Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 14 (4.4.1840)
- Article
- Prüfung einiger von Leopold Dukes zu Sim. Scheyers Uebersetzung des More gemachten Bemerkungen
- Date
- 1840-04-04
- Page
- 209 (sequence 1)
- Language
- German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 14. Leipzig, den 4. April 184O. Uebc>r L. Dukes Nezeufion der S. Scheyer'schen Uebersetzung des More. — Dr. KrassL ' s Proben aus Tachkemoni (Schluß.) — Die Erforschung der Idee des Judenthums von Iolowitz. -— Literarische Übersichten. Dr. Heinemann's Archiv des Judenthums. Dr. S. Holdheim: der rrligiöse Fortschritt im deutsch. Judenthume. Luzzatto's Vetulat Bat Jehuda. — Schriftstellerische Arbeiten des Dr. Zunz. — Bemerkung. — Literarische Ankündigungen. — Prüfung einiger von Leopold Dukes zu Sim. Scheyers Uebersetzung des More gemachten Bemerkungen. Die Recension der Scheyer'schen Uebersetzung des More Nebuchim, die, unter der Rubrik: Literarische Übersichten, Leop. Dukes in der Allgem. Zeitung des Judenthums (14. Marz l. I.) gegeben, ist der Art, daß wir uns einiger Zusätze nicht enthalten können. Es ist schief und unrichtig, wenn Dukes den Neohebraismus, als Sprache der philosophischen Wissenschaften, für ein bloses Eonterfei des zu demselben Behuf ausgebildeten Arabisch halt. Obgleich Maimrmi im 71 Eap. des ersten Theils des More sehr ehrlich zugesteht: Das Wenige über das Dogma der Einheit Gottes, was einigen Gaonen bekannt wurde, und sich bei den Karaern vorfindet, ist von den muhammedanischen Mutakellim's entlehnt, und nur winzig in Vergleich mit dem, was die Araber in diesem Fache verfaßt haben, so hat dieses Zugestandniß doch an sich nicht genügende geschichtliche Autorität, zumal da Maimuni die philosophischen Leistungen seiner Vorgänger ignorirt, um seine eigenen als bahnbrechend in Geltung zu setzen, und die Frage, ob die Juden in Persien (wo schon Saadja die Volksweinung, daß die Philosophie zum Unglauben führe, bekämpfte) erst dann zu philosophiren ansingen, als sie bereits einen ausgebildeten arabischen Jsthilnch der Philosophie vorfanden, ist noch unentschieden. Mag aber das Studium der Philosophie unter den Juden durch da§ vorgängige der Araber motivirt sein oder nicht, der Weg, den die Juden zur Ausbildung ihrer Sprache für die Philosophie einschlugen, war ein selbstständiger; sie rivulisirten mit den Arabern in der Neuprägung eines vorhandenen Sprachfonds , der keineswegs auf den Wortschatz der heiligen Bücher beschränkt und so arm war, doß man bei den Arabern eine sonderlich große Anleihe zu machen gedrungen gewesen wäre. Nur ein geringer Theil der philosophischen Terminologie besteht aus biblischen durch den neuen Gebrauch tyrannisirten Wörtern; der bei weitem größte Theil ist der Sprache der vorhandenen hebräoaramaischen Halacha-Literatur entlehnt. Der philosophische Hebraismus nahm, wie der Arabismus, einige griechische Termen in sich auf, auch einige arabische, aber die Zahl der letzteren ist sehr gering, wahrend die hebräische Nachbildung der durch syrische Vermittelung überkommenen philosophischen Termen mit der arabischen formell oft zusammentrifft. Dukes führt als Beispiel der in das Hebräische aufgenommenenen arabischen Wörter und an. Aber das erstere findet sich eher bei den Juden als bei den Arabern, wie Baba Batra 89, I)., wo 'TUDft als Name persischer, über die Waacenmaaße gesetzter Beamten vorkommt, vgl. pers. das Maaß. Bereits Aruch macht aus den Wechsel des > und D aufmerksam, der sich auch in dem arcrb. und findet, und vergleicht eine arabische in den Wörterbüchern nicht angemerkte Redensart (es ist ein bedächtiger, Alles wohlerwägender Mann). Der Name der Geometrie ILvtX-LgJt (wofür sich jedoch schon Saadja der echthebraischen Bezeichnung "Yiy&Ti rDNto bedient), der den indischen Ursprung der Wissenschaft involvirt (s. Gildemeister: Script. Arab. de Rebus Indicis S. 107), ist also durch Vermittelung der Perser zu Juden und Arabern gekommen, und ein schlechtes Beispiel der mit dem hebräischen Bürgerrechte beschenkten Arabismen. Das andere Beispiel hingegen ist besser gewählt; p£lK (der Horizont, der große die Himmelskugel in zwei Hälf- 4 4 ten theilende Zirkel) ist das arabische oder eine diesem nachgebildete Segolatform (wie oft im Neuhebräischen), ohne alle hebräische Analogie. Unter den Wörtern, die in der Kunstsprache der Philosophie eine der biblischen ganz entfremdete Bedeutung 14