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Der Orient · 1840-03-21 · Heft 12 (21.3.1840) · p. 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 12 (21.3.1840)
Article
Wien : Erbauung von Synagogen ... [Nachricht]
Date
1840-03-21
Page
93 (sequence 2)
Language
German
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93 tic Verdienste dieses würdigen Mannes, der, mit Reichthum gesegnet, in seiner Sphäre keine Gelegenheit zur Förderung des Guten, vorübergehen laßt, ohne zur Saat des Gemeinnützigen seine milden Spenden beantragen. Berlin, 16. Marz. So eben wird in der Buchhandlung der vollständige Titel der in dem Orient schon längst erwähnten Reisen des Rabbi Benjamin vorgelegt, die der Buchhändler As her in Berlin, unterstützt von den Gelehrten D'Ohsson, Munk, Rapaport, Ritter und Zunz, in einer englischen Übersetzung in zwei Bänden (700 Seiten umfassend) herausgiebt. Der Titel des Buches lautet: Masaot Shel-Rabbi Binjamin. The ilineraru of /?. B. oj Tudela. Tr ans ladtd and ediled by A. As her. Der Preis des Buches ist 8 Thaler; ein etwas hoher Preis, wenn man bedenkt, daß das hebr. Original für 2 Groschen 'gekauft wird. Als Inhalt des ersten Bandes wird angegeben: a) eine neue kritische Ausgabe des hebräischen punktirten Textes, collationirt und verbessert nach den Ausgaben zu Constantinopel und Ferrara; b) Bibliographie; c) die englische Uebersetzung. Der Inhalt des zweiten Bandes ist: a) Einleitung; ü) über den'Verfasser und kritische, geographische und historische Anmerkungen von den obengenannten Gelehrten. Es befremdet uns, unter den, den Herausgeber unterstützenden Gelehrten den Dr. Carmoly zu vermissen, der doch vorzüglich dazu befähigt zu sein scheint, da er selbst schon dieses Jtinerar herausgegeben. Es ist übrigens schon erfreulich, daß so viele Gelehrte sich zur Unterstützung dieser Herausgabe mit dem gelehrten Herausgeber vereinigt. Der Herausgeber wird oft genug in seinem Geschäft Gelegenheit finden, den Gelehrten nützlich zu werden. 20. Febr. Der Oberrabbiner Tiktin eifert fortwährend noch gegen die Anstellung des zweiten Rabbinen Dr. Geiger,, obwohl demselben mehrfach schon bedeutet worden, daß es auf seine Anerkennung hierbei gar nicht ankomme. Indessen schreitet Hr. Dr. Geiger trotz der Anfeindungen böswilliger Eiferer unerschrocken auf der Bahn des Guten fort. Seine religiösen Vorträge finden in dem Herzen Aller Anklang und Beherzigung, aber auch außerdem hat sich derselbe bei mehrern Gelegenheiten als ein Muster uneigennützigen Strebens dargestellt. Wie vieles sich für die Verbesserung des geistigen Zustandes des Judenthums in Preußen, von einem so wissenschaftlich gebildeten Rabbinen erwarten läßt, dürfte bei der Liberalität unserer hohen Behörden, hier in Breslau sich zunächst erfolgreich Herausstellen. * * * a> M., 6 Febr. (Schluß.) Nach bestandener Prüfung wurden im . verflossenen Jahre 18 Lehrlinge von ihren Meistern entlassen und 20 Gesellen, welche die Wanderschaft antraten, mit Kleidern und Reisegeld unterstützt. . Nach vollendeter Wanderzeit wurden im verflossenen Jahre 8 Handweker bei ihrer Niederlassung als Meister mit den hierzu erforderlichen Gerathschaften, Werkzeug und Material unterstützt.; Bei dieser Unterstützung geht die Verwaltung mit besonderer Vorsicht zu Werke. Es wird dabei nicht nur auf die Befähigung des Ansuchenden, welche sich während der Lehr- und Wanderzeit immer mit Sicherheit erprobt, sondern auch darauf gesehen, daß der zur Niederlassung gewählte Ort sich zum Betriebe des. betreffenden Handwerks eigne. Auch in dieser Beziehung hat sich der Verein des guten Erfolgs seines Wirkens zu rühmen. Viele in der Stadt und Umgegend ausübende Handwerksmeister, welche zu seinen Zöglingen gehören, leisten in ihren Fächern Vorzügliches und bezeigen dem Vereine für die erhaltene Unterstützung dadurch am besten ihre Erkenntlichkeit, daß sie mit Gewissenhaftigkeit und Eifer' ihnen von demselben anvertraute Lehrlinge in ihren Handwerken unentgeltich unterrichten. Die Verwendung der für den Verein bestimmten Gelder verfehlt daher selten ihren Zweck und jeder Beitragende kann sich dem Bewußtsein, an einem wohlthätigen Werke Theil genommen zu haben, mit Vertrauen hingeben. — Außer einigen, die Administration des Vereins betreffenden Notizem ist diesem vierzehnten Bericht noch eine Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben, wie auch derjenigen .Handwerke beigegeben, welche von israelitischen Glaubensgenossen erlernt worden sind. Wir halten es für Pflicht, diese wohlthatige Anstalt den Menschenfreunden aller Confessionen zu empfehlen und zweifeln nicht, daß sie eine immer steigende Beachtung und Unterstützung finden werde. Die finsteren Zeiten, wo die Bekenner der verschiedenen Glaubenslehren sich feindlich gegenüber standen, sind vorüber und überall pflanzen Toleranz und Humanität ihre siegreichen Fahnen auf. Wer nach Licht und Wahrheit, nach Verbesserung und Beglückung seiner Brüder strebt, der sei freudig begrüßt und — ob Jude oder ob Ehrist? — darnach werde bei solchen Bestrebungen nicht gefragt. Lerpzift, 16. Marz. Obgleich es weder den Juden noch dem Judenthume zur großen Ehre gereicht, den Spanier M e n d i z a b a l durch seine 'Abstammung und seine Confession sich zueignen zu wollen, so fordert doch die Wahrheit, auch über diesen Punkt einiges zur Berichtigung beantragen. Das Conversations -Lexicon der Gegenwart berichtet darüber unter dem Artikel Mendlzabal (Don Juan Alvarez y) in einem witzigen Tone Folgendes: „Nicht weniger als .sieben Städte stritten sich im Alterthume um die Ehre, den Sänger der Ilias hervorgebracht zu haben. Undankbar ist die Mitwelt. Zwei Städte weisen den Ruhm igmüc;, dem außerordentlichen Manne das Daseim gegeben zu haben. Mendkzabat selbst behauptet in Cadiz geboren zu sein; die dortigen Einwohner bezeichnen Gibraltar als seinen Gebutts-

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