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Der Orient · 1840-03-28 · 13 (28.3.1840) · p. 203

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
13 (28.3.1840)
Article
Poetische Mittheilungen
Date
1840-03-28
Page
203 (sequence 2)
Language
German
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203 Dr. Carmoly's poetische Mittheklungen. Salomon Pleßner's Consirmationsredm. 204 ' XD? XI 'W : -W3 Di’ bv_ ’jnj 6. Epitaph auf dem Leichensteine des Meir C a rm o l y •) Obrp). ' by_ ivyb ’öyp WHD * 'yib ntpN bi nin jib : 2Xyi 2X|X pxi iö'nbt? : ipNi ipx Hj? '2 rupn * ON'b 'b : ipipp iji&an? Salomon Pleßner's Confirmationöreden und historischer Nachweis für die Feier der Consirmation. (Schluß.) In der vierten Rede gehen Form und Inhalt, beide gleich würdevoll Hand an Hand, die Form ist logisch in der Anordnung, homiletisch in der Ausführung, und der Inhalt bietet manches Neue und Schöne dar. Besonders ist recht gut bewiesen und passend durchgesührt, daß, wie Mose die Anrede „Ihr steht heute alle hier" vorzüglich an das jugendliche Geschlecht richtete, und diesem hauptsächlich das Gesetz ans Herz legte, auch der Redner den dreizehnjährigen Knaben aus der Mitte der Versammlung hervorhebt, und ihm die Worte Gottes ins Herz einprägen will. «— Nur erinnert die vorangeschkckte Frage, warum Mose mit dem Plural GV^ QDitf anfängt und sogleich zum Singular übergeht, an die abgeschmackten Discussionen der Daraschot, wie sie hie und da mit vieler Spitzfindigkeit noch gehalten werden, und in welchen gewöhnlich mehrere beliebige und ganz willkürliche Fragen an die Spitze gestellt, und mit diesen ganze Gebäude albern und unsinnig errichtet werden. So wird auch (S. 68) von Plft&O und ""}) gesprochen, und der Satz: „Gott sprach: es werde Licht" nach dem Sohar ausgelegt, Ansichten, die in Daraschot sehr häufig Vorkommen, unsrer Bildung hingegen wenig zusagen wollen; sie sind verschollen, um nie wiederzukehren. — Doch mehr als dies befremdet uns eine Aeußerung des wahrhaft frommen Verfassers, die eher eine gewisse Bestätigung, im Katholicismus als im Iudenthume findet. Es heißt (S. 50) „Er (Mose) fühlte, er, der Stellvertreter Gottes u. s. w." wo haben wir je einen Stellvertreter Gottes auf Erden gehabt? Mose war Fleisch und Blut, wie jeder andere, nur weiser, tugendhafter und darum der Gottheit näher. Man erinnere sich nur jener Steile (Lukka 28) )'N 2'N'D^N O'ZWL' "ih de R., soll es vielleicht Jakob Ben Machir, der ein OH’übnn geschrieben, oder Jaakob Antoli sein? Hr. Dr. C. wird uns darüber Aufschluß geben können. 3) Es wäre der Redaktion sehr erwünscht, wenn ihr über alle in diesen Epitaphien erwähnten Männer nähere Mittheilungen zukärmm rroty pb nxw pian jn» nwib, ]pin b’ib *00*1 rWOD, welche der Statthalterschaft Mose widerspricht; denn es gab noch später Männer in Israel, sogar 30 zu Einer Zeit, die unsrem großen Geseßgebec gleichgestellt wurden. Zum Texte der fünften Predigt ward gewählt Ies. 44,3—5; an diese drei Verse knüpft der Verfasser die drei Hauptgedanken seiner Rede: „Segen in den Unternehmungen, Beistand in Widerwärtigkeiten, Anerkennung der Verdienste," welche Gedanken er nicht nur mit kräftigem Ausdrucke und biblischen Bildern durchführt, sondern auch, bei dem nahenden Neligionsweihfest, auf die am Berge Sinai stehenden Israeliten in Anwendung bringt, wie diese nämlich den Segen Gottes in der Wüste durch die Himmelsspeise (Manna) genossen, wie ihnen Beistand ward in den Widerwärtigkeiten; denn sie blieben befreit von allen egyptischen Plagen, und wie sie endlich Anerkennung ihrer Verdienste bei den Feinden fanden, und selbst bei Pharao, der um ihren Segen flehte. Alle diese Wahrnehmungen führt er dem Knaben vor die Seele, welcher durch Beobachtung des Gesetzes und durch wahre Religion Segen, Beistand und Anerkennung erlangen könne. — Die erste Abtheilung wird aus dem erstgebrachten Vers, wie die dritte aus dem dritten recht gut bestimmt und hergeleitet; allein die zweite Abtheilung schiießt sich nicht ganz dem 2. Vers *TOn ]VD3 | an, wenigstens ist in diesem Theile der Rede nicht darauf hingedeutet, trotz dem daß solches unsrem gewandten Redner keine besondere Schwierigkeit gemacht hätte. — Doch zu rügen findet der unparteiische Recensent auch hier noch Manches. Das Bild (S. 55): „Giebt der Tag der Reliaionsweihe nicht gleichsam' das letzte Lustspiel aus der Bühne der Kinderwelt?" ist unpassend, zu profan und einer geistlichen Rede nicht angemessen. Eben so unpassend, ja sogar unästhetisch laßt Hr. P. den unschuldigen Zögling (S. 22) sprechen: „Ach, schon ahne auch ich die Kämpfe von Innen und Außen...., die schlüpfrigen Pfade der Verführung, die lockenden Gifte der Leidenschaft", und S. 131: „Welche Wachsamkeit werde ich nicht anwenden müssen, nicht auch ein Opfer des grausamen Weibes zu werden, von dem es heißt: (Spr. 7, 26) Sie hat viele Leichen niedergestreckt, und unzählig sind die Opfer, die sie geschlachtet." An einer andern Stelle (S. 88) richtet der Lehrer die sonderbare Frage an den jugendlichen Schüler, indem er ihm die Vergänglichkeit der irdischen Dinge nachweist: „Wie? du hast für Nachkommen, für Hinterbliebene und Erben gearbeitet?" „Und gesetzt, deine Nachkommen wüßten dir Dank für deine rastlose Arbeit mf.tü." Die erwachsene Jungfrau erröthet, wenn der Prediger in der Trauungsrede dergleichen Sentenzen und in solchem Gewände vorbringt-, und der noch ganz unschuldige Knabe soll sie hören, aussaffen, und an ihnen sich erbauen können? In der 6. Rede findet sich eine Stelle, die ich dahmgehen lassen und nicht dem Tadel preisgeben würde, wenn sie zu meinem Leidwesen nicht so oft mit denselben oder ähnlichen Worten wiederkehrte: (S. 66) „Siehe da einen merkwürdigen W i nik, ich habe den Nachweis des dir oben Gesagten nicht weit aufzusuchen, er befindet sich im heutigen Wocher>- abschnitte." (S. 28) „Von dieser Bahn und diesem Worte spricht aber m e r kw ü r d i g e r W e i se auch die heutigeHafcara." (S.66) „Und merkwürdiger Weise stimmt unsre heurige Haftara so genau mit dem überein, was ich eben sage." u. s. cu Ich kann zwar nicht glauben, daß Hr. P. mit diestm „merkwürdiger Weise" mehr als einen bloßen Zufall des Zusammentreffens oder als einen besondern Einfall des'Zusammen«- stellers andeuttn will; dennoch scheint mir solches Andeuten und

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