederkleid' und ein hären Tuch um sich-; alsoist sein Recht. 3Cnm. d.- Re du kt.-