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Der Orient · 1840-04-11 · 15 (11.4.1840) · p. 232

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
15 (11.4.1840)
Article
Eleaser Flekeles
Date
1840-04-11
Page
232 (sequence 2)
Language
German
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233 Biographische Analekten. Elasar Flekeles. Mordechai Benet. 234 urkundete (siehe Prager Zeit. v. 14. Juli 1814). Mehrere seiner Predigten, besonders bei patriotischen Gelegenheiten, wurden von Juda Jeitteles, Markus Fischer und Jonas Spitz ins Deutsche übertragen und gedruckt. Zweimal hatte er Audienz bei weiland Sr. Majestät Franz I., wo er aufs huldreichste empfangen wurde. — Sem Charakter war edel, freundlich und friedliebend, und nie ging er an einem Bettler vorüber, dem er nicht ein Almosen zukommen ließ. Ja einem Alter von 72 Jahren, am 6. Lag Pesach, starb er, nachdem er dreiundvierzig Jahre als Oberjurist der Gemeinde zu Prag musterhaft vorgestanden hatte. (,,Alon Bochut," von I. Spitz erschien zu Prag 1827.) Seine Grabsch ri ft lautet: 2NX1N1 L'N222 -ny^ nnr6 jnrv px jro?^ vrcni meo psEÄ 1212" mpnn n^s ny .jn^n oy niioyi nv' Seme Schriften sind folgende: 1) Olat Chodesch, mehrere LH eile. 2) Olat Zibur. 3) Olat Ani. 4) Jekar Chajim. 5) Nefesch David, Ne fesch Chaja. 6) Leschuba me-Ahaba, 3 LH. in Folio. 7) Melechet Ha-Kodesch 2 LH. 8) Maase be-Nabbi Elasar. 9) Chason la-Moed. 10) Kesut Enajim. 11) Me? baffer tob. ii. Mordecliai Senei, geboren — — 17,53, gestorben 13. Ab. 1829. M. Benet ward in einem ungarischen Dorfe ün Weißenburger Conütat, Namens Schurge, ün Jahre 1733 von sehrfrommen und armen Ettern geboren; von Seiten seiner Mutter war er ein Urenkel des hochbcrühmten Naftali Kohcn, R. zu Frankfurt a. M., von der seines Vaters ein Abkömmling des berühmten C h a ch a m Zebi. Früh schon zeigte er vorzügliche Anlagen und Geistesgaben, die, versteht sich wie der damalige Zeitgeist es mit sich brachte, als Opferholz auf dem Altar des Lalmuds gelegt wurden, und die einen hohen Priester dieses Palladiums in ihm verkündeten. Da aber seine fromme Mutter in ihrem Dorfe keine Gelegenheit zur talmudischen Ausbildung voraussah, brachte sie ihn in seinem fünften Jahre schon nach Nikolsburg, zu seiner Großmutter, dort, an der damaligen weit sich ergießenden Quelle des Lalmudstudiums, sollte er, wie einst Samuel dem Herrn geweiht, dem Studium sich hinforr widmen. Bald entdeckte der damalige Vorsteher der Lalmud-Lora Hr. Mark breiter die hohen Talente, des Knaben, und von seinem frommen Wandel und seiner Genügsamkeit, mit welcher er Ln der Zelle seiner äußerst armen Großmutter mit kargen Brodkrumen sich begnügend dem Studium sich widmete, für ihn eingenommen, nahm er sich seiner an, zahlte einen eigenen Lehrer für ihn und unterstützte ihn mit Allen bis zu seinem eilfren Jahre. Dann schickte er ihn auf die Jeschiba des Rab. zu Jttingen im Elsaß. Zu seinem dreizehnten Jahr hatte er schon drei Bücher geschrieben, einen Kommentar über den Pentateuch, einen über die Pesach-Hagada und einen Band talmudischer Differtationen. Merkwür« big ists, daß so väterlich geliebt er von seinem damaligen Leh« rer, dem R. z. I., war, eben so sehr ward er von dessen Frau gehaßt und verfolgt, die in der auszeichnenden Anerkennung die seinen Latenten zu Lheil wurden, eine Zurücksetzung ihres eigenen dreizehnjährigen Sohnes sah. Als ihr Mann dem M. Benet zu seinem Consirmationstage eine große Mahlzeit machte, zu welcher er die ältesten der Gemeinde einlud, und bei welcher Benet in einer Deraschae die ersten Proben seiner talmudischen Produktivität mit großem Beifalle öffentlich ablegte und bei welcher Gelegenheit sein väterlicher Lehrer die drei obgenannten Werke der Versammlung vorlegte, ward der Zorn und Groll der ihres Sohnes wegen eifersüchtigen Rabblnersfrau so gegen ihn rege, daß sie dieser Manuskripte sich zu bemächtigen wußte und sie den Flammen übergab. Dies Ereigniß hatte auf den kränkendsten Einfluß, so daß er sich gänzlich vom Studium des Talmuds abwandte, und volle zwei Jahre mit dem Studium der Hagada, der Midraschen und der biblischen Exegese sich abgab, in welchem Gebiete er bald so fest und heimisch wurde, daß sein Lehrer sich um Auskunft über irgend eine verborgene Stelle nur an ihn wendete. Sein reger Geist konnte aber in diesem leichten Gebiete nicht Befriedigung finden und mit doppeltem Eifer kehrte er zum Studium des Lalmuds und der Halacha zurück. In seinem fünfzehnten Jahre reiste er auf die Jeschiba nach Fürth, wo er bald der vorzüglichste Schüler des berühmten Nab. Josef Steinhardts, Verfasser des Werkes Sichron Joseph, wurde und den damals höchst ehrenvollen Titel Meschuchrar sich erwarb. In seinem achtzehnten Jahre wurde er von seinem ehemaligen Protektor M a r k b r e i t e r nach Nikolsburg berufen, wo dieser ihm in väterlicher Fürsorge eine Heurathsparthie ausgesucht hatte. Während seines zweijährigen Bräutigamsstandes ging er nach Prag, wo er in Hrn. M. Karpales einen großmüthigen Protektor fand, der ihm mit allem versorgte, und woselbst sich schon ein zahlreiches Schülerauditorium um ihn versammelte und er im Umgänge mit dem Oberrabbmen Ezechiel Landau an Kenntniß zunahm. Nach zwei Jahren kehrte er nach Nikolsburg zurück, wo er heurathete und sein Leben ganz dem Studium widmete. Mit dem Tode seines Schwiegervaters ward ihm aber jede Hülfs - und Nahrungsquelle verschlossen, sich gänzlich verlassen und sein Haus dem Mangel und der äußersten Dürftigkeit preisgegeben sehend, nahm er eine Unterrabbinenstelle. zu Nikolsburg an. Bald darauf kam er als Oberrabbiner nach Lundenburg und von da als Oberrabbiner nach Schoßburg in Ungarn. Als hierauf der damalige Oberlandesrabbiner Gerschon Chahoth zu Nikolsburg starb und alle mährischen Lokalrabbinen daher kamen, um ihm Leichenreden und Todtenstier zu halten, war auch Benet unter ihnen, und seine Rede erfreuete sich des größten Beifalls, und er ward

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