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Der Orient · 1840-04-04 · 14 (4.4.1840) · p. 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
14 (4.4.1840)
Article
Betulat bat Jehuda oder Liedersammlung aus dem Diwan ... [Rezension]
Date
1840-04-04
Page
221 (sequence 2)
Language
German
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221 Luzzatto's Betulat Bat Fehudä. Lit. Skizzen. Schriftstellerische Arbeiten des Dr. Zunz. 222 Halewy, welcher die Gedichte ordnete- und in drei Abschnitte eintheitte, versehen mit Anmerkungen und einer Beigabe von Liedern die dem Chija unzugänglich waren. Da Hr. L. uns in seiner Vorrede Hoffnung macht, den Divan vollständig herauszugeben, so enthalten wir uns, hier des Skelet einer Jnhaltsanzeige anzugeben, so intereffant auch diese in L's. hebräischer Einleitung sich ausnimmt. — Was dem unbefangenen Leser aber in dieser Vorrede auffallen muß, ist ein kleines Treffen, welches er dem berühmten Napaport und dem achtbaren Hrn. Kroch mal liefert. Denn wem kann es entgehen, daß nur unbedeutende Motive Hrn. L. zu diesem Streit bewogen haben, wenn man bemerkt, wie Hr. R. der immer von L. TT rn&J) genannt wird, nun auf einmal in Gegenwart des Publikums aller seiner Ehrentiteln entäußert wird, und das alles blos weil sich R. unterstanden hat, Maimuni und Aben Esra gegen L. in einem sehr anständigen Tone in Schutz zu nehmen (S. TDD DTD H'n). Eben so despotisch - einseitig sind seine Angriffe auf Kroch mal geführt, die sich für Ls. vielseitige Gelehrsamkeit in den Augen gründlicher toleranter Forscher nicht passen. Die Erörterungen unseres Ausspruches dürsten vielleicht bei einer anderen Gelegenheit Nachfolgen. — Die hier gebotenen Gedichte von Luzzatto selbst, zwei an Zahl, schmiegen sich, was Weltanschauung und Form betrift, mehr den mittelalterlichen poetischen Weisen an, stehen aber an wahren poetischen Werth mehreren seiner schönen Gedichten im Cpjn TDD nach. Die 22 Poesien I. Halewy's tragen sammtlich das Gepräge dieses bewunderten Meisters des Ilten Jahrhunderts: Hebräische, religiöse Gesinnung in arabischer Form. Den Gedichten folgen drei gereimte prosaische Epistel Halewy's cm Samuel ha-Nagid, worin aus dem Privatleben des Dichters Manches vorkommt, was dem Literarhistoriker nicht uninteressant sein dürfte. In einer Anmerkung zum l. Briefe sucht Hr. Luzzatto abermals Gelegenheit, Hrn. Napaport und Krochmal anzuareifen, und zwar in einem sarkastisch schneidendem Tone, der Hrn. L., dem würdigen Literaten, wahrlich nicht gut läßt. Doch ist diesmal der dritte im Bunde der Angegriffenen der Aben-Esra. In solcher Gesellschaft ist leicht einen Angriff zu verschmerzen. Wir schließen diesen Bericht mit dem Wunsche, in den sicherlich jeder Freund der hebräischen Literatur einstimmen wird: Hr. Luzzatto möge bald sein Versprechen in Erfüllung bringen, und uns mit der Herausgabe des vollständigen Diwans Halewy's beschenken. M. L et te r i s. Literarische Skizzen und Berichte. Schriftstellerische Arbeite« des Dr, Zunz. 1) Etwas über die rabbinische Literatur. Berlin, 1818. — 2) Predigt zur Einweihung des Leipziger Tempels: Erweckung zum Fortschritt. Leipzig, 1820. — 3)^ Zeitschrift für die Wissenschaft des Iudenthums. Herausgegeben von dem Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden, redigirt von Dr. Zunz. Berlin, 