Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 22 (30.5.1840)
- Article
- Ueber die Bemerkungen des Herrn S. M. zu Melo Chofnajim
- Date
- 1840-05-30
- Page
- 348 (sequence 2)
- Language
- German
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349 Moses, ein Heldengedicht von Dr. M. Rapaport. 35« und ich finde gar nichts Auffallendes darin, daß Del-M. ein Buch meint, von dem zu uns keine Kunde gedrungen. — Ob in dem Worte jn, das, die Kabbalisten für ihre angebliche Wissenschaft in Anspruch nehmend, ursprünglich eine Anspielung auf mnD3 hEDrt gelegen, lasse ich dahin gestellt, jedenfalls steht der Ausdruck zunächst mit einer Anspielung auf Kohelet 0, 11 in Verbindung.*) Dl'. Abraham Geiger. Moses, ein Melvengevicht. Proben aus dem dritten Gesänge des bald e r - . scheinenden epischen Gedichtes: „M osesK von Dr. Moritz Rnpaport. (Schluß.) Schon ist der Ferne Nebclstrekf zerflossen, Der ihn verhüllt mit dunkelm Wolkenschilde, Da ringt sich los, von Hellem Schaum umgossen, Dem Blicke klar, ein menschliches Gebilde. Von Gold und Seide ist der Leib umschlossen, Die Locken flattern aus dem Fluthgesilde, Die Glieder streben gleich des Adlers Schwingen, Wie einst im Kampf, um mit dem Strom zu ringen. — Wer bist du Schwimmer, den noch mit Erbarmen Die Wasser tragen auf dem weichen Rücken? Den wild das Meer mit seinen tausend Armen, Dem sichern Untergang sucht zu entrücken? *) Die Auflösung des ] n in dieser angegebenen Weise Chochma Nistara habeich in keinem ältern Werke gefunden und kommt, so weit ich mich entsinnen kann, zuerst bei Mose Kunitz in ^seinem Ben- Iochai S. 61 vor; ich finde daher auch diese rn höchst unwahrscheinlich, selbst wenn man es mit Kunitz auch durch CHochmat Nistar auflöst. Red. Einst mag noch hohe Lust dein Herz erwärmen, Und manche Freude mag dein Haupt noch schmücken, Da dich allein, von Allen die verloren, Der Allmacht Hand geschirmet und erkoren! * O könntest du zehntausendfaches Leben, Durchjubelt auf des Thrones stolzen Höhen, Den alten Ruhm, dein blüthenreichstes Streben, Um das sich leicht des Glückes Achsen drehen, Dem Schicksalsgrimm zum will'gen Opfer geben, Daß ungeschehen bliebe, was geschehen, ' Wie freudig würde noch dein Herz sich regen, Dein stolzes Haupt zum Todesschlaf sich legen. Der König ist's; vom Element getragen Versagt es ihm den letzten, ew'gen Frieden, Von Allen die versunken und erschlagen, Ist ihm allein der Rettung Schmach beschieden. Als ew'ges Denkmal soll sein Name ragen, Die riesigste egypt'scher Pyramiden, Die einst ein Gott für Ewigkeit errichtet, Als einst sein Hauch der Frechheit Saat vernichtet. Doch, tief durchdrungen von der wunderbaren Allmächtigen Kraft und Himmelöhcrrlichkeiten, Zieht Moses fort, die gottbeseelten Schaaren Zum Ziele hin, zum fernen zu geleiten. Und jubelnd singen sie was sie erfahren, Begeistert rauschen der Verehrung Saiten, Und aus der klangerfüllten Seelenpforte, Entströmen also des Gesanges Worte: „Singet dem Herrn ein Loblied zu Ehren, Singt ihm und preist ihn mit jubelndem Klang! Verstummet ihr Klagen, vertrocknet ihr Zähren, Erhebe dich Seele zu Lust und Gesang! Erheb' dich anbetend vom Staube der Erde, Zum Throne des Höchsten, der Alles erschuf, Der kaum nur gesprochen sein göttliches: Werde! Und Welten erstanden dem himmlischen Ruf." Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. 1/8J Erklärung. Um jedem Mißverständniß und allem etwaigen Verdacht zu begegnen, sehe ich mich veranlaßt zu erklären, daß der in Nr. 18 d. Bl. „Dr. B....r" unterschriebene Bericht, nicht von mir ist und ich auch in keiner Beziehung mit jener stachelnden Polemik etwas zu schaffen habe. Cassel, den 18. Mai 1840. Dr. M. Bridrnger, 9berlehrer.