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Der Orient · 1840-04-04 · 14 (4.4.1840) · p. 211

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
14 (4.4.1840)
Article
Prüfung einiger von Leopold Dukes zu Sim. Scheyers Uebersetzung des More gemachten Bemerkungen
Date
1840-04-04
Page
211 (sequence 3)
Language
German
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213 Bemerkungen zu einer Recension. Dr. KraffL's Proben aus Tachkemoni. 214 reressantes Moment in der Controvers- Geschichte des More, aber, was das Verstandniß des More anlangt, eher fähig, den Gesichtspunkt zu verrücken, als irgend welchen Vorschub zu leisten. Die Übersetzung Tibbons ist, wie Dukes bemerkt, durch Fehler der Abschreiber sehr entstellt, eine Bemerkung, die zwar leicht zu hazardiren, aber schwerer zu begründen ist. Der einzige Fehler, den Dukes beispielsweise aufzeigt, ift III. 37. (f. 159. ed. 8aVion.), wo für rV)p£IDE» (aneinandergeschlagen) nach Ezech. 6, 25. D'lpt^'lSD (ausgespreizt) zu lesen sei. Aber die Lesart NIpODQ findet sich sowohl in den vorhandenen Drucken, als in den zahlreichen Handschriften, auch in der Buxtorfs, welcher übersetzt: 6t pedes suos cum complosione versus coelmn extendant. Das V. pÖD, welches hier in seiner Grundbedeutung gleich dem arab. und gebraucht ist, gehört, was wir beiläufig bemerken, zu den schwierigsten und vieldeutigsten der philosophischen Sprache und gewissermaaßen zu den derselben, in dem es die Bedeutungen des Zweifel ns und Genügens (entsprechend dem arab. in sich vereinigt. — Die alte Ausgabe des More, aus der Dukes einige Varianten anmerkt, ist jedenfalls die editio princeps, welche de Rosst in seinen Annales hebraeo-typograpb. sec. XV. S. 121 ff. beschreibt; sie verdient allerdings alle Berücksichtigung, während Handschriften, wie die der Hamburger Stadtbibliothek, erst einer strengen Prüfung ihrer kritischen Competenz unterworfen werden muffen, wenn man nicht in eine endlose 8^1 va variarutti lectionum gerathen will. F. D. Aus Alcharisi's Tachkemoni. Vierzigste Makame. Schwert unb Feder sind im Streite, — wer den größten Nutzen bereite. (Schluß.) Schwert und Feder machten mir einander aus, — zu beginnen einen Strauß. — Und das Schwert sing an: Ich gebe Kraft der Held-nschaar — und Lebenssaft dem Leu'n und Aar. — So lange die Adler mich finden, — werden sie nicht Hunger und Durst empfinden. —- Ich geb' ihnen zum Fräße das Fleisch, der Gefällten, — und zum Tranke das Blut der Helden. — Wie kann die Feder sich mir gleich dünken, — die vor meiner Glut muß in Asche sinken? — Warum drängt sich die Nessel,, die Distel vor? — warum spreizt sich das dünne Rohr? — Eine Hand berührt's und zerbricht's, — ein Wind weht, und sie wird zu Nichts! — , Da versetzte die Feder: Du hast's getroffen, — und gestehst es offen: —- du bist als Mörder bekannt — und wirst ein Verbrecher genannt! — Wie viel schuldlos Blut ist geflossen, das du vergossen! — Du bringst Verderben den Neichen, — du düngst die Straßen mit Leichen; — du reißest Kinder von Eltern los, — und Säuglinge aus der Mutter Schooß. — Und wenn dein Mund seine Gewalt anpreist, — so wisse, daß meine Macht sich nicht in Gewalt erweist, — sondern in meinem Geist. — Ich weile harmlos im Heimathzelt, — du übest Unfyat in Wald und Feld, — ein Mörderheld, — der auf Bergen Wohnung hält, — wo die Gemse ihr Haus bestellt, — wo der Strom niedersallt, — und in der weiten Welt. — Wer dich sieht, — der entflieht; — doch auf mich vertraut, — wer mich schaut. — Du Verfluchter, du Frecher, — du Verruchter, du Verbrecher, — der Räuber ist dein Geselle, — und die Kinder der Hölle! — Kein Frevler kann bei mir weilen, — der Sünder sieht mich und muß enteilen; — nur der Edle darf sich mir zutheilen. — Rechtschaffene nur hören mich, — Ehrwürdige nur ehren mich. — Mir vertrauen Fürsten, was sie gedacht, — durch mich wird ihr Rath vollbracht, — und bin ich bei dem König allein, — so darfst du nicht mit hinein! — Da versetzte das Schwert: Was soll ich auf solche Lügen sagen? — Frage nach bei den alten Tagen! — die können dir sagen: — wie der König durch mich bekämpft seine Feind' und Empörer — und niederdämpfte die Ruhestörer; — durch mich bezwingt man die beste Veste, — durch mich erringt man feste Paläste, — durch mich schützt der König seine Gewalt, — und ohne wich stürzt sie alsobald. — Ich halte Wache seinen Schätzen, — und send' ihm voraus mein Entsetzen, — ich zerstreue seine Feind' und die ihnen dienen, — und Alle, die es halten mit ihnen; — und seh'n sie mich in des Helden Hand, — wer leistet Widerstand? — Als das Schwert sein Wort geendet, — sprach die Feder, zu ihm gewendet: Ich schweige zwar, doch meine Worte schrecken den Stolz, wenn mir beliebt, mein Heer zu wecken. Ein Schmuck dem Königshaupt sind meine Worte, und Freude spend' ich aus an allen Ecken. Durch mich besieht Gerechtigkeit im Lande und keinen Fehl kannst du an mir entdecken. Durch mich ließ Gott, als er die zehn Gebote dem Volke gab, es seine Gnade schmecken. Wenn sich das Schwert voll Uebermsith erhebt, werd' ich sein Haupt mit meiner Fahne decken; zieht es stolz zum Kriege wider mich: Ich stehe auf, — cs muß den Staub mir lecken! — Der Erzähler spricht: Als ich gehört solchen Redefluß — und Dichtererguß, — Hab' ich seine Worte mir eingegraben, —- und ins 14 *

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