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Der Orient · 1840-04-11 · Heft 15 (11.4.1840) · p. 111

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 15 (11.4.1840)
Article
Oberschlesien: über zwei Jugendschriften
Date
1840-04-11
Page
111 (sequence 2)
Language
German
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— 111 — bens finden dürste, zumal die Geschichte,, des' jüdischen Volkes bis zur babylonischen Gefangenschaft in vielen großem und kleinern Werken mehr oder weniger ausführlich behandelt und zur allgemeinen Kenntniß gekommen ist, die Geschichte des durch alle Länder zerstreuten .Volkes aber den .Meisten fast gänzlich unbekannt blieb, obgleich auch sie des Interessanten viel enthalt, indem sie außer den merkwürdigen, oft tragischen Schicksalen des jüdischen Volkes selbst, auch die Gesinnung und Sitte anderer Völker in den verschiedenen Zeiträumen der Mittlern und neuern Geschichte kennen lehrt. Nicht minder beachtungswürdig stellt sich die biographische Abtheilung des Museums heraus, welche in populärer/ aberhistorisch treuer Darstellung die trefflichsten Musterbilder ausgezeichneter . Israeliten vorführen,, und dadurch auf Geist, und Herz der Jugend, wie des reiferen. Alters gleich anregend wirken soll. Und diese beiden Abtheilungen sind es, durch welche dieses Unternehmen sich von andern ähnlichen unterscheiden wird, und. allgemeinere Aufmerksamkeit zu verdienen hofft. Ein besonderer Abschnitts des Museums soll Israels frommen Töchtern gewidmet sein,, da es an zeitgemäßen Erbauungsschriften für die häusliche Andacht des weiblichen Geschlechts fast gänzlich mangelt. Und doch fühlt grade das weibliche Geschlecht am dringendsten das. Bedürfniß, aus dem Treiben des vielbewegten Lebens sich in sich selbst zu flüchten, und in einsamen Stunden Gott zu nahen, um auf Augenblicke das Irdische vergessend, Trost und Starke bei ihm zu suchen und zu finden. Um diesen beiden Schriften auch bei Unbemittelten Eingang zu verschaffen, sollen dieselben in 4 Bändchen, oder 12 Monatslieferungen, zusammen von 30 Bogen in Ottavformat, mit 12 artistischen Beilagen, die entweder Vorschriften, oder Portraits, oder Landkarten enthalten werden, erscheinen, und-ich setze den Preis jedes Bändchens,- 3 Bogen Geschichte und 41 Bogen Museum, nebst 3 artistischen Beilagen enthaltend, auf 15 Sgr. fest, die bei der Unterzeichnung, gegen Empfangs nähme der bereits erschienenen ersten Monatslieferung und einer gedruckten Quittung, entrichtet werden. Die Substription verpflichtet zur Annahme der sammtlichen 4 Bändchen'. Ich lade hiermit ergebenst zur Substription auf die Geschichte und das Museum :c. ein, und glaube einer zahlreichen Teilnahme um so gewisser sein zu dürfen, da ich Alles aufbieten werde, des mir geschenkten Vertrauens bei diesem so zeitgemäßen Unternehmen, für welches mir die thätige. Mitwirkung wissenschaftlich gebildeter, bereits in weiteren Kreisen rühmlichst bekannter Männer, (Dr. Auerbach,. Dr. Cohen, Dr. Döring, Dr. Francolm, Dr. Geiger, Dr. E. S. Günsducg, .Ludwig Liber, Dr.. Eduard Munk, M. Pappenheim, Dr. Saalschutz, Dr. S nmmtev, Dr.^ Stern u. A. m.) zugesichert worden ist, nicht unwerth zu. zeigen. Auch wird für würdige Ausstattung der artistischen Beilagen alle Sorge getragen werden." . ' ' . < Leipzig, 30. Marz. (Forts.) Sie erklärt sich aber ausdrücklich gegen die beiden,, in der Bescheidung der Landesdirektion vom 30. Mai 1832 enthaltenen Vorbedingungen; gegen die erste, weil der würdige Gebrauch der Freiheit nur in der Freheit erlernt werde.:; könne; gegen die zweite/ weil sie. unnützen Gewissenszwang enthalte. Sie bekämpft die Pes titionen, und führt besonders gegen die Behauptung einer derselben, daß man die. christlichen Einwohner Sachsens bei ihrem, christlichen Glauben und ihren durch Blut theuec erworbenen christlichen Rechten schützen müsse, nicht allein die christliche Liebe, sondern, aus einer Chronik,.die Worte (von Justus Böhmer (lissert. Uni. 1708 §. 7erwähnt) an : „In. diesem Jahre 1349 (vergleiche oben die Nachrichten dieser Schreckenszeit) war ein großes Sterben in Thüringen, und sonderlich, zu Erfurt waren alle Kirchhöfe erfüllt; -— und dieweil man die Juden verdächtig hielt, daß sie des Sterbens etwa ein Ursach gewesen, wurden sie alle die Fasten über lzu Gotha, Eisenach, Creutzburg-, Arnstadt, Sondershausen erschlagen." Sie vectheidigt selbst den Talmud mit einer Wärme, wie dieses so oft verkannte Werk es um Aufgeklärte verdient.hat; führt einige Stellen s aus demselben an, die. thells auf die Glaubens- (Heils auf die Pflichtenlehre Bezughaben und von den jüdischen Petenten gleichsam als Glaubensbekenntniß gegen die Ankläger ausgenommen worden waren.- Insbesondere aber nimmt sie die Moralität der Juden nicht allein insofern in Schutz,, als sie,, wenn sich noch ein Mangel zeige, durch Verordnungen und Gesetze gebessert werden könne, sondern stellt sie sogar in mancher Beziehung, und gestützt aus statistische, Nachweisungen, auf eine höhere .Stufe als die ihrer, christlichen Mitbcüder^ Der Geist des Widerstandes, den jene Petitionen achmeten, wurde meistens durch die Befürchtung rege gemacht, daß die Emancipation oder vielmehr jede Erlaubniß, sich an ein bürgerliches Gewerbe anzuklammern, Verarmung christlicher Einwohner, nothwendig zur. Folge haben müsse. War diese Besorgniß, namentlich bei der geringen Zahl von 800 Individuen, an sich, lächerlich, so war der hinzugefügte Grund höchst naiv, welches Unglück das Beispiel jüdischer Sparsamkeit und Zurückgezogenheit nothwendig verursachen müßte, wenn es irgend von der übrigen Bevölkerung nachgeahmt würde. Der Redner, wiesdie Absurdität aller dieser Behauptungen nach und bekämpfte, dann insbesondere den den Juden - gemachten- Vorwurf des. Separatismus. Das kalte Zurückstoßenjedes Annäherungsversuches, welcher n irgend einmaffvon den -Letzterem gemacht worden, die grausamen Befehle der äußeren, Auszeichnung, hätten jede Amalgamirung verhindert) aus demselben Grundewerde' der ' 15*.

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