Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 23 (6.6.1840)
- Article
- Das Buch Kohelet [Rezension]
- Date
- 1840-06-06
- Page
- 355 (sequence 2)
- Language
- German
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355 Auerbach's Kohelet-Commentar. Dr. Carmoly's Skizzen zur Literaturgeschichte. 355 DaS Hohelied wird nebenbei ein Hymen Hymenäos genannt, den Salomo seiner Geliebten sang, während David geistliche Lieder (Psalmen) dichtete. Kohelet ist dem Vers. (Heils ^Pi-i» losophie, ttjeilä — Philosoph (d. i. N^NpN rfo&'D L'S) b'JD!"CT1 niDDn) zu sagen, dah Salomo's noch seinen mannigfcchen Verirrungen und Versuchen, Neue und Ruhe in der Gottesfurcht fand, laßt ihn der Verfasser kn einer Philosophie endliche Befriedigung finden, die nicht salomonisch, sondern vom Vers, ausgeheckt ist: Es giebt ein göttliches Naturgesetz, welches die Einheit des großen Weltganzen ist. Diesem Naturgesetze dient der Mensch als Mittel, aber unbewußt, denn er begreift es nicht und kann weder objectkv erkennen noch handeln. Das ganze Erdentzeil der Menschen ist, sich bei ergebener Pflichterfüllung seines Schicksals und der Gegenwart zu freuen, weil sich ihm die Zukunft in Dunkel hüllt. Salomen beweist dies, indem er im ersten Theil des Kohelet (ipnn IDttD) über das Verhältniß des Menschen zu sich mit Rücksicht auf die allwaltcnde Ordnung Gottes hienieden handelt, im zweiten Theile (’HD'IDD lEKß) von dem Verhältnisse des Menschen zum Menschen oder zur menschlichen Gesellschaft. Der Vers, bemerkt sehr richtig, daß Kohelet nur mit Hinschauung auf jenes Leben dieses so verächtlich finden konnte, und daß die Lehre von der Fortdauer des Menschen aus seiner Schrift ebenso wie auch aus dem Buche Mosis, obgleich nicht deutlich ausgesprochen, doch aus nothwendigem Folgesatz hervorleuchtet; ferner daß im Kohelet nicht der Name Jehova, sondern (gew. D^u^Km) Vorkommen, weil in denselben nur von Gort, insofern er sich uns hienieden in dem Walten der großen Natur offenbart, nicht von dem Gott der Religion (mPT’) die Rede sei (M i d a t h a - D i n). Auf die wunderlichsten, allen Gesetzen der Sprache widerstreitenden Etymologien baut der Vers. Behauptungen über Plan und besondere Beziehungen des Werks. Der Vers, ist S. H. Auerbach, Kaufmann aus Posen. 'Der Zweck des Werkes ist nicht ein grammatisch-exegetischer, sondern die Angabe des innern Plans und der innen: Mannigfaltigkeit des Werkes in seiner Einheit. Die deutsche Uebersetzung ist mehr Commentac, durch die Grundansicht des Verfassers über den Plan des Buches motivirt. Der hebräische Commentar ist leicht und sehr bilderisch geschrieben, und wenn man von der falschen Grundlage des Ganzen absieht selbst scharfsinnig zu nennen. H. Skizzen zur Literaturgeschichte des 16. und 19. Jahrhunderts, von Dr. C a r m o l y. Zur Zeit einer wissenschaftlichen Wiedergeburt eines Volkes sucht man gern alle Urkunden zusammen, und eine solche Wiedergeburt ist jetzt im Judenthum. Während daß von allen Seiten unsere eifrigsten Schriftsteller sich bestreben, Bausteine zu dem ganz aufzubauendm Denkmal unserer Literaturgeschichte zusammenzutragcn, hält der Schreiber dieser Skizzen es für seine Pflicht, seine noch nie durch den Druck bekannte Sammlung vonlliteraturgeschichrlichen Bemerkungen, die er in einem Zeitraum von fünfzehn Jahren gesainmelt, hier mitzutheilcn. 1. Haleb oder Nleppo. Hozen (j^in). Dawich C^H). Aintabi (^ruy). Haleb, oder wie die Rabbiner: gewöhnlich diese Stadt nennen, rplSS HHN, hat eine jüdische Bevölkerung von ungefähr 7000 Seelen. Die meisten freilich sind Spezereihändler, Goldschmiede, Tabulettkrämer, Händler und Wechsler, über Viele geben sich auch ganz den Studien hin, und die Namen H o z e n, D a w i ch und Aintabi sind in der hebräischen Literatur nicht ohne einigen Ruhm. Der gelehrte Zedakah Hozen wurde zu Haleb ums Jahr 1700 von armen Eltern geboren; in Haleb begann er seine Studien, mit welchen er in Damaskus fortfuhr. Nach seiner Heimkehr nach Haleb setzte er seine rabbinischen Studien mit Eifer fort, so daß er bald berühmt wurde. Um das Jahr 1733 wurde er nach Bagdad berufen, um die malte Synagoge Babylons zu leiten, und er weihete sein ganzes Leben, um den Sinn für Studien daselbst zu wecken, nachdem er seit lange fast ganz gesunken war. Hozen hat eine Unzahl handschriftlicher Bemerkungen hinterlassen, welche sich in den Händen des berühmten Mose Chajim, des gegenwärtigen Nabbinen zu Bagdad, befinden. Azulai in seinen Supplementen zu seinen historischen Werken, die er in Livorno 1801 unter den: Titel ÜW T}/] □’i&lp^ (Buchst, ä Z. 3) veröffentlicht, spricht von unserm Hozen mit großer Verehrung. — Dawich, diese ausgezeichnete Familie, eine der vorzüglichsten zu Haleb, hat sich im letzten Jahrhundert wegen des glücklichen Erfolgs in der rabbinischen Literatur bemerkbar gemacht. Wir erwähnen nur die bekanntesten Glieder derselben: 1) Samuel Da wich, welcher für den eifrigsten Begründer und Erhalter der rabbinischen Schule in seinem Vaterlande gehalten wird, wo er Mischna und Talmud mit eigenen Commentaren vortrug. Seine Gattin, die 1726 starb, war ebenfalls sehr gelehrt. — 2) Menach en: Da wich, dev ältere Schwiegersohn des erster::, war einer der berühmten Lehrer der Talmud-Akademie in Smyrna, wo er in einem Alter von 38 Jahren starb. — 3) Abraham Dawich, der zweite Sohn des Samuel, wurde für einen beredten Prediger und einen geschickten Casuisten gehalten, und er war daher das Orakel seines Vaterlandes. — 4) Simeon Dawich, der dritte Sohn des Samuel, hat sich durch mehrere Abhandlungen über den Pentateuch und den Talmud einen Namen verschafft, die er gesammelt unter dem Titel in Constantinopel 1738 fol. bekannt gemacht. Das letzte Wort uT^'n enthält in seinen Buchstaben den Namen des Verfassers ^pN {hXI “pH pJJEfc'* — 6) David Da wich, der Jüngste