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Der Orient · 1840-05-09 · Heft 19 (9.5.1840) · p. 144

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 19 (9.5.1840)
Article
Von der Saale
Date
1840-05-09
Page
144 (sequence 2)
Language
German
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Madrid, gekommen sei, welcher öffentlich geprediget habe, daß die Juden kein Osterfest halten können,-als mit Christenblut, und -habe er deswegen selbigen geftaget, ob es wahr sei, daß solches geschehe, her Thomas aber, h.abe dem König, wie es allda l'o! . 7, eo!. 1 und 2 vorgebracht wird, also geantwortet: „Siehe, wir haben gesehen, daß ein Jude kein Blut isset von Allem, was da lebet; ja sie haben auch verboten, das Blut von den Fischen zu trinken, von welchem die Talmudisten doch sagen, daß. es nicht Blu.t genennet werde, und ist dasselbige bei ihnen sehr verachtet und eckeligt, dieweil ein Jude, nicht daran gewöhnet ist; wiewol ec stehet, daß viele. Völker das Blut essen : wie wielmehr wird er dann vor dem Blute der Menschen einen Abscheu haben, da er deinen Menschen gesehen hat, welcher dasselbe esse? Der, König kann auch solches daran sehen, daß, wenn ein Jude von einer Leber, oder einer Sache, die zu hart zw beißen ist, isset, und ihm aus den Zahnen oder seinem Zahnfleisch Blut darauf , gehet, so wird dasselbige nicht , essen, bis daß er es abgeschabet hat. Nun ist bekannt, daß der Mensch an anderer Leute Blut einen größern Ekel hat, als an seinem, und daß er auch an seinem eigenen Blut einen Abscheu habe, dieweil er desselben nicht gewöhnet, ist.^^ ^Hieraus flehet man also, daß gedachter Thomas die Juden in diesem Stücke vor unschuldig erkläret habe. Der'Rabbi Isaak Abarbenel klaget auch in seiner Auslegung über den Propheten Ezechiel, foi. 202, co!. 4, über die Worte des 36. Capitels, v. 14: „Also spricht der Herr, weil sie zu euch sagen, du bist eine Menschmsresserin", über solche Beschuldigung, wenn er in diese Worte ausbricht: „Siehe der Prophet hat diese Prophezeiung, weil sie zu euch sagen, du bist eine Menschenfresserin, hierzu gesetzet, um damit auf das große Unglück zu deuten, welches uns in diesem Exilio oder Elend unter den Kindern Edoms (d. h. den Christen) widerfahret, welche den Kindern Israels einen bösen Ruf machen, daß sie die Gojim oder Christen heimlich tödten, auf daß sie am Osterfest von ihrem Blut essen; und ist diese Unwahrheit und Lügen eine Ürfach schwerer Verfolgungen und Todtschlage gewesen, welche die Gojim oder Christen au unserm Volke verübt haben. Gott räche derselbigen Rache." Eben solches schreibet er auch in seinen! Buche Maschmia Jeschuah (d. h. der Verkünder des Heils. Amsterdam , 1647, 4.) fol. 45, coL 1. Es formte also hieraus geurtheilet werden, daß den Juden in dieser Sache unrecht geschehen sei, sonderlich, weil in den Büchern Mosis, als',6enes. 9, 4, Lev. 7, 26. 27. und 17, 14. Deu(er. 12, 23—25, es so scharf verboten ist. Dieweil aber von vielen wackern Auctoribustjt geschrieben worden, daß die Juden der Christen Blut brauchen, welche es mit Exempeln erwiesen haben; die von denselben getödtete Kinder auch meistens auf Ostern sind unrgebracht worden, so kann man dagegen muthmaßen, .daß nicht Alles unwahr sein müsse. , Ich lasse es aber dahin gestellt sein, ob die Sache also verhalte oder nicht." :; StMMevN, 17» April. So eben ist hier ein Prospektus über eine neu zu erscheinende Zeitung.ververöffentlicht werden, die dm Titel führt: „Israelitische Schulzeitung, herausgegeben von Moritz Block"; ich bin so frei Ihnen die Versprechungen des Herausgebers wörtlich hier mitzutheilen, und ein Nachwort möge meine individuelle Meinung darüber enthalten. „In der Ucberzeugung, durch die hiermit angekündigte Zeitschrift einem wesentlichen ' Mangel abzuhelfen , übergeben wir ver- (rauungsvoll einem geehrten Publikum die Anzeige derselben und begnügen unsauber Zweck und Tendenz nur kurze Andeutungen zu geben, indem wir uns die ausführlichere Darstellung für eine geeignetere Stelle Vorbehalten. Das rege Leben, das jetzt Im Schulfach herrscht, bringt zwar täglich neue Produktionen in Ahrem Gebiete hervor, die Masse der Literatur nimmt zu und, es kann nicht fehlen, auch des Guten wird viel zu Tage gefördert; doch diese erfreulichen Leistungen stehen meist vereinzelt da; die wenigsten sind dem oft schwach besoldeten Lehrer zugänglich und. — es fehlt an Austausch der Ideen. Ein Blatt daher, welches sich als Organ für Alles, was den Lehrer und die Schule angeht, .durbietet; ein. Blatt, das einerseits Jedem Gelegenheit gibt, die gemachten Erfahrungen und die Resultate seines Nachdenkens durch den Prüfstein der Oeffentlichkeit zu bewahren, anderseits dem praktischen Schulmaune ein willkommenes, für sein Bedürfniß berechnetes Mittel zur Fortbildung und zum Fortschritt mit der Zeit zur Hand gibt; ein Blatt endlich, das sich die Aufgabe stellt, die zerstreuten Strahlen der jüdischen Pädagogik in einen gemeinschaftlichen Brennpunkt zu sammeln, muß Jedem der sich für unfern wichtigen Beruf interefsirt, eine angenehme Erscheinung sein. Die Ausführung unseres Vorhabens wird durch das Versprechen thatiger Mitwirkung von Seiten vieler unserer ersten Gelehrten bedeutend erleichtert, und die Namen der gelehrten Herren Adler, Auerbach , Büdinger , Creuzen ach, Formstecher, Heß, Johlson, Kahn, Levi, Rehfuß rc. rc. werden der Sache gewiß zur Empfehlung gereichen. Wir laden übrigens Jeden, der sich berufen fühlt, ergebenst ein, durch passende Beitrage das Blatt zu heben, und zweifeln nicht, daß der edle Sinn unserer Kollegen dieselben zur Mitwirkung veranlassen wird. Den auszunehmenden Stoff werden wir unter folgenden Rubriken ordnen: Aufsätze betreffend: A) Den Leh rer. l. Ueber seine Ausbildung im Allgemeinen und in Rücksicht auf die Schule (das Vorsanger-Amt k. rc.). II. Hebet seine äußeren Verhältnisse und zwar: n) In seiner Stellung zur Gemeinde, b)' In seiner Stellung zur Schule. III. Mittheilungcn aus den Erfahrungen des SHullebens. 6) Die Schute. l. Die

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