Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 11 (14.3.1840)
- Article
- Paris: neue Organisation des Cultus
- Date
- 1840-03-14
- Page
- 83 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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83 läßlich. 51) Der Minister kann auf Antrag des C. C. in Betreff des Alters dispensiren. 52) Jum Rabbinen und Unterrab. 25 I. und die Befähigung zum Morcnu, nach dems. Gesetz. 53) In Betreff der Bezirke v. Metz u. s. w. ist Kenntniß der deutschen Sprache nothwendig. Die min. oiF. werden von dem Cons. R-.des Bezirks geprüft. Außer Religionssachen müssen sie französisch verstehen, und in den vier Dep. auch Deutsch 54) Der Religionslehrer darf nichts lehren, was den Entscheidungen des großen Sanhedrin widerstreitet. 55) Bor der Installation haben alle Rabb. zu schwören, dem Könige der Franzosen, der Charte und den Gesetzen treu zu bleiben, alle ihre Kräfte, ihren Einfluß dahin zu verwenden, die Aufklärung unter den Israel, zu befördern, ihnen Sittlichkeit und Patriotismus einzuflößen. Die Cons. R. leisten den Eid dem Präfekten, der Gr. R. dem Minister, die andern Rabb. dem Cons. ihres Bezirks; die nun. oif. ihrem Rabbinen - Protokoll darüber wird ausgenommen und die über GR. R. und U.-R. dem C. C. überwiesen. 56) Wird die Stelle des Gr. R. vacant, so wird vom C. C. unter Genehmigung des Ministers eine allgemeine Concurrenz ausgeschrieben, wozu alle Rabbinen, mit dem Diplom zum 2ten Grade, binnen 2 Monaten sich melden können. Eine vom Minister ernannte Commission von acht Mitgliedern, unter dem Vorsitze des Präsidenten des C. C. entscheidet. 57) Wird die eines C. Id. vacant, so wird eine gleiche Concurrenz eröffnet, wozu auch U.-R. (mit Befähigung nach 50) und die Schüler der Central-Rabbinenschule sich melden können. Die Commission, welche entscheidet, besteht aus 6 Notabeln, aus dem betr. Bezirk, unter Vorsitz des Präsidenten des Dep. C. 58) Rabbinate und U.-R. werden besetzt mit Eleven der Metzer Rabbinenschule, wenn sie die Bedingungen von 52 leisten und den Grad als Bachelier es-Ietcres erlangt haben. Wenn sie nicht Individuen genug liefert, ist jeder Andere zulässig. (Schluß folgt.) Deutschland. Wien, 3. März. (Forts.) Jedoch, bei aller Mannigfaltigkeit ihrer Erscheinungen, bei allem Wechsel ihrer Gestaltungen, und bei ihren spärlichen Leistungen hat sie dennoch einen Anspruch sich erworben. Alles was sie je war und geworden, ist aus der Fülle innerer Strebekcast hervorgegangen. Was im letzten.Dezennium rege geworden, ist hier der Ort nicht zu besprechen. Jedenfalls hat Dr. A. Geiger das schöne Verdienst, durch seine wissenschaftlich-theologische Zeitschrift den ersten und kräftigsten Impuls gegeben zu haben, und, wir können nur mit wahrhafter Sehnsucht dem Ende der Brachjahre dieses Journales entgegen sehen. Wie schön und resulratenreich sich dieser erste Impuls erwiesen, sehen wir aus der bald darauf erschienenen allgemeinen Zeitung des Judenthums, den Annalen von Jost und aus dem „Orient" und der „Synagoge" von Adler. Jedes dieser nebeneinander bestehenden Journale hat ein eigenes Gebiet gewählt und seine Tendenz mit engen Schranken umzogen. Jedes hat seinen eigenen politischen, historischen oder wissenschaftlichen Gesichtskreis. Jedes saßt mit besonderer Berücksichtigung eigene Erscheinungen ms Auge, und keiner fremden Gunst sind sie für den Lorbeer verschuldet. Mögen einige, wenn auch übrigens verdiente, würdige und achtbare Männer, dieweil sie außer dem Gesichtskreise ihres hauptsächlichen Wirkens und dem Zentralpunkte ihres regsamen Strebens leben und mit dem innern Triebwerke ihres allmaligen Vorschreitens desto unbekannter, je mehr sie durch die Form und den Geist ihrer Erziehung und ihres Studiums dem innern wahren Geiste dieser Literatur entfremdet wurden, ihr jeden Anspruch auf Nationalität entreißen und absprechen, wir meinen es anders, und glauben es von unserm Standpunkte aus besser wissen und übersehen zu können. Noch besitzen wir Männer, die im Geiste des alten unverfälschten Hebräismus schreiben und deren Namen wir mit Hochgefühl nennen dürfen. Sollten einige Leichtfertige, die nach fremden. Schöpfungen Hinsehen, den gänzlichen Untergang der Nationalität herbeizuführen im Stande sein? Oder schreiben Kohn, Almanzi, Luzzatto, Reggio, Letteris kein echtes Hebräisch? Indem wir die Aufmerksamkeit unserer Leser auf die vorzüglichsten Erscheinungen der Neuzeit, so weit diese bekannt, zu richten uns bemühen, was wir von Zeit zu Zeit in fragmentarischen Beiträgen fortzusetzen gedenken, um den Fortgang dieses wichtigen Literaturzweiges in unserm Vatertande mit aufmerksamen Auge zu verfolgen, eröffnen wir die Revue mit: Nir David. Ein Epos in zwanzig Gesängen von S. Kohn. sWien, bei Ed. v. Schmidft Wenn schon die Reichhaltigkeit und Ergiebigkeit eines an sich großartigen Stoffes, im epischen Prachtgewande uns vorgesührt, zu den schönsten und höchsten Erwartungen uns berechtiget; um so mehr muß es dies, so derselbe von der kunstgeübten Hand eines trefflichen, accreditirten Meisters, dessen Name langst in den Annalen der hebräischen Literatur rühmlichst verzeichne:, geboten wird. Das Leben David's ist so reichhaltig und epochenreich« so bedeutungs- und inhaltschwer, daß es ohne erst Zuflucht zu episodischen Nothnageln nehmen zu müssen, und ohne den Vorwurf unnörhiger Längen auf sich zu ziehen, immer genügenden Stoff und reiches Material zu drei epischen Dichtungen in sich trägt und liefern könnte-.. Und nun Kohn, dieser edle Rest aus dem schönen Blü-., thenalter der Meassim, der unübertreffliche Sänger des Mattaö Kedem, dieser ehrwürdige Veteran der ftebrdU schen Literatur, hat die einzelnen Bilder der wichtige sten Epochen aus dem wechftlvollen Lebendes königlichen Psalmisten zu einem vollsiändigen und ganzen .Lebens U•