Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1840)
- Article
- Prag: über einige jüdische ausgezeichnete Männer in Ungarn
- Date
- 1840-05-23
- Page
- 164 (sequence 2)
- Language
- German
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164 Berhältmß Jakobs zu Esau S. 60. Durchzug durchs Meer. S. 72. Die Sühne durch die Gerechten S. 74—75> Prophetenverhältniß nach Maimonides S. 76. Judenverhaltniß S. 81. Die Auseinandersetzung unter Nr. 5 S. 83. Die Tugenden Abrahams, 10. Gebete, das Beten, System der Feiertage — manche andere wissenschaftliche Berührung abgesehen z. B. Erläuterung der Jahrsreiten S. 124. Metatron S. 94. Notarikon ( S. 112) — z dieser Mann , dessen geistreiche Auffassung des Gegenstandes noch überdies mit einer durch lange Praxis bewahrten Methode im schönsten Einklänge steht, dennoch zu den unbedeutenden Verfassern gezahlt, und warum, weil sein Buch kein geistloses Frag und Antwortspiel, ist (obschon es der Hr. Verfasser unter die Catechismen zu zahlen beliebt), weil er fern von aller Polemik nur das rein dogmatische im Auge hat, weil er sein Buch aus Bescheidenheit, und aus Achtung, die er selber für die Arbeiten eines den Johlsons u.'dergl. ausgesprochen nicht mit stolzer Prahlerei in das Ausland geschickt, sondern ihm nur bescheidenen Titel Vorübungen gegeben und es nur zunächst als Leitfaden zu seinen Vorträgen bestimmt hat. So wird manches Verdienst herabgewürdigt. — Und dennoch wäre zu wünschen, und es ist auch zu erwarten, daß dieser Gelehrte so viel Bewußtsein seines eigenen Werthes haben wird, um nicht, von dem Urtheile eines ephemären Berichterstatters abgeschreckt, der literarischen Welt seine im. Manuscript vorsindliche hebr. Grammatik, die eine reichhaltige Ausbeute sür-Exegese und den Geist der hebr. Sprache verspricht, so wie sein eigentliches größeres Religionsbuch vorzuenthallen. Ich will Herrn Grein er seine caligraphischen, an dem Thore der Brandstätte in Wien prangenden Arbeiten, H. Dr. Saphir sein Verdienst um die in Pesth studirendem der latein. Sprache nicht kundigen Chirurgen, H. Schlesinger (dem es vielleicht nicht recht sein wird ,' daß .der Berichterstatter seine Chiffre Chl. enthüllt und ihn noch .immer zu den Israeliten zahlt) ihre Verdienste keinesfalls absprechen möge sogar Herrn Schönfelds Briefsteller und Hausers Concerte in Raab, Comorn und Preßburg ausposaunen, . möge der Theologie im Allgemeinen und der jüdischen Dogmatik im Besondern noch so Erfreuliches aus dem Erscheinen eines Werkes prophezeiet werden, das anzeigt, wievielmal im Talmud u. dergl. vorkommt > aber man vergesse nur nicht Männer, die auch was in der Literatur gelten! — Wahrlich unbegreiflich, und ich kann mir diese geringschätzige Beurtheilung dieser Männernicht anders erklären, als durch die treffliche Wahrheit des Empedokles in „ro yccg opoiov rov o^olov eßxsarca. wie sich auch hier der herrliche Gedanke Eckermans in seinen Beiträgen zur Poesie bewährt „der Geist eines Buches ruhe gleichsam gebannt darin, der Leser muß Kraft haben, ihn zu lösen wenn er seine Kraft erfahren will, besonders da der Hr. Berichterstatter gleich in der Einleitung.es bekennt, , „daß die jetzigen Begegnisse der Zeit die Bekanntmachung augezeichneter Männer unserer Nation erheische, „llien n’est bean cjne la verite, ia verite seul est aimablel — -- Unga r n. Pesth. (Schluß.) Dagegen ist jeder Adelige auf seinem Grund und Boden -beinahe unumschränkter Herr. Er kann alle-seine Rechte, bis hinauf auf die persönlichen, auch auf alle seine Schutzvecwandten, aus die Insassen seines Gebiets übertragen. Er thut lies in der Regel; denn er theilt nicht allein die Eifersuchtlosigkeit und Toleranz der gesammten Bevölkerung, sondern er ist auch bemüht, sein Besitzthum größtmöglichst zu heben, seiner angebornen Großmuth zufolge bereit, dem Schwerbedrückten, der zu ihm die zitternden Hände emporhebt, Schutz zu verleihen. Wer ihm auch sich genaht hat, wer nur den Willen-zeigt, thätig und betriebsam zu sein, ist ihm willkommen, und so hat auch der Jude an vielen Orten sein glückliches Plätzchen erhalten und Rechte und Privilegien erworben, von denen eine allgemeine und durchgreifende Gesetzgebung bis auf die neueste Zeit gänzlich geschwiegen hat. Daher die, Erscheinung, daß wir hier und dort in Ungarn bereits seit längerer Zeit Künstler und Handwerker, Institute und Einrichtungen unter den. Juden treffen, die uns auf eine vollkommne Gleichstellung derselben mit den andern Einwohnern Hinweisen, wahrend sie in andern Herrschaften und Gebieten, namentlich in denen, die unter dem unmittelbaren Schutze der Krone stehen, öder als freie Städte bestanden, wenige Rechte eingeräumt erhielten, weil im ersteren Falle alle die Rechte und Genüsse ihnen zu Theil wurden, die sie sich contraktmäßig mit dem Grundherrn verschafften, während im letztem Falle die allgemein geltende Gesetzgebung sie in die untergeordneten Verhältnisse zurückdrängte, die auf Juden überhaupt Anwendung erlitten. Wollen,wir uns darum ein richtiges Bild von dem bisher Bestandenem entwerfen, so müssen wir diese Verhältnisse nicht allein genau sondern und auseinander halten, sondern auch vorzüglich auf die den Juden gewahrten Concessionen unsre Aufmerksamkeit richten, damit wir am Schlüsse des Ganzen im Stande sind, unsre Urtheile über die Gegenwart fcstzustellen, 'unsre Hoffnungen auf die Zukunft daran zu knüpfen. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Ztagel