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Der Orient · 1840-06-20 · Heft 25 (20.6.1840) · p. 192

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 25 (20.6.1840)
Article
Oesterreich: literarischer Bericht
Date
1840-06-20
Page
192 (sequence 2)
Language
German
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192 Produkten unsers Autors immer glänzender Herausstellen. Als Beleg, hierzu gebem wir; hier fuc das Literaturblatt (]innn) „Vision", welche uns zugleich einige Bemerkungen erspart,: die-wir über das Schicksal der hebräischen. Sprache zu machen hatten, .und die zugleich das Bewußtsein-des Verfassers, ins Licht' setzt. Dieses Gedicht ist das jüngste Kind seines Geistes. Wir lassen dort noch zwei anderevon epigrammatischer Kürze folgen, deren erstes ein Gegenstück zu einem jüngst zweimal .veröffentlichten gleichen Inhalts (Archiv f.- Judenth. Heft 2 und A. Z. d. I. Nr. 18) an Guttenberg, das andere, an Salomon Maimon, eine den Südländern eigene Pietät bewährt, die den Verfasser, zu poetischer Begeisterung führte. -Seit 2 Jahren arbeitet nun Hr. Schönseld an einer Anthologie, deren Stoffe aus Talmud, Midrasch und Sohar genommen sind, aus der wir ebenfalls im Literaturblatt eine kleinem Probe mittheilen. Schon längst sollte sie unter dem Titel HOfr (eine Anspielung aus 'die Quellen) erscheinen, wie die Anzeige (Orient Nr. 2). zeigt, aber es fehlte, wie leider so häufig, noch an den begünstigenden Umständen. Nun bereist Hr. Schönfeld Deutschland zum erstenmal, thcils um jene, möglichst durch Substription herbeizuführen, theils um manche nützliche Erfahrung für seine weitere literarische Thätigkeit, die sich in Zukunft auch auf andere Gebiete erstrecken dürfte, mit nach Hause zu bringen. Sollte ihn seine Hoffnung nicht tauschen und seine Empfehlungen den erwarteten Erfolg haben, ffo dürfen wir in kürzester Zeit; dem Erscheinen der. .ersten ' Abtheilung entgegensehen. - SSextin, 3. Mai. (Forts.) Ich gehe nun zur Schilderung der Vießer'schen jüdischen Briefe, selbst über, da wir mit dem Ve^., nachdem er freimüthig im Vorworte seinen Standpunkt angegebennicht ' rechten dürfen. Wenn das Judenthum um - gar nichts mehr zu kämpfen hätte, als um bürgerliche Befreiung, wenn das Mittelalter mit seinem Aberglauben und Fanatismus, die Neuzeit mit ihrer Anbetung der Industrie wirklich besiegt wäre,-da könnte Rießer mit Stolz sagen, für diesen einen Gegenstand sind bereits Organe vorhanden; aber es ist noch kein Jrrthum, kein Wahn gegen Juden gestorben; alle-finstere und blutige Gestalten der Nacht steigen bei dem ersten Zauberworte aus den Grüften, und das Judmthum bedarf der unermüdlichsten Kampfer, unermüdliche bis in den Tod. Der Kämpfer kann erliegen, aber nimmer darf-.ec sagen, ich bin erschöpft, *) S. N. 19. Die Fortsetzung, dieses Berichtes wurde durch die Uebermacht der Damaskus-Begebenheit verdrängt, und da es bei dem Berichte' über diese Schrift wegen des Charakters der Schrift selbst ohnehin auf eine momentane Wirkung nicht ankommt, so ist durch diese Unterbrechung natürlich nichts versäumt. J ein anderer kann meine Stelle vertreten;. der Kämpfer seines Volkes soll wieein schützender Cherub mjt dem flammenden Schwerte Zimmer-'vor seinem Volke sein, nicht um diesen oder - jenen Feind abzüwehren, sondern um jeglichen Gegener fern zu hatten. - Darum dürfen -wir die Briefe nur als Belehrung eines Erfahrenen,, als Anweisung für -Vertheidiger des. Judenthums .gegen mannigfache- Beschuldigungen', aber keineswegs-als Vertheidigung selbst ansehen.. Ich stelle daher einige Grundsätze Rießer's in.. dieser Beziehung für die Leser zusammen, woraus Jeder wohl die moralische Stärke seinec.Geisteskräfte sehen wird, und aber dessen Niederlegung der Kaknpfrüstung sich um mehr so betrüben. — Ich bin durchdrungen von^der Ueberzeugung, daß es in ^llen, ganz besonders aber, gerade .in schlimmen Zeiten Pflicht ist, mtt all' unserer Kraft die Gesinnungen, den Charakter, das Bewußtsein derer, auf. die wir Einfluß üben können, zu stärken, so wie durch energische Abwehr mannigfaches Gehässigkeiten ihren erbitternden sowohl als ihren niederdrückenden Einfluß auf die Gemüther abzuwehren. Wohl stehen diese sittlichen Bestrebungen höher, als das Ringen nach dem äußeren Recht; und je langer,^ je hartnäckigem dieses versagt wird, desto mehr thut es noth, die Unrecht Leidenden zu kräftigen durch die Einsicht in den sittlichen Werth der Sache, in die Bedeutung der Ideen, für die sie leiden. Wahrheit und Ehremüssen in jedem Augenblick behauptet und vertheidigt werden, auch wo. für das Recht nichts, zu gewinnen ist. -Hier gilt keine der. obigen Bedenklichkeiten, hier keine Entschuldigung, als die der Unfähigkeit; und selbst die ungewisse Kraft an dem Erfolge zu versuchen, mag hier als Pflicht erscheinen. — Vor fünfzig Jahren war es in unserm Vaterlande die Literatur, die dem in Trennung, Haß und Dorurtheil versunkenen Leben von ihrem erhabenen. Standpunkt herab die helfende Hand bot; die Idee der Humanität strebte durch die Organe L e ssing's, Hemd er's und ihrer Junger die Menschen zu sich emporzuziehen. Jetzt thut es Noth, das., in mancher Rücksicht fortgeschrittene und gehobene Leben gegen die Einflüsse, des Hasses zu schirmen, die es von der Seite einer von mannigfachen Elementen der Bosheitgeschwängerten Literatur her bedrohen. — Wohl ist es wahr, daß wir hier Manchen begegnen, den wir. sowohl von Fanatismus, als von der gewöhnlichen - Engherzigkeit, die sich dem Unterdrückten aus Furcht vor seiner natürlichen Kraftentwickelung entgegensetzt, fteisprechen müssen, Manchen sogar, der sich für die. bürgerliche Gleichstellung der Juden erklärt hat. Wenn.wir daher glaubten, uns allein gegen solche Feindseligkeiten zur Wehr setzen zu müssen, die uns persönlich treffen, und die dem Hasse gegen uns entsprießen, so könnten wir uns allenfalls dabei beruhigen, daß hier Motiv und Object der Gehässigkeit anderwärts zu suchen seien. ^Allein diese Auffassung wäre eben so irrig wie kleinlich. Ich wenigstens

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