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Der Orient · 1840-04-11 · Heft 15 (11.4.1840) · p. 110

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 15 (11.4.1840)
Article
Beyrut : Die Errichtung einer syrischen Nationalgarde ... [Nachricht]
Date
1840-04-11
Page
110 (sequence 2)
Language
German
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- 110 — daß eine andere Sette um das Ganze des ihrigen komme. Alle türkischen Paschas, die jemals in Serien herrschten, habe^ hieHn.^ 5Aaß,aup. das beste zu benutzen, verstanden, .un^Wtahim^Pasiha,' wie man sich wohl - denken kann, nicht minder. Augsb. A. K. Rhoöus. In Rhodus wurden die Israeliten Wgeklagt, ein christliches Kind entwendet zu haben, um es an dem nahen Osterfeste zu opfern. So absurd diese Anklage auch ist, so fand sie doch Anklang unter. der muhammedanischen und christlichen Bevölkerung, die den Israeliten Räche geschworen, und diese Unglücklichen wagen es nicht, ihre Hauser zu verlassen, .da sich die Erbitterung des Pöbels laut äußert. Der Gouverneur und die europäischen Consuln thun, was in ihrer Macht siHt, um. die Gemüther zu beruhigen. Einstweilen wur- . den vier.jüdische Individuen eingezogen und verhört, welche aber das ihnen angeschuldigte Verbrechen standhaft leugnen. Die Regierung wendete sich nach Konstantinopel, um Verhaltungsmaßregeln einzuhoten. L. Z. Krankreich. , ' f'- Perrtis. ^Pariser Blätter enthalten ' ein ' Schreiben, worin Hr. Abraham Wormser sich beklagt, daß ihm in Dresden der Aufenthalt versagt worden, weil er ein Jude fest und daß auch die französische Legation dies in der Ordnung 'gefunden schabe, weil sächsische Gesetze es so bestimmen.. Es heißt ■ in dem Schreiben: - „Vergebens - machte ich' den Einwurf, daß er (der französische Diplomat) nichts zw fragen habe, ob ich ein Jude sei; vergebens ' erinnerteich ihn an den> Artikel der Karte: „Alle Franzosen sind'vor-dem Gesetze gleich;" vergebens wies ich ayf meinen Paß hin, wo.stand: „Im Namen des Königs^ uv f. w. wir geben dem aus u. s. w. wo es nöthig ' u.s. w.dem Hülfe und Schutz zn gewähren;" Alles half nichts. Ich fragte, was Frankreich thun würde, wenn vielleicht der De-putirte Hr.' Fould oder der Intendant zum französischen Geschäftsträger in Dresden ernannt würde; er gab mir zur Antwort, dieser würde Frankreich, Se. Majestät, reprä fenLiren/ und das sei ein And eres. Deutschland. 25. Mar-z^. Schon seit einigen Monaten ctrculirt hier eine Einladung zur Sub-> scriptidn.. auf eine „Geschichte des jüdischen. Volkes von. der babylonischen Gefangenschäsi bis auf diejetzige Zeit" und auf ein- „Museum zur; Belehrung und Unterh altung! mit Karten, Portraits, Vorschriften und Zeichnungen," welche.^ .Schriften in Heften erscheinen sollen. . Es. freut uns, berichten zu. können, daß! dieses unternommeneWerk. durch.- die.- Unterstützung so. vieler gelehrtern Männer sich des besten -Fortganges, erfreut,' und daß der- Herausgeber K. K.benn aus Wrieg, um diesem Werke die erwünschte Verbreitung -zu verschaffen, es dem Buchhandel übergeben hat, wie ihm schon längst angerathen wurde. Es Publikum, vsilleicht^ nicht unlieb fern, bei dieser' Gelegenheit auch jene ausführlichen Worte der Einladung zu vernehmen, die Herr Klein an das Publicum richtete. Diese Worte lauten: „Welchen Aufschwung die Bildung überhaupt, und die der Israeliten insbesondere, in unfern Tagen nimmt, muß mit Freuden Jeder bemerken,. dem das Fortschreiten des menschlichen Geschlechts in moralischer und wissenschaftlicher Beziehung nicht gleichgültig ist. Aber nicht blos die Bildung der Erwachsenen erfreut sich vielfacher Anregung und Unterstützung durch Lehre und Schrift, sondern überall ist man jetzt mehr als je bemüht, auch die Jugend schon für .eine..vielseitige Bildung empfänglich zu machen'; dies bezeugen die Menge der Jugendschriften, die seit kurzem erschienen sind. Und so halte ich es jetzt, wo unseren Glaubensgenossen die so lange versagte Gerechtigkeit endlich zu Äheil wird, und der Geist religiöser Duldung sich nach allen Richtungen verbreitet hat, für zeitgemäß, ebenfalls ein Scherflein zur Fortbildung der israelitischen Jugend beizutragen, indem ich-die Geschichte des jüdischen Volkes und das Museum rc. erscheinen lasse, und erlaube mir, den Inhalt derselben in aller Kürze hier anzudeuten. Obschon -das Museum der Jugend ohne Ausnahme ' nützlich und angenehm sein wird, so ist es doch vorzüglich der israelitischen gewidmet, und soll deshalb enthal-- . ten: I. Biographien .ausgezeichneter Israeliten, nebst den Portraits derselben. II. Erzählungen zur angenehmen; und belehrenden Unterhaltung, besonders aus dem Gebiete des jüdischen Lebens. III.. Parabeln,- Gedichte, Räthsel, Miscellm und andere der Jugend nützliche Aufsätze. . IV. Religiöse Aufsätze, zunächst für.das weibliche- Geschlecht. V. Landcharten und archäologische Zeichnungen. VI. Vorschriften. Schon diese Uebersi'cht des Inhaltes wird Jedem die Ueberzeugung gewähren, daß das' Museum und die Geschichte des jüdischen Volkes einem wesentlichen Bedürfnisse der Zeit abzuhelsen bestimmt sind. Oder ist es nicht ein wahres-Bedürfniß für Jeden, mit den Schicksalen des Volkes möglichst vertraut zu werden, dessen Glaubens er ist? Ist nicht die Geschichte ein Spiegel, in welchem beschauend wir am ersten die Wahrheit erkennen, und an. Beispielen der Aufmunterung und Warnung lernen, was^ für uns selbst zu thun fei? Viel und schwer hat das! jüdische Volk, getragen! und gelitten; sollen da nicht die Nachkommen eifrig bemüht : sein, aus. den Leiden der Vorfahren wenigstens den einen Nutzen zu ziehen, sich an dem hohen Gottvertrauen der Vater zu erkraftigen und zu -stärken, sowie durch Cr-; kennung früherer Mißgriffe die eigenen zu vermeiden?! Deshalb ist dieses geschichtliche. Werk nicht, für die Jugend allein, sondern, auch für die Erwachsenen interessant: ' und wichtig,, und ich Hoffel daher,, daß. für dasselbe sich ein weiter Kreis von Lesern,, nicht blos "mosaischen Glau-

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