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Der Orient · 1840-03-21 · 12 (21.3.1840) · p. 181

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
12 (21.3.1840)
Article
Der Psalter,
Date
1840-03-21
Page
181 (sequence 2)
Language
German
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182 181 Der Psalter in angemessener gereimter Form. Sendschreiben S. I. Rapaport's. 2. Sondern auf die Lehre des Herrn hat Acht, Und über seine Lehre sinnt Tag und Nacht. 3. Er gleicht dem Baum auf wasserreichem Feld, Der seine Früchte giebt zur rechten Zeit, Und dessen Laub nicht fällt, Und Alles, was er thut, gedeiht. 4. Nicht so der Frevler Heer; Sondern wie Spreu, die der Wind treibt hin vnd her! 5. Drum werden die Frevler nicht im Gericht aufkommen, Und die Sünder in der Gemeinde der Frommen. 6. Denn Gott nimmt vom Wege der Frommen Kunde, Doch der Weg der Frevler geht zu Grunde! Psalm II. 1. Warum toben die Völker mit Gehraus? Und sinnen die Nationen Eitles aus? 2. Stehen auf die Könige der Heiden, Und rathschlagen die Fürsten von allen Seiten Wider den Herrn und' seinen Geweihten? 3. „Laßt uns zerreißen ihre Stricke! Und ihr Joch abwerfen von unserm Genicke!" 4. Doch es lacht der Weltgebieter, Der Herr sieht spottend auf sie hernieder. 5. Dann spricht er zu ihnen in seinem Grimme, Und schreckt sie mit seines Zornes Stimme: 6. „Ich habe ja meinen König geweiht Auf Zion, dem Berg meiner Heiligkeit!" — 7. Ich will verkündigen, was er sprach! Der Herr rief mir zu: „Mein Sohn bist du, Ich habe dich gezeuget an diesem Tag! 8. Fodre von mir, so schenk' ich dir Nationen! So sollst du besitzen die letzten Zonen! 9. Du sollst sie zerschmettern mit dem Stab von Eisen, Und wie Löpfergeschirr sie zerschmeißen!" 10. Drum, Könige, laßt euch belehren! Richter der Erde, laßt euch wehren! 11. Dienet dem Herrn mit Treu' Und frohlocket mit Scheu! 12. Huldigt dem Sohn, daß sein Zorn sich nicht rege, Und ihr irre gehet auf eurem Wege! Denn bald wird sein Zorn entglühen; Heil Allen, die zu ihm fliehen! Psalm 11!. 1. Psalm von David, da er floh vor Absalom, seinem Sohne. 2. Herr, wie Viele, die meine Ruhe stören! Wie Viele, die sich wider mich empören! 3. Viele sprechen von meiner Seele mit Spott: Keine Hüls' ist für ihn bei Gott! 4. Doch du, o Herr, bist meine Wehre, Meines Haupts Erheber und meine Ehre! ginals zu haben den Reim als Ersatz gebraucht. Auf diese Weise tönt nach meiner Meinung jener liebliche Wellenschlag des Parallelismus erst recht heimisch in unsern Ohren und.die Stimmung, in die uns ein Psalm in solcher Form versetzt, mag derjenigen, die der Originaldichter bei seinen Zeitgenossen anregte, am meisten adäquat sein. 5. Wenn zu dem Herrn meine Stimme schreit, So erhöret er mich vom Berge seiner Heiligkeit. 6. Ich liege, ich schlafe und ich erwache, Denn der Herr halt über mich Wache. 7. Ich fürchte mich nicht vor Myriaden, Die sich rings aufstellen, um mir zu schaden. 8. Auf! Herr! Hilf mir, mein Gott! Denn du schlägst auf den Backen meine Uebelthater; Du zermalmest die Zähne der Uebertrettr. 9. Von dem Herrn kommt Heil! Segen werde deinem Volke zu Theil! Psalm IV. 1. Dem Sangmeister auf dem Saitenspiele. Psalm von David. 2. Mein Rufen erhöre, Gott meiner Ehre! Laß in der Enge mich Weite sehn! Erbarme dich mein und vernimm mein Flehn! 3. Ihr Männer, wie lang ist meine Ehre zur Schmach?' Liebet ihr Eitles, trachtet der Lüge nach? 4. Wißt, daß der Herr sich den Frommen erkor! Der Herr vernimmt's, so ich ruf' empor. 5. Zittert und laßt von eurer Wuth! Bedenkt's auf euerm Lager und ruht! 6. Legt Opfer der Frömmigkeit auf den Altar, Und bringt dem Herrn Vertrauen dar! 7. Viele sprechen: O wer doch Glück uns reichte! Herr, daß uns das Licht deines Antlitzes leuchte! 8. Du hast mir Freud' in das Herz bescheert, Seitdem sich ihr Korn und ihr Most gemehrt. 9. Ich lege zugleich mich in Frieden Und schlafe ein; Denn du läffest mich abgeschieden Und sicher sein. ****** Sendschreiben Salomo Iehnda Rapapvrt's an Chajim Selig Slonims kü (Fortsetzung) Ich vermuthe, daß zur Bezeichnung der Milchstraße, die im Talmud Ne har de-Nur heißt, auch im Althebräischen eine Benennung vorhanden gewesen; denn ich kann es mir . kaum denken, daß die alten Hebräer, die so gern sich in Anschauungen des Himmels verloren, diese große blitzende Straße, die allnächtlich ohne Wandelung den Himmel ziert, nicht gekannt und nicht benannt haben sollen. Ich halte es für gewiß, daß eine solche Bezeichnung war, von welcher es in Jjob (38,-37) heißt: „Wer zahlet die Schechakim durch Weisheit?" denn nur auf die Sterne paßt die Annahme %2 *

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