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Der Orient · 1840-03-28 · 13 (28.3.1840) · p. 199

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
13 (28.3.1840)
Article
Ahron Ben-Elia, der Karäer
Date
1840-03-28
Page
199 (sequence 2)
Language
German
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1ÖÖ Ahron Ben Ria: übet zwei indische Sekten. S. Ueklenburg über'Horajat Ha-Kore. MO — dies ist das Axiom, welches sie abhält, an die Prophetie zu glauben. Diese Ansicht wurde zu den Egyptern verpflanzt, denn diese sind den Indiern nahe, und in Egypten sogen sie die dort colonisirten Israeliten ein, die erst durch die sinaitische Gesetzgebung eines Besseren belehrt wurden. Da die Secte Al-Brahma die specielle Vorsehung bis auf die einzelnen Individuen des Menschengeschlechts' iw Ausübung der retributiven Gerechtigkeit ausdehnt, so muß sie nothrvendrgerweise den, der Gutes thut, von dem der Böses thut, unterscheiden. Woher weiß man nun den Willen Gottes in Betreff des Guten und des MvvnrM uErscheLd'end-em GegentheklL? Indem sie die Berechtigung/zu dieser Fragt zugestehen, antworten sie: Da dem Menschen eine intelligente Seele verlieben ist, vermöge welcher er. zwischen Gut und Böse scheidet, wozu bedarf es der Sendung, eines Propheten? Nehmen wir an, daß der Prophet der spekulativen Erkenntniß entgegentritt und das Böse gut nennt, sochnvolvirt dies einen Widerspruch, da die Natur des Moralisch - Bösen eine unveränderliche ist. — Die Secte ist die Secte der indischen Denker- (SyGüf u>Lä^f), welche Abulfeda in seinem Bericht über Indien (Histor. Anteislam. S. 172. ed. Fleisch.) unter ebendemselben Namen aufführt. Er stimmt sogar in dem Berichte über ihren Antiprophetismus mit dem Karaer übereinindem er sagt: „Die Brahmanen sind so fern von der Annahme prophetischer- Offenbarungen (nu hu w w a t), daß sie vielmehr die Möglichkeit solcher im'Allgemeinen negiren. Sie haben darüber eigenthümliche Bedenken, die in dem Buche über die-Religionen und Setten aufgeführt sind, deren Angabe sich aber für dieses Geschichtscompendium nicht eignet". Der arabisirende Name der Secte ist dunkel-; es würde aber voreilig sein, denselben für ein Figment zu halten , da das Gebiet der Geschichte der indischen Philosophie kaum einigermaßen gelichtet ist. F. D. II. Horajat Ha-Koee. Gleich Elia Le Vita dürfte der umsichtigere Forscher noch.heute den Verfasser des Werkes Horajat ha-Kore für. verloren achten. Etwas zur Wiederauffindung des Abhandengekommenen beizutragen, macht sich folgende kleine Untersuchung zur Aufgabe. Der Vatican besitzt eine Handschrift unter dem Namen Horajat ha-Kore, aber die Bibliographen wissen uns wenig Tröstliches darüber zu berichten; höchstens daß es aus dem Arabischen von M e n a ch e m den N a t a n e l in das Hebräische übersetzt wurde (s. besonders: Wolf b. h. Th. 2, p. 1289). Bei Sab atai (Skfte Ieschenim B. N N. 14) und dessen Nachtreter Iechiel Minsk: findet man nur schlechtweg die Anführung desselben iw T a a m e h a - M i k r a angemerkt; ersterer hat solches gleich letzterem von diesem wohl-nur.aus secundarer Quelle geschöpft. Die Oppenheimersche Bibliothek (jetzt in Oxfort) hat ebenfalls ein solches Buch im Besitz, welches laut Oppen Catal. (ed'; 1782 Abth. 2, f. 5h,) in arabischer Sprache aus Jerusalem von dem Schreiber Joseph'Ben Jachia mitgebracht und von Natanel Ben Meschu llam ins' Hebräische übertragen worden. Liest' man nun de Rosst in Codices Mss. (N. 764 p. 158) und Dizionario degli aut. hehr., so macht er uns glaublich, den Autor endlich seitter Anonymität zu enthüllen. „Ein Grammatiker" heißt es im letztgenannten Werke (nach der deutschen Uebersetzung) unter dem Artikel Mose S. 235, „im 13. Jahrh. ist Vers, des Horajat ha-Kore, eines alten, von I e h u d a b. Bileam (Balaam) im Ta a m e h a - M i k r a, von Ella Levita in der dritten Vorrede seines Masoret und von Andern angeführten Buches, welches über Vocale und Accente handelt, mrd bis jetzt für anonym galt. Wir sind im ^Besitze dieses Buches, finden aber darin keine Andeutung, wer dieser Mose sein könne. Nur das erkennt man, baß er spater als Ibn Esra (der darin genannt wird) gelebt-hat, und man könnte auf den Gedanken kommen, daß es Mose Kimchi sei..." — Aber wem drängt sich hier nicht die Frage auf (vergl. auch Zunz's Additamcnfca ad Catal. Codd. Lips., Cod. XV. und Le brecht: Jahrb. f. wiffensch'. Kritik 1839, Novembernummer p. 728): wie kann ein Werk, worin I. E. citirt wird für das alte Horajat ha-Kore gelten, das' schon bei dem altern Grammatiker Iehuda b. Balaam vorkommt? Dazu kommt noch, daß die de Nossische von den früher genannten Handschriften als ganz von einander verschieden anzusehen ist. Sowohl die Originalsprache des Oppenheimerschen wie die des' vaticanischen Codex war die arabische gewesen, dagegen die des de Rossi'schen allem Anscheine nach die Hebräische ist. Die Beantwortung dieser Fragen, besonders der Hauptfrage in Hinsicht der Adjudication, möchte demnach schwer fallen, schwerer aber, wenn wir noch folgendes Allegat ins Auge fassen. Der treffliche Königsberger Codex vom Jahre 1313, von welchem in Eichhorns Rep. Thl. XVI. Rechenschaft gegeben wird, hat ad marginem zu Gen. 7, li unter Andern: die Note: „Nnpn nmiUD p S'n tox" (s. ih. S. 25). Zur Lösung aller dieser Schwierigkeiten glauben wir im Studium gegenwärtiger Erörterung den Schlüssel zu geben. Der Autor des alten Horajat Ha-Kore ist weder ein Mose noch ein Salomo, sondern der bereits erwähnte Grammatiker Iehuda Ben Balaam. In-dessen Werk T a a m e h a - M i k r a finden wir dies deutlich über allen Zweifel hinaus'augemerkt; indem es das. (laut der Mktthcilung daraus in Heidenheims Mischpete ha-Taamim f. 9 a) heißt: „Ich habe bereits erinnert'im Buche Horajat ha-Kore". Nun fragt es sich freilich, ob eine von den genannten Handschriften als Ben Balaams Produkt zu halten ist; dieses ist wohl, so lange neue Aufschlüsse oder Entdeckungen fehlen, zu verneinen. Das de Rossssche Mspt., dessen Titel und Inhalt allerdings für den Besitz des alten Buches sprechen, ist jedoch wahrscheinlich nach dem Muster des B e n B a l a a m 's ch e n ein neu angelegtes Werk, also ein separates. Es liegt mithin nahe ein Gleiches auch von dem Werke, das in der allegirten

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