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Der Orient · 1840-02-29 · 9 (29.2.1840) · p. 133

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
9 (29.2.1840)
Article
Bemerkung zu obiger Recension
Date
1840-02-29
Page
133 (sequence 2)
Language
German
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133 Sendschreiben S. I. Rapaport's an Ch. S. Slonimski. 134 den Spanier Gabirol, nicht für den tiefsinnig und dunkel schreibenden Bavylonier aus Dor Rugmcn Auch Heidenheim in seinem Verzeichniß der Pajthanim hat beide verwechselt; Herr H e i m a n n M i ch e l hat in dem von ihm besorgten Abdruck der trefflichen Heidenheim'schen Monographie in einer parenthetischen Anmerkung darauf aufmerksam gemacht. F ü r st. Sendschreiben Salomo Z ehn da Rapaport's an Chajim Selig Slonimski, das B u ch K u ch b a d e - Sch e b i t b e t r c f f e n d. *) Auch das zweite Schreiben von Dir erhielt ich durch die Post, so wie dein treffliches Werkchen Kuchba de- Schebit durch einen Reisenden; über beide freuete ich mich, Herzlich aber über letzteres. Was ich seit meiner Jugend zu sehen gewünscht,-, habe ich nun endlich .gesehen, nämlich ein hebräisches Buch, in schönstem Style abgefaßt, über einen Theil der ausgezeichnetsten astronomischen Wissenschaft, wie sie durch die jüngsten Forscher neu und groß geworden, und zwar von einem gelehrten Verfasser, der tief in diese Wissenschaft gedrungen. Ich preise dich glücklich, Freund, daß dir ein so liebliches Loos zugefallen, wie die Beschäftigung mit eurer -so ausgezeichneten Wissenschaft; daß dir Gott ein so weises und einsichtiges Herz geschenkt, ihre Annehmlichkeiten einzusehen, um in ihrem Tempel zu weilen. -Ich denke wehmüthig an die Tage meiner Jugend zurück, als ich selbst noch an den Pforten dieser Wissenschaft unermüdet verweilte; wie herrlich erschien sie mir da! Meine Seele war damals von einer namenlosen Freude erfüllt, mein Herz überströmte von Dankgefühlen gegen den Allweiftn und Allmächtigen, den Gründer eines so wunderbaren harmonischen Weltbaues, wunderbar sogar nach dem Wenigen, was die Forscher Keppler, Newton, Hirschel und Bode davon erfaßt und begriffen. Wir können nie unserm Schöpfer genug dafür danken, daß er den Men- ° schen die Gabe des Verständnisses und dem Sterblichen, Staubgebornen die Gabe der Einsicht geschenkt. Durch dieftWabe vermögen wir bis zum Himmel der Himmel vorzudringen, und die Gebiete der .Höhe zu begreifen; wir verstehen durch sie die Sonne, wie sich die elf Planeten vor ihr beugen,-wenn sie sich ihr von einer Seite nähern und von ihr angezogen werden, oder wie sie wieder von ihr abgestoßen werden; wir sehen, wie die Planeten ewig um die Sonne kreisen und nie mit ihr zu- *)"Sämmtliche in diesen Blättern von Rapaport und andern slavischen Gelehrten mitgetheilten Correspondenzen und Arbeiten sind von dem Redakteur aus dem Hebräischen übertragen. sammenstoßen, wie Myriaden Sonnen sich noch in dem Raume bewegen und in der Nacht nur wie Goldpunkte glanzen. Bei all unserer Kenntniß des Himmels, kann dennoch Niemand genau bestimmen, wie viele Sterne um jede dieser Sonnen kreisen, während die Sonnen selbst um den großen blitzenden Sirius wandeln; Niemand den noch fernern durch Fernröhre noch nicht gesehenen Planeten, um den selbst der Sirius mit seinen Myriaden Sternen den.Kreislauf machen. Mein Herz erbebet schon vor den Wundern, die es begreift; wenn ich aber erst in das Unendliche hinabsteigen soll, das ich nicht begreift, da kommt's mir vor, als schweift ich irrend in irreführenden Paradiesen umher, in endloser Wonne und Liebe, abwechselnd träumend und wachend, und von meinen Lippen ertönet die erhabene Dytherawbe des Psalmisten: Wie vielfach sind deine Werke,, o Jehova,/sie^ alle hast du mit Weisheit gemacht. Dürftn wir uns dann über den mystischen Ausspruch des Pythagoras wundern, wenn er meint, daß'die Kreisgange der Planeten ihm wie eine harmonische Musik erscheine, die das Ohr erfreuen? Einige wollen sogar diesen Pythagoräifchen Gedanken in Job (38, 7) finden, wo es heißt: „Wenn die Sterne der Frühe .harmonisch singen"; vielleicht deutet die Schrift dieses auch wirklich.an. Mir scheint in diesem Verse ein anderer Hauptgedanken zu liegen. Die. Männer des Ostens haben bekanntlich die Sitte, Alles mit Gesang und Saitenspiel anzusangen und zu beschließen, namentlich war es bei den Königen in Persien ein Brauch, bei Gesang und Spiel aufzustehen und sich niederzulegen. Biele Exegeten .erklären in diesem Sinne die Stelle im Daniel (6, 19): „er übernachtete fastend und Saitenspiele (^INN) brachte man nicht vor ihm," indem sie ssNN als transponirt aus ftNN betrachteten, bezüglich auf die erwähnte Sitte, oder,- wie es Gesenius gethan, jINN als Stoßinstrument auffassend. Die;e Erklärung hat etwas für sich,1 wenn man die Lebensweise der Exilfürsten betrachtet, die bekanntlich in ihren Häusern die Sitten kleiner Könige des Ostens annahmen, so wie die Nesiim in Palästina in ihrem Hause den römischen Kaisern nachahmten. Die Exilfürsten nämlich legten sich schlafen und standen auf bei dem Klange des Saitenspiels, und Mar- Ukba -rügte sogar einen solchen Rösch Galuta deshalb/ und schrieb ihm den Bibelspruch btt ‘WM’ (j. Megilla L, 3). Eben so bediente man sich des Saitenspicls , wenn, man irgend etwas Großes ansing, namentlich wenn man ein Haus' aufbauete, wie es beim Erbauen des zweiten Tempels geschah (Esr. 3,10). So ließe sich vielleicht die. erwähnte-Stelle in Job in folgender Weift erklären: Kapitel 38, 4 fragt Gott den Sjob: wo warst du, als ich den Grund der Erde machte? u. s. w., oder wer hat ihren Eckstein gelegt? d. h. nach dem poetischen Bilde: wer waren die Tonkünstler und die Sänger bei diesem großen Bau, da noch kein erschaffenes 9 *

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