Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 17 (25.4.1840)
- Article
- Zwei neue Hülfsmittel für das Hebräische
- Date
- 1840-04-25
- Page
- 268 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/8555529-9891396-9891422-2362364--0348-2362397- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
270 Z69 Dr. Stein heim üb. die Halle'sche Literaturzeitung. Lit. Skizzen u. Berichte. hebräischen Elemente, da im Arabischen nicht vorkommt und dafür immer gesagt wird. III. Berichtigung. In der Necension von N o r k 's „Na b b i ni sch e Quellen und Parallelen zu neutestamentalischen Schrift stellen" in der allgem. Halle'schen Literaturzeitung 1840, Nr. 3 u. 4, unterzeichnet mit D. findet sich ein Passus, der eine Berichtigung, oder vielmehr Zurechtweisung erheischt. Daselbst heißt es (Sp. 31) „auch mit den berüchtigten Etymologieen har der Verfasser das Buch hier und da verunziert, und dieselbe grobe Unkenntniß der griechischen Sprache zur Schau gestellt, die man in Schriften jüdischer Verfasser, welche sich nicht entblöden, über Etymologieen zu schreiben, anzutreffen freilich schon gewohnt ist." Der Herr D. ist höchst wahrscheinlich ein sehr gelehrter Mann, großer Kenner des Griechischen, und enormer Etymolog, und daraus erklärt sich sein Unwille gegen die berüchtigten Etymologieen, die „etymologiees monstres“ hinlänglich. Allein er scheint nicht zu wissen, ober wahrscheinlicher weiß cs und will es nicht scheinen, daß es keine „ästhetische Judenjünglinge" noch sonstige „jüdische Verfasser" waren, denen jene „berüchtigten Etymologieen" zur Last fallen: sondern einzig und allein Landsleute und Glaubensgenossen des Herrn D. selbst, wahre Unbeschnittene am Herzen der Etymologie! Jenen großartigen, nunmehr aber fast abgestandenen Schulen der Symboliker und Mythologen,. die, wie bekannt, den Occident auf den Orient reduciren zu können vermeinten; nur diesen Windbeuteleien allein, gegen welche des Philologen Voß letzte Kampfe gerichtet waren, fallen jene berüchtigten Etymologieen zur Last. Sie waren die Meister, Nork und Eons, sind nur Nachahmer! Uns aber trifft eben so wenig diese Jncrimination, als jene elende des Hrn. W. Menzel der Unsittlichkeit in der Literatur, wegen welcher er das junge Deutschland denuncirte. Das ist ein verächtlicher Kunstgriff, der dem Gegenstände seines Hasses die Laster, die er zu verfolgen sich die Miene giebt, aufheftet, um sodann mit doppelter Schande seinen Widersacher zu brandmarken. Ein schandbarer Kniff ist es, der thcils dahin abzielt, den verhaßten Namen durch fremdes Laster zu entwürdigen, und wiederum das fremde Laster mit dem Namen: Jude! Wenn das kein heimtückisches Mittel war, so giebt es keines! Es findet seines Gleichen kaum in der, der genannten Schriftstellerfraction angeschuldeten Sittenverderbung; nur in einem darüber stehenden rücksichtslosem Radicalhasse, dem kein Mittel zu schlecht ist, ist es sich selbst gleich. Mich sollte es nun nicht befremden, wenn auch Herr D. in seinem Radicalismus des Haffes gegen „jüdische Verfasser, die sich nicht entblöden über Etymologie zu schreiben," sich bis dahin vergäße, gleich seinem tapfern Vorläufer Menzels die Koryphäen der romantischen Gottesgelahrtheit und der Symbolik im Geiste zu beschneiden, und sie in „Judenjünglinge" zu verwandeln. Wer weiß, was schon geschehen wäre, wenn sich die Jnstnuationswuth D'6 verhielte wie die W. M's. Aber die Sache ist nicht so gefährlich, und Herr D. nicht ganz so fromm wie Herr M. Herr D. wird nun, nachdem ihm der große Wurf gelungen, einem gelehrten Gassenbuben gleich, in der Recension der Nork'schen Schrift seine Collectivgrobheit gegen alle jüdische Gelehrte „die sich nicht entblöden, über Etymologie zu schreiben" zu schleudern, seine heimliche Freude an sich selbst und seinen edlen Witz im Stillen genießen. Nork ist keineswegs Original in jener Art Etymologie, und seine ehemaligen Glaubensgenossen sind es noch weit weniger! Er ist nur ein ganz gemäßigter Nachahmer jener Meister „außerhalb Jsrarls" der Herren Kanne, Creutzer, S i b l e r, Kalb (des angeblichen Verfassers des abscheulichen „bibel'schen Orients"). Nork ist in Ueberzeugung und Wirksamkeit Christ, nach der Ordnung jener Schule und in ihrem Sinne geschäftig, dem Worte des lebendigen Gottes ein lügenhaftes und unsittliches Hcidenthum unterzuschieben. Mag ihm nun Hr. D. (oder ist's L?) dies zu danken sich verpflichtet fühlen, oder nicht: so sollte er einen neuen Glaubensgenossen mindestens das Herzeleid ersparen, ihm, einem homo nuovo, umgewandelt bis auf den Namen, dergestalt, daß das Hinterste zum Vordersten gekehrt ist, seinen abgelegten Juden vorzurupfen; und uns sollte er doch die geringe Rücksicht erweisen, uns nicht mit unfern Abgefallenen über Einen Kamm zu scheeren, weder in wissenschaftlicher Beziehung, noch in moralischer, wie weiland W. Menzel. Altona, 5. April. Di'. Steinheim. Literarische Skizze« und Berichte. Der Name Jjob. Es gab eine Meinung unter den Exegeten, daß zu dem Buche Jjob und zu der Jjobgeschichte ein arabisches Original zu Grunde lag, da, außer der stark arabisirten Sprache darin, auch die Geschichte von Ajub (Name des Jjob im Arabischen), von seiner Frömmigkeit und seinen Leiden in Arabien weit verbreitet ist. Aus der Lebensgeschichte des altarabischen "A d i ibn Zaid im Kitüb Alaghüni wissen wir aber, daß der . erste unter den Arabern, welcher Ajub geheißen, etwa zweihundert Jahre vor Muhammed gelebt, wie es dort ausdrücklich bemerkt ist, und die Einbürgerung dieses Namens in Arabien geschah offenbar erst durch biblischen Einfluß (Zeitschr. z. K. d. M. IN. 234). Die Beschneidung bei den heidnischen Arabern. Schon aus Gn. 17, 23 und Jos. Arch. 1, 12 haben die Alterthumsforscher die Meinung aufgestellt, daß die heidnischen Araber die Weschneidung erst spät im Jünglingsalter und dann nicht einmal allgemein vorgenommen haben. Diese Meinung bestätigt sich auch aus dem Kitüb Alaghüni (Z. z. K. d. M. NI. 230). Ein Unbeschnittener heißt im Arab. biyx (Viy) und ein Beschnittener JNTinQ (»s«. 2'01 jnn).