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Der Orient · 1840-03-21 · 12 (21.3.1840) · p. 183

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
12 (21.3.1840)
Article
Sendschreiben ... an Chajim Selig Slonimski
Date
1840-03-21
Page
183 (sequence 2)
Language
German
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183 184 Sendschreiben S. I. Rapaport's an CH. S. Slonimski. der Unzahligkeit, was von Wolken oder Himmel nie gesagt wurde. Diese Schechakim in ihrer Unzahligkeit werden als die weit über Wolken hohen (Jjob 35. Pf. 56, 105. Jer. 21, 9. Spr. 8), von D^ verschieden, als der nächste Sitz der Gottheit (Dt. 33. Ps. 18), wo noch Lichtglanz ist, selbst wenn wir es nicht sehen (Jjob 36), als diejenigen, die den Wolken erst den Thau (Spr. 3, 20), den Regen (Jjob 36, 8) und den Donner spenden, als die unerschütterlich festen und nicht wie die Wolken wandelbaren (Jjob 37, 18), betrachtet. Werden die Schechakim wirklich als diejenigen betrachtet, auf denen Gott in seiner Majestät einherfahrt (Je. 33), so wird höchst wahrscheinlich, daß Daniel (7/ 10) darauf anspielt, wenn er in seiner mysteriösen Rede von dem Alten der Tage sagt: „Ein Feuerstrom (TjH PiT) entströmet und entsprudelt vor ihm" und die Benennung der Milchstraße durch TJH TT? wäre also keine talmudische Schöpfung, sondern dem Buche Daniel entnommen. Doch ich wende mich zur Besprechung des Kometen (Kuchba de-Scheint), zu dem speciellen .Gegenstände deiner Schrift; in Beziehung auf diesen Kometen will ich dir einiges mittheilen, das mir sehr wichtig scheint. Die Talmudisten haben, wie du sehen wirst, die Dauer seines Laufes gewußt, namentlich dieses Kometen, den man wegen seines jüngsten Berechners den Halley'schen nennt, und die Tanaim haben diesen gekannt und von ihm gesprochen. Aber nicht blos der Talmud, sondern auch die Schrift gedenket schon des Kometen, nämlich in den Liedern Bileams (Num. 24), in dem Verse, wo es heißt: „Ein Stern tritt hervor aus Jakob, DjP) (und es erscheint ein Komet aus Israel). Denn schon der Paralleliswus macht es wahrscheinlich, daß der Dichter an den Kometen gedacht, an den D'QttHfcQD-'D, den man im Alterthume als einflußreich auf Geschichtsentwickelung sich dachte. Jenes biblische gleich dem talmudischen zu erklären, hat schon der berühmte Haji Gaon begonnen, indem ec zu Schebit sagt (bei Aruch pl») Dpi 2>KrQ DOtt® TM (Dem Haji Gaon folgte zuerst unter allen Exegeten seit acht Jahrhunderten der Verfasser der Concordanz, wie er überhaupt die sinnigsten und schönsten uralten Worterläuterungen in diesem Werke vereinigte.) Ueber die Vorbedeutsamkeit bei den Alten läßt sich sehr gut Plinius (2, 25) vergleichen, welcher sagt, daß der Komet, wenn er bei den hinteren Theilen gewisser Stecngruppen erscheint, so weiset er hin auf Unglück der Buhler. Darauf scheint mir auch die Stelle (Num. 24, 17) des Bileamgesanges hinzudeuten, als Folge der ersten Halste des Verses, nur müßte man n^' nach Jes. 20, 4. Sam. 10, 4 und TTs® als identisch mit 'rnid nach Jes. 3,17 auffassen, wodurch die ganze Stelle eine Rundung und eine sinnige Einheit erhält. Denn durch Unzüchtigkeit ist Moab. selbst entstanden und die Unzucht Israels mit seinen Töchtern war das Verbrechen, warauf Bileam hinweiset. i) (Fortsetzung folgt.) Aus Alchurisi s Tachkewonr. Einundzwanzigste Makame. Cheber ha-Keni prellt zum Bedauern •— um sein Geld einen Bauern. (Fortsetzung.) Und er begann: Heute ging ich aus voll Appetit, — doch alles Geldes quitt. — Nach Fleisch stand mein Dichten und Sinnen, — und der Hunger peitschte mich innen; — und doch halt' ich keinen Heller, — um den Magen zu stillen, den Beller. — Wie ich nun merke den Brand meines Hungers immer höher steigen, — dacht' ich: Ich will die Stadt durchstreichen; — vielleicht läßt sich Gottes Gnade erweichen! — 0o sucht' ich denn an allen Orten und Ecken, -— um Hoffnung und Trost zu entdecken, — doch könnt' ich nichts erschmecken, — und so blieb mir nur Jammer und Schrecken, — die mich drohten als Todten hinzustrecken. — Weil ich mm nicht ertappte, — wornach ich schnappte, — und nicht erhielt, — was ich erzielt, wollt' ich abstehen, — und nach Hause gehen, — da doch umsonst mein Schmachten, — und vergeblich mein Trachten. — Noch denk' ich nach über meine Pein, — da seh' ich ein arabisches Brüderlein, — das reitet gerade zum Thor herein. — Kaum daß ich ihn sehe, — so denk' ich: nun Hab' ich, womach ich spähe, — und mein Glück ist ganz in der Nahe! — Und so eil' ich ihm entgegen, — ihm zuzurufen meinen Segen; — „Der Himmel gebe dir seinen Lohn, — Abidan, Gid eoni S o h n! — Woher des Wegs und wohin? — O welch' ein Glück ist mir verliehn! — Ich wollte direben entgegenziehn; — denn langst wollt' ich meine Sehnsucht, dich zu sehen, stillen, — und fragte drum jeden Wandrer um deinetwillen!" — Der Bauer erwiederte: Werd' auch euch, o Herr, des Himmels Lohn! — Aber ich bin nicht Abidan Gideoni Sohn, — sondern Abida ausGibeon.2) — Ich versetzte: Diese Namen lauten ja ganz überein, — und scheinen dieselben zu sein; — doch nun sage 1) Selbst die Parallelstelle Jer. 48, 45, wo riftlp für TKS'9 und für m* jtef)t, ist dieser Annahme' nicht entgegen, obglei^ diese Stelle, wie ich cs erwähnt, mich von der Annahme dieser Erläuterung in der Concordanz abhielt; denn kann immer aus DNS, fT© und pfc# aus pt^’ f. o.’ a. pttf’ (s. Cönc.) gebildet sein, was.^für den Zusammenhang noch immer besser passen würde. Der Uebers. 2) Beide Namen finden sich 4 Mos. 1,11 u. 1 Mos. 25, 4.

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