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Der Orient · 1840-02-29 · 9 (29.2.1840) · p. 134

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
9 (29.2.1840)
Article
Sendschreiben ... an Chajim Selig Slonimski
Date
1840-02-29
Page
134 (sequence 2)
Language
German
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136 135 Sendschreiben von S. I. Rapaport. Mittheilung von S. Munk in Paris. Wesen, vorhanden war; und als Antwort auf diese Frage heißt eö (93. 7): damals sangen die Sterne der Frühe, und die Söhne Gottes spielten laut (bei diesem großen Wettenbau). ~~ Entschuldige, lieber Freund, diese Abschweifung, ich kehre zu deinem' Merkchen zurück, um mich daran zu ergötzen; denn aus diesem kttinen Theil deiner Studien, sehe ich, was du wirst leisten können, und gewiß wirst du Großes leisten in deinem zu erwartenden großen Werke, welches du nächstens herausgeben willst. Auf zwei oder drei Dinge möchte ich dich aber vorerst aufmerksam machen, die, an sich unbedeutend und geringfügig, dennoch das Ansehen eines Buches vergrößern oder verkleinern können. 1) Auf eine sorgfältige Correktur, die vorzüglich bei mathematischen und astronomischen Schriften höchst nothwendig ist, da sehr leicht ein .Fehler in den Vordersätzen den Leser so ganz irre führt, daß alles Uebrlge wie ein versiegeltes Much vor ihm ist. Leider sehe ich aber, daß du in deinem Buche keine sorgfältige Correktur gemacht, oder machen lassen; so heißt es z. B. S. 7. zu Ende: am Anfänge des 14. Jahrhunderts ("V») flaut der berühmte Astronom Kopernikus auf, und es sollte doch „des 16. Jahrhunderts heißen (^). *) Solche und ähnliche Fehler haben sich eingeschlichen, weil du nicht im Druckorte warst; ich gebe dir aber den freundschaftlichen Rath, in Zukunft kein Buch zu veröffentlichen, wenn Lu nicht selbst wahrend des Druckes dein Augenmerk-darauf richten kannst. 2) Wirst du durch deinen Scharfsinn verleitet, die leichteren Gegenstände ohne Beweise und ohne die gehörige Ordnung hinzustellen. So z. B. hast du bei jedem Planeten, der sich uw die Erde dreht, die Dauer seines Laufes bestimmt, nur bei Merkur (2rVD) und Jupiter hast du diese Dauer nicht angegeben; freilich findet der Leser (S. 39) in der Tabelle die Dauer ihres Laufes angegeben, aber es ist dem Leser unangenehm, sie'hier zu vermissen. 3) Scheinen mir unter den Beweisen, daß die Erde um die Sonne geht, die schlagendsten und treffendsten zu fehlen. — Doch da ich schon eine geraume Zeit diese Studien beiseit 'gelegt, du aber doch gewiß die neuesten We^e benutzest, so will ich mir kein Urtheil darüber anmaßen. Ich will lieber zu andern, das jüdische Alterthum näher angehenden Gegenständen übergehen. — In Bezug auf den berühmten Astronomen Ptolemaus, den du irrthümlich König von Alexandrien genannt hast, kannst du dich damit trösten, daß du weder der erste noch der.zweite bist, der in diesem Jrtthume befangen ist. Fast alle arabischen Gelehrten des Mittelalters, und nach ihnen die jüdischen Gelehrten, ihre Uebersetzer, haben den gelehrten Ptole- Zu meinem Bedauern habe ich gegen zwanzig solcher Druckfehler m meinem Werkchen bemerkt, welche der Correkcor übersehen hat. s Slonimsri. maus aus Pelusi'um irthümlich so benannt, nach, der bekannten mittelalterlichen Sitte, unbekanntere Namen mit bekannteren zu vertauschen, ohne nach historischer Genauigkeit zu fragen. (Fortsetzung folgt.) Literarische Notiz» Ben-Ab bas' Widerlegungs-Schrift gegen den Kusari, b c 111 elt: Bei der Veröffentlichung meiner Arbeiten über den Kusari handelt es sich nicht so wohl um das Buch Kusari, als um die Briefe des Chasdai und des Chasaren -Königs, die ich zu corrigiren versucht und mit Anmerkungen begleitet habe, aus denen die Echtheit beider Briefe hervorgehen soll. Ich will diese kleine Arbeit, sobald ich Muße habe, vornehmen, und zugleich einige Stellen des Kusari im arabischen Original beifügen. Meines Wissens existirt nur eine Handschrift des Kusari in Europa, nämlich in der Oxfocter Bibliothek, in welcher das erste Blatt fehlt, und die überhaupt ziemlich fehlerhaft ist, so daß, wenn nicht erst noch andere Handschriften zum Vorschein kommen, an eine arabische Ausgabe des Kusari nicht zu denken ist. Höchstens kann man nach der Orforter Handschrift hie und da einige Stellen citiren; aber auch in den wenigen Auszügen, die ich mir gemacht habe, und die ich veröffentlichen will, mußte ich manches nach bloßer Konjectur corrigiren. Ich bestimme für den Druck die Einleitung des Buches bis zu der Stelle, wo der C Hab er erscheint, und die bekannte Stelle über die hebräische Sprache. Die Handschrift ist zu Damaskus ün Jahre 1774 der Seleuci'oischen Aera (1463) geschrieben; sie schließt mit einer interessanten Notiz, die folgendermaßen lautet: Q&jbb «in nun’ H nin« dWp jW p p'p .P'PnPtt pPx ii-M 'v WnPw hirhx sarcr rppjj juj? fphX DN3j; p NÖD’ p'DJN Ti’Pj? 3w Dh d. h. Als Nabbi Jchuda Halewy dieses Buch ins Publikum brachte , betitelte er es, wie man sagt: das Buch des Beweises und der Argumentation, zur Hülfe der verachteten Religion. Dann schrieb gegen dasselbe ein Mann, Namens Ben-Abbas: das Buch der Widerlegung und der Vereitelung. — Dieser Ben-Abbas ist wahrscheinlich der Sohn des I e h u d a A b b a s, von welchem es, im Lachkemoni (Kap. 3) heißt: ynnni nfcj dr^Dn - fns p "ppin drin d.v und sc> wissen wir nun, auf welche Nip35 Chans: anspielt. S. Munk.

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