Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 24 (13.6.1840)
- Article
- Hisse senunim, oder Sammlung hebräischer Epigrammen ... [Rezension]
- Date
- 1840-06-13
- Page
- 373 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8555529-9891396-9891437-2362752--0485-2362788- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
373 Dr. Sommerhauftn's Epigrammensammlung. Motiv der mos. Speiftgesetzgebung. 374 Zeichnung der verschiedenen epigrammatischen Weisen ger bildet oder angewandt. Die satyrischen Epigramme, oder die Stachelverse, nennt er die didaktischen Epigramme '1DV2 die Irish Bults cn rOT&V die Cafemhonrgs oder Wortspiele ''MM' und endlich die Epithaphien *")DN ^^72/ welche sämmtlich von unserem Verfasser wirklich mit Geschicklichkeit, wenn auch mit zu sehr hervorstechender abendländischer Gewandung, bearbeitet worden sind. Das erste Bändchen ist blos ein zierliches Blumenbouquet salyrischer Epigrammen, daher auch der Titel Chize Schenunim, und diese Eine Klasse hat der Vers, sehr schön nach ihrem stofflichen Inhalt in zehn Pforten getheilt, deren jede einen entsprechenden dem Inhalte angemessenen Namen erhielt, als: DWÖ’nn pft'J (Aerzte und Heilkunst), lODEWr ClpD (Gerichtswesen), Dj/pÜ DnV-D (Pädagogen und Schriftsteller), CWH PHD (Stauen), ^COn '!Ä (Geldsäcke), O’jna f?.np (Weltleben), Cp 2N1O (Lebenslust), DWEil T~ (Sunderweg), DPiy rnmft (Weltführung) unb. ps^pn (Schlußthor). — Was die Sprache betrifft, so fehlt ihr freilich der Fluß und die Formenfülle, welche altspanische und noch modern-italische Gedichtwerke auszeichnet, aber dafür sind die epigrammatischen Pointen sehr treffend und die Diction grammatisch-korrekt.. Auch hat das ganze Werkchen den Vorzug, daß es sich nicht in einerphantastischen idealen Sprache bewegt, sondern vielmehr in jenem Volkswitz des Umganges mit seinem Stachel und Satyre, jenen jüdischen Calembourgs, wie man sie in den Kreisen gebildeter Juden hört, die noch von dem Mark altjüdischer Bildung genährt sind, und diese Popularität zeigt sich auch in der Sprache, die den Gegensatz zu einem Purismus bildet. ' Ueber das Motiv zrr der mosaifcheZr SpeisegeseHgebrmg» Eine symbolisch-mystische Conjcktur. Die wissenschaftliche Forschung,, welche ihrer Natur nach, die von der Religion gezogenen Grenzlinien der Speculation oft za überschreiten versucht, dürste sich auch hinsichtlich der mosaischen Speisegesetze mit der biblischen Erklärung für das Verbot/ das Fleisch der Hasen zu genießen, weil dieses Thier keine gespaltene Klauen hat, od-er des Schweines,, weil es nicht wiederkaut u. s.w. schwerlich begnügem -Offenbar wurde der Gesetzgeber nicht von seiner Willkür, sondern von einem wichtigen Motive geleitet; und da die Reinigkeitsgefttze, wie so viele andere Gebote Mosis,. schon bei den weit altern Völkerschaften Indiens, Egyptens, und Persiens angerroffem werden, deren Gesetzgeber zugleich die Motive für ihre Ge- und Verbote anführen, so kann man nicht umbin, auch die Speisegesetze aus der'parsifchen Vorstellungsweise von einer -reinen Schöpfung, die das Lichtwesen erzeugte, und von einer unreinen Schöpfung, deren Urheber der Fürst, der Finsterniß - ist,u.herzuleiten. Wer von dem unreinen Thiere ißt, '.der hat nach der'Lehre der Brammen die Seele jenes. Thieres in sich ausgenommen, sich also der Herrschaft des unreinen.Geistes unterworfen. Der Begriff vonrein/und^/unrein war. dem alten Orient parallel mit jenem. von Licht und Finsterniß, vom Heiligen und Gemeinen, und so sind .wir auf dem aftrognostischen Standpunkte angelangt, -von wo aus allein ein sicherer Blick in die Oekonomw veralten Religionen gewonnen werden kann. Zwar ließe.sich dagegen einwenden, daß die-Israeliten durch die 5 Mos. 4, 19. 17, 3.. ausgesprochene Abmahnung vor Anbetung der Sonne, des. Mondes nmd der Sterne, ihren von den übrigen Nationen desAlterthums abweichenden Religionscharakter zur Genüge 'kund thun, aber wie so oft die Praxis der Theorie uviderfpricht-- i>t es auch hier der Fall. Ma nasse war dem.-Sterndi.enst ergeben und baute dem himm! ischen -Hee.re. .>Altare in beiden Höfen, des Tempels 2 Kön. 21,.-'5.- undrunter den von Josia abgeschafften .Mißbrauchen finden., .wir ebenfalls dea Sterndienst. 2 Kön. 23, 5. ..Auch Jeremia eifert dagegen 8, 2. Eigentlich. verwarf aber die Jehovareligion diese 'Ansicht-gar nicht/ffondern unterordnete sie ihrer Grundidee, und der Eine Gott erscheint als Herrscher, des Himmelsheeres, , daher sein Prädicat Zebaot. Die Sterne gelten aber noch immer für.lebende göttliche Wesen, und Himmelsmachte, Dan. 4, 32. Die Vorstellung von denselben ^fließt oft mit der von den Engeln zusammen, - daher Job .25, 5.. Selbst die Sterne sind nicht rein in seinen Augen,, vgl.. 4, 17/ wo dieses von den Engeln gesagt ist, und 38, 7. wo Engel Gottes und Morgensterne in Paralielis.mus stehen.- Wie nun die egyptifche Heilschlangr, deren Cultus wir noch unter einem israelitischen Könige. 2Kon. 18, 4. blühend sehen, von Mose selbst-4 Most. 21, 8. accredittvt wurde, .so ist anzunehmen,- daß .' er. seinem- Volke noch andere Concessionen^gemacht haben werde. Wahrscheinlich hatte , er die alten Sitten und Einrichtungen, da keine Nation sich plötzlich, von dem Herkömmlichen zu trennen vermag, beibehalten, aber. andere "Motive als die sabäischen untergeschoben, um. so nach, und- -nach dem Monotheismus Eingang zu verschaffen, ..weil.die sabaische Religion, als. die .von.den Vätern vererbte/^ denn offenbar sind die Israeliten -ein Zweig, .des.- p h ön iz i sch en Volksstammes, und die von dem Sonnencultus entlehnten Benennungen mancher israelitischem Ortschaften,.- wie Bet Semes., Eschtael u.a.m. zeugen, für die Wahrheit dieser Behauptung — nicht plötzlich ausgehoben werden konnte. .Daß. fleischfressende Thiere von Mose zu den ruu reinen gezählt werden, erklärt sich aus der indisch-parsi- 24"