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Der Orient · 1840-06-27 · Heft 26 (27.6.1840) · p. 401

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 26 (27.6.1840)
Article
Vierte Säcular-Feier der Buchdruckerkunst in Leipzig [Nachricht]
Date
1840-06-27
Page
401 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken fü r jüdische Geschichte und Literatur. M 2«. Leipzig, den 27. Juni 184«. Vierte Säcularfeier -er Vucl^ruckerkunst in Leipzig. Der hebräische Typendruck, nach Wolf in seiner Bibliothek. — Alfabetisches Verzeichniß aller .Druckorte. — Das angebliche Seugniß eines jüdischen Geschichtschreibers für die Erfindung der Buchdruckerkunst in Harle rn. — Lit. Analekten. Typographie und Gutenberg. Poetische Mitth. o. Dr. C a r m o l y. — Lit. Ankündigungen. Vierte Sacular-Feier der Buchdruckerkunft in Leipzig. So eben wird hier die Wichtigkeit der Erfindung der -Buchdruckerkunst mit einem Glanze und Pompe gefeiert, wie es nie hier früher der Fall war, und wie es vielleicht Nirgends der Fall ist. Glockengeläute, Aufzüge, Feste und Illumination, Spiele, Tänze und die mannigfachsten Ergötzungen des Volkes verherrlichen drei Tage lang den Schluß des vierten Jahrhunderts dieser Erfindung. Auch für das Judenthum, dessen Bestand und Leben nur durch die Literatur möglich war, für Israel, dessen ganze Einheit und Unzerstörbarkeit nur durch sein Schristthum erhalten wurde, war diese mechanische Kunst von unberechenbarem Nutzen, von der segenreichsten Wirkung. Was aber noch höher anzuschlagen ist, als die innere Veredelung und Erhaltung des Judenthums, als die geistige Einheit des jüdischen Volkes, ist die über die ganze Welt säst sich seitdem verbreitete Humanität, deren Wohlthaten wir seitdem fühlen.-— Um auch in diesem der jüdischen Geschichte und Literatur gewidmeten Blatte ein Zeichen dieser Feier Zu geben, habe ich einiges daraus Bezügliches aus und für die jüdische Literatur hier zusammengestellt; denn seit Gutenbergs Erfindung kann das Jsolirteste sich nicht mehr ifoliren, und kein Volk der Erde kann sich gegen die Uebermacht des europäischen Geistes abschließen/ Die hebräische Typographie. (Nach Wolf in seiner Bibliothek.) Als im Jahre 1440 die Erfindung des Typendrucks gemacht worden war, verstoß eine nicht sehr lange Zeit, bis man von der neuerfundenen Kunst auch auf dem Felde hebräischer Studien Anwendung machte. Dies geschah zuerst, wenn man auch die unscheinbarsten Anfänge berücksichtigen will, zu Eslingen, einem unweit Stuttgart gelegenen Städtchen, wo Peter Schwarz (Petrus Niger) im Jahre 1475 eine Schrift herausgab, unter dem Titel: Contra perfuios 'Judaeos de conditionibus Yen Messiae. In dieser Abhandlung kommen schon ganze Wörter, z. B. Hlir und rp&\NltaO *02, mit hebräischen Lettern vor. Den eigentlichen Anfang datiren jedoch die Juden von einer in Italien ansässigen Familie, die von ihrem Wohnort Soneini sich die Soncinaten nannten; sie sollen die ersten gewesen sein, welche ganze Werke mit hebräischen Typen druckten. Nach Andreas C hevill e r, im 3. Theile des Buches über den Ursprung der Pariser Typographie, Seite 264, stammte diese Familie aus Deutschland und zwar aus der Gegend von Speier; von dort verpflanzte sie die Buchdruckerkunst in mehrere Städte Italiens, z. B. nach Brescia, Bologna, Rimirn, Fano, Pesaro u. cu Die Zeit, wann dieß geschah, bestimmt Gedalja Jbn- Jachia in.seinem Schalschelet ha-Kabbala als das Jahr der Welt 5,240, oder 1480. Aus der Ofsicin der Soncmo's gingen hervor: Mibcha Ha-Peninim. I. d. W. 5244, 4. C. 1484. Bechinat Olam 1.489. Die heilige Schrift, fol. 5248. E. 1488. Auch kommt schon des Maimuni Jad Chasaka, Soneini 5250. C. 1490, vor. Gerson Soncino, der Sohn eines der bedeutendsten unter diesen Soncinischen Typographen, zeichnete sich 26

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