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Der Orient · 1840-05-09 · Heft 19 (9.5.1840) · p. 141

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 19 (9.5.1840)
Article
Konstantinopel : über die Anklage in Damaskus [Nachricht]
Date
1840-05-09
Page
141 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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❖ BepLchte, Studien und Kvitiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhtr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern - und allen soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur Herausgegeben von Dr. Zulins Kürst. Von dieser' Zeitschrift erscheinen wochenttich, das biteraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Sams tag rege! in a i; i g'. M 19. Leipzig, den 9. Mai 1840. Orie nt. K o n st a n tino p e l (üb. die Anlage in- Damasßusjs Frankreich (Paris, die Verwendung der/Familie Rothschild für die Juden im Orient). -— Italien (Triest. Berichtigung der damasc. Angelegenheiten). — Deutschland (B e r l i n, üb. G. Riesser'Z jüd. Briefe. Von der Saal e.- S i m m e r n , neue Israel.- Schulleitung. L e i p z i g.). — 'Ü n g a t n (Preß bür g- Dokumente üb. die Smancipationsangelegenheiten. Arad, die Schulen in Ungarn. — Polen (W arscha u., Zurückdrangnng der Judenmisst'onare. Untergang der hebr. Druckerei in Wilna'. — Literaturblatt des Orients. Deren t.; Korrsiantinopel, 8. April. Nach den neuesten Nachrichten aus Damaskus vom 23. Marz waren die angeblichen Mörder des Paters Thomas, nachdem durch den Aufschub, den der französische Eonsul Ratimenton erhalten hatte, auch der Mord seines, des Paters Dieners eingestanden wurde, sammtlich, Daud Harari an der Spitze und neun an der Zahl, auf dem öffentlichen Platze mittels des Stranges hingerichtet worden. Der Leichnam des Dieners war ebenfalls zerstückelt gefunden worden. Sie hatten sammtlich den Islam angenommen, um ihr Leben zu retten. ..Allein Scherif-Pasche ließ sie auf Ibrahim-Pascha's Befehl nach Abschwörung ihres Glaubens hinrichten. Daud Harari hatte gehofft, daß er als Hauptangeber sein Leben retten könne. Es waren von den Juden in Damaskus große Summen geboten, um sie zu retten. Ihre Familien sollen zehn Mill. Piaster angetragen haben. Frankreich. 22. April. Ich bin so frei, Ihnen über den in einigen Zeitungen schon berichteten Märtyrer der Juden in Damaskus, der aus eigenem Antriebe dem Pascha daselbst die bittersten Vorwürfe in Gegenwart seiner ganzen Umgebung gemacht hatte, Einiges aus einem hierher gelangten hebräischen Pcivatschreiben zu berichten. Nachdem der Berichterstatter die schaudervollen Qualen erzählt, welche die sieben zu erdulden hatten, fahrt ec in seiner orientalischen Weise fort,: „Da entschloß sich ein frommer älter Jude, für die Weihe des göttlichen Namens zu sterben;, er ging hin zum Pascha und sagte: Du übest, Pascha, eine schauerliche Tyrannei, x denn die blutige Beschuldigung ist gelogen; du selbst bist von der Lüge dieser Beschuldigung überzeugt, wie überhaupt alle Herrscher in Europa davon überzeugt sind. Du weißt es selbst, daß die Aussagen des 'Barbiers, die einzigen Dokumente der Schuld, als durch die Folter erpreßt, die Kraft des Beweises nicht haben. Den Priester chat vielleichtein Ehrist oder Moslem ermordet, dein Verfahren gegen die Juden ist nicht Vergeltung, sondern alte zugeschworene Rache. Kaum waren die Worte des Juden ausgesprochen, da sagte der Pascha, angespornt und gereizt durch den Dragoman des französischen Konsuls, mit Namen Budin: Wenn du die Frechheit hast, einen Christen dieses Mordes zu beschuldigen, so muß ec -dir bekannt sein; gestehe daher entweder gutwillig ein, wer der Mörder sei, oder ich lasse dich peinigen und foltern bis du eingestehst. Und so geschah es auch. Der fromme Greis wurde auf hie Folter gespannt und bis auf den Tod grauenhaft gepeinigt; er hauchte seine Seele aus, rufend,'wie die, Blutzeugen der Vorzeit: Höre Israel, der Ewige unser Gott ist ein einiger Gott." Neben dieser erschütternden Episode jenes ausführlichen hebräischen Schreibens aus Damaskus möge noch das kräftige Einschreiten der österreichischen Regierung und Verwendung bei dem Vice-König von Egypten, als ein erfreulicher Gegensatz, hier erwähnt werden, eine Verwendung, für die wir gern und freudig unfern innigsten Dank der Familie Rothschild abstatten, die weder Kosten noch Mühe gespart, um die Thranen ihrer Glaubensbrüder zu trocknen, und um ähnliche blutige Vorgänge auf immer zu verbannen. Einer trostspendenden 19

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