1823. Von dieser Zeitschrift erschienen drei Hefte als ein Jahrgang, und sie konnte aus Mangel an Theilnahme von Seiten unserer zu ökonomischen GlaubenSbrüdcr nicht fortbestehen. Nach siebzehn Jähren möchte man noch immer die Bitte unterschreiben, die Herr Zunz damals ausgesprochen: „Schlüßlich jedoch spreche ich den Wunsch aus, daß, da zunächst für sie die Belebung unserer Wissenschaft eine Aufforderung sein sollte, insonderheit meine Glaubensbrüder unserem Unternehmen einige Aufmerksamkeit schenken mögen. Haben auch Wenigere Lust und Muße, für das wissenschaftliche Ziel den Weg ebnen zu helfen, so können doch Mehrere durch ihre Theilnahme das Fortbestehen und Gedeihen dieser Zeitschrift befördern. Denn hienieden ist nun einmal jeder Geist an einen Körper gebunden." Sie hat nicht bestanden. In dieser Zeitschrift befinden sich von Dr. Zunz folgendeArtikel: a) Ueber die spanischen Ortsnamen, welche sich in den Werken der Rabbinen finden (114—176). d) Salomon ben Isaak, genannt Rasch! (277—384). e) Grundlage zu einer künftigen Statistik der Juden (523—532). — 4) Predigten (16), gehalten in der neuen israel. Synagoge zu Berlin. Berlin, 1823. — 5) Rede, gehalten bei der Feier von Moses Mendelssohn's hundertjährigem Geburtstage, den 12 Erul oder 10. Sept. 1829. — 6) Beleuchtung bei’ Theorie du Jutlaisme des Abb« Chiarink. Berlin, 1830. — 7) Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden, historisch entwickelt. Ein Beitrag zur Alterthumskunde und biblischen Kritik, zur Literatur- und Religionsgeschichte. Berlin, 1832. — 8) Vorrede zu Rebenstein's: Das Lied der Lieder, oder das hohe Lied Salomo's. Berlin, 1834. — 9) Name der Juden. Leipzig, 1836. — 10) 2CnaXeften in 7 Nummern, in der wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie von Dr. Geiger (Bd. 11. 304—330; Bd. 111. 39—58; Bd. IV. 188—205. — 11) Einige dreißig Artikel in der achten Auflage des Brockhaus'schen Conversations-Lexicons, über jüd. Gegenstände. — 12. Ueber den Ritus von Avignon in der Allg. Z. d. I., ein Aufsatz, der nach jahrelanger Marter erst vor Kurzem seine Endschaft erreichte. — 13. Zusätze zu Dr. Delitzschs trefflichem Katalog der hebräischen Manu, skripte der Leipziger Rathsbibliothek. Grimma, 1838. — 14) Die Uebersetzung der Chronik und eine Zeittafel zu der unter seiner Redaktion erschienenen Bibelübersetzung. Berlin, 1833. — 15) Ueber Schein Thob Palkeira, so wie — 16) ein größeres Werk über die germanischen Selichot, haben wir nächstens zu erwarten. Vielleicht auch 17) eine Widerlegung oder Abfertigung des Rabia, wie Dr. Jost (Annalen 12) berichtet. Bei diesem letzteren ist uns eine Sonderbarkeit in der Jostffchen Mittheilung ausgefallen, in der es heißt: Dieses Buch verdiene um so mehr eine Abfertigung, da sich Manche nicht scheuen, ihm die ungemessensten Lobhudeleien zu spenden. Soll sich dieses auf ein öffentliches Urtheil beziehen, so müssen wir eingestehen, daß uns bis jetzt weder Lobhudeleien noch Herunterreißereien zu Gesichte gekommen sind; wenn Dr. Jost aber mündliche Äußerungen meint, so müssen solche, indem sie nicht öffentlich ausgesprochen sind, unberücksichtigt bleiben. Es wird sich vielleicht in der Zukunft eine Gelegenheit darbieten, die Tendenz dieser etwas stichelnden Mittheilung herauszusinden.

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