Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 9 (29.2.1840)
- Article
- Berlin: Statistik der Juden in Preußen
- Date
- 1840-02-29
- Page
- 71 (sequence 4)
- Language
- German
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71 striches von ganz entgegengesetzten Verhältnissen. Es wohnten nämlich Juden in den Kreisen überhaupt wovon auf dem Lande Siegen . . . 19 . * . . 13 Waldpröl . . 23 . - . . 23 Olpe . . . 47 ... . 28 Wipperfürth, worin sich gar keine Juden befinden Lennep . . . 24. . . . . Hiervon gehört der Kreis Olpe dem Herzogthum West: salen, Waldbröl, Wipperfürth und Lennep aber dem Herzogthum Berg mit demselben einverleibten Herrschaften an. Auf der Eissel und dem angrenzenden hohen Veen ist die Zahl der Juden besonders gering in nachstehend benannten Kreiftm Es wohnten nämlich Juden in den Kreisen überhaupt wovon auf dem Lande Adenau .. 13 .... 13 Daun . . — . . . . — Prüm . . 8 . . . . — Birburg . . 15 ... . 6 Malmedi . — . . , . ■— Eupen . — . . . . — Montjoie . . — . . . . — Bon diesen Kreisen gehört Adenau zum Regierungs- Bezirke Koblenz; Daun, Prüm, Bitburg zum Regierungs- Bezirke Trier; und Malmedy, Eupen und Montjoie zum Regierungs-Bezirke Aachen; mittelst derselben grenzen diese drei Regierungs-Bezirke auf der Eissel aneinander. Dagegen wohnten an den Ufern der Ahr, des Rheins, der Mosel und Nahe eine zahlreiche Judenschaft auf dem Lande. (Schluß folgt.) Leipzig, 21. Febr. In Kurzem wird hier ein poetisches Werk gedruckt werden, das mit Recht die Aufmerksamkeit aller Freunde der muhebraischen Literatur in Anspruch nehmen dürste, und daher in diesem das literarische Leben des Judenthums vorzüglich schildernden- Blatte eine Ankündigung verdient. Es ist dies ein neuer moderner Diwün neuhebräischer vortrefflicher Dichtungen von Moses Mendelssohn in Hamburg, der im Publikum als Schriftsteller schon bekannt ist- und dieser Diwün führt den bedeutsamen Titel bsn Der Verfasser hat das Werk, welches in großem Lexikon- Octav und mit Quadratschcift gedruckt werden wird, ohne .Honorar zu verlangen, hier einer Handlung übergeben, damit es auf das Schönste ausgestattet werden möchte. Das Pene Tebel ist ganz nach der Weift der berühmten Machberor des unsterblichen Immanuel geordnet und verfaßt, alle Verhältnisse des Lebens, alle Strömungen des Geistes erfassend und darstellend, und selbst in Bezug auf die Sprachmeisterschaft ist es den Machberot verwandt. Leipzig ist aber auch der einzige Ort in Deutschland, wo die Httausgabe von neühebräischen Werken möglich ist, da die vollendete Typographie'und die Leichtigkeit und Vortheilhaftigkeit des buchhändlerischen Verkehrs einigermaßen die Möglichkeit eines Absatzes Herausstellen. Denn das kaufende Publikum ist sehr gering, geringer noch als der Sinn für wohtthattge Institute in Israel etwas mitzuwirken. Nicht blos die Geldreichen kaufen keine Bücher, die das Judenthum und die jüdische Literatur betreffen, sondern selbst die Rabbinen, die solche' Bücher zu ihrer eigenen Belehrung brauchen könnten, kaufen keine, weil sie auch alte Bücher nicht kaufen, da sie wie die Pfaffen im Mittelalter in ihren - Pfründen die volle Genügsamkeit finden. Leipzig hat in den letzten Jahren bei der geringen Anzahl der Verehrer der jüdischen Literatur das Meiste dafür gethan, mehr als irgend eine Stadt in Deutschland, mehr als Wien und Frankfurt, wo das tägliche Brod gebacken wird. Hier sind in den letzten Jahren die zwei ausgezeichneten schönen Bibeln des alten Testaments.herausgekommen, und eine dritte sogar mit der gegenüberstehenden Vulgata; die schöne Ausgabe der Septuaginta, die Geschichte der jüdischen Poesie, das Lehrgebäude der aramäischen Idiome, die Peclenschnüre aramäischer Gnomen und Lieder, Aunz's Namen der Juden, die große Concordanz, Jesurun, die samaritanische Grammatik, die Herausgabe des Mosene Aedek von Alghazali, das An Nohem und ähnliche Werke, das zeigt, wie Leipzig und seine Literaten qualitativ und quantiriv das Meiste zur Belebung des jüdisch-literarischen Lebens gethan. Und diese Productivität, von den edelsten geistig reichen Kräften angeregt, nimmt beständigzu, in dem Maße der Sinn für Wissenschaft sich verbreitet. Don Dr. Delitzsch ist das treffliche Werk des Karäers Nozer Emunim mit reichhaltigen Prolegomenen, ein Werk, das fast den More• übertrifft, fertig geworden. Von dem Herausgeber des Mosene Aedek, Dr. Goldenthal, erscheint die Rethorik des Aristoteles, nach der Bearbeitung des Jbn-Roschd, in der hebräischen Übertragung. Von der Concordanz ist so eben das elfte Heft erschienen, wo die Concordanz der Stellen geschlossen und beendet ist, und noch vier Jndices darin sind: 1) In decc eiy m o logie u §, worin der ganze hebräische Sprachschatz in etymologisch - alfabetischer Ordnung zusammengestettr ist, mit Hinweisung aus deren Erläuterung im Werke selbst; 2) Onomasticum aaernuK worin sammtliche Eigennamen der Bibel umschrieben, erläutert und durch Parallelen auö den Klassikern erhellt sind. Als Anhang zu diesem Onomasticum sind in alfabetischer Ordnung sammtliche punifthe und phönizische Eigennamen, wie sie bei den griechischen und römischen Klassikrrn, auf Gemmen, Denkmälern und Münzen sich befinden, erläutert und überseht; 2) Lex-idion a r a m a i c u ■?& . i a l m u d i c u m e i n e 9 ri e h r a i - c*n tn 3 worin mehr Vokabeln Vorkommen, als Buxtorf in seinem Lexicon hat, und endlich 4) Propyläen