Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 11 (14.3.1840)
- Article
- Sendschreiben ... an Chajim Selig Slonimski
- Date
- 1840-03-14
- Page
- 170 (sequence 2)
- Language
- German
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172 171 Sendschreiben S. I. Rapaport's an CH. S. Slonimski. durch Jjuto, dasselbe Wort, welches der Syrer für Wy und $VT setzt. Dieses Jjuto wußte GeseniUs nicht zu erläutern/ es scheint aber, daß die Wurzel iYIJJ stark sein bedeutet habe , wie schon der Targumist das Hebräische rVlJJ (Job 19, 6; ausgefaßt, und wirklich scheint das Hebräische niJJ (Thr. 3, 29) ebenfalls das zu bedeuten; eben so die Wurzel zu Der /Syrer, welcher ttn'PP aus Wy gemacht, bezeichnet also damit ebenfalls den Orion, den Riesen, den Starken, den Ganboro oder Nasila. Die Sterne des Arion sind aber in der Thar den Sternbildern. Widder und Stier nähe, und der griechische Mythus, daß den Arion ein Skorpion durch ein Biß getödtet, ist ein astronomischer, da bekanntlich der Skorpion ihm entgegengesetzt ist. Kesil ist also der Arion in der Nahe der Sternbilder Widder'und Stier, und Kim ah ist das Sternbild Skorpion. Nun will ich noch das Wort pjpi, welches in der obengenannten Stelle (Herochol 58i) tftcfommt, besprechen. Das Wort Sikin erklärt Samuel daselbst durch £02*0, d. h. wie Raschi es erläutert: ein Stern, der lang wie eine Ruthe, blitzend Pfeile abzuschießen scheint; denn Sikim bedeutet Pfeile (Prv. 26) und auch im Syrischen heißt ttp'T ein Pfeil. Eben so heißt im jerus. Talmud, dessen Idiom dem Syrischen verwandt ist, ein Komet oder Kuchba de Schebit, analog der lateinischen Benennung Acontiae. Nun werden nach dieser Vorausschickung die obigen astronomischen Sätze Samuels klar: der erste Satz, welcher lautet"Dy IX) nScd (tffDttn N33D) "Dy *6” •ütiby DHfiD (für btt erste Hälfte des Satzes liest der jerüs. Talmud ">Dx üb Np’? |nN), welcher Satz ungefähr übersetzt werden muß: „Man lehrte (d. h. es ist eine allgemeine Erfahrung), daß nie ein Komet den Orion überschreitet, denn wenn er ihn überschritte, so würde er die Welt zerstören." Ich ersuche dich, Freund diesen Satz Samuels, der auf eine allgemeine Annahme zu beruhen scheint, zu untersuchen. Der andere Satz lautet: „Wenn nicht die Gluth des Kesil, so würde die Welt vor der Kalte des Kim ah nicht bestehen können, eben so umgekehrt". Denn das Sternbild Stier, in der Nahe des Orion, ziehet herauf mit dem Beginne der Gluth, d. h. der Kesil erscheint mit der Gluth, umgekehrt erscheint das Sternbild Skorpion oder Kimah mit de'r Kälte, beide also erhalten das Gleichgewicht. Daher sagt man 21py b'V DJS YQN. Der dritte Satz Samuels, welcher lauter: IN“? ’N ’T.ßJ nung steht isolirt und unbegründet da. Eben so wenig bieten Naschi's und Jbn-Esra's Beierklärungen, daß in diesem Sternbilde das Herz des Skorpion sei. Daß Kesil nach der Tradition der Orion sei, bestätigt unter andern auch Hieronymus, weicher sagt: Quoclque sequitur, Onona, qui Ebraice dicitur Chesil. S. die ganze Verhandlung: Concord. S. 564. Der Uebersi xpnö ^rn )kd b pi:n pn:o roDn ioppp aspij? "N 'IN *6 ranpy n'S wäre zu übersetzen: „Man lehrt (es ist eine Annahme), daß, wäre der Schweif des Skorpions nicht an der-Milchstraße gelegen, so würde fast Niemand leben, wenn ihn der Skorpion bisse"; denn dieses Sternbild des Frostes mildert nur die Strenge durch die Nähe der Milchstraße. Auch in dem talmudischen Satze (Chagiga 5a) f wo' Klippe dem NTiTPi entgegengesetzt wird, scheint darauf angespielc zu sein, und NNp-'M für ‘P'DD. gebraucht. Nun möge hier noch eine Talmudstelle erwähnt sein, die für unfern Gegenstand nicht unwichtig ist. Es heißt Berachot 586 i rmrp 2p im Vty XXO (d. i. Was bedeutet Asch? Rabbi Jehuda 'sagt: Juta). Rabbi Jehuda 'war ein tüchtiger Kundiger des Syrischen, wie man aus Sabbat 776 sehen kann, und auch hier scheint er das syrische fctfYPJ?, Jjuto, zu meinen, bei welchem das Ajin nach der Weise der Babylonier verschwand (vgl. ttppO für -4P2M, das N. P. d^pp. für im Lehrg. der aram. Idiome, und schon im Hebräischen rn? für nppi, entgegengesetzt dem Wu; eben so 2p?p für D'pjE/ von ähnlichem Stamme des u. 2t. in der Eoncord.) Ferner daselbst 21T 'pDK mv \ND H^JJH JW'n rh 'pfciStt nbtp. (d/ i. Was bedeutetJuta? Einige^ sagen der Schweis des Widders, einige aber das Haupt des Stieres). Es ist aber gleich, da bekanntlich beide nahe an einander sind. Ferner wird dort von Juto gesagt: ^ppp^ Kpp (d. i. und siehe, er ziehet zuletzt herauf). Die Alten betrachteten den Herbst als Jahresanfang, so daß natürlich erst Kimah und dann Ajisch oder Juto kommt. Bei dieser Auseinandersetzung des Gegenstandes wird uns auch eine talmudische Sage oder Agada verständlich, welche lautet: „Als Gott die Sündflutl) in die Welt bringen wollte, da nahm er zwei Sterne von nD'p und brachte so die Fluch, als er aber die Fluch wegschaffen und wegtrocknen wollte, da nahm er zwei Sterne von W)y und 'die Fluch versiegte." Denn Kimah oder das Sternbild des Skorpions ist Sinnbild der regenreichen Jahreszeit, wie umgekehrt Kesil oder Ajisch der heißen und trockenen. Auch die letzte talmudische' Stelle (Rosch ha-Schema 116) wird uns somit klar. Die Stelle heißt: „Rabbi Jehoschua behauptet (für den dort besprochenen Gegenstand): es war gerade der Tag des 17- Jjar, ein Tag, an welchem das Sternbild Kimah am Morgen verschwindet (denn das Sternbild Stier zieht am Morgen herauf und der Skorpion verschwindet), Rabbi Elieser aber behauptet; es war der 17. Marcheschwan, ein Tag, an welchem das Sternbild heraufzieht am Morgen (denn 'der Orion verschwindet damals). (Fortsetzung folgt.)