Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1840)
- Article
- Pesth : Donauüberschwemmung ... [Nachricht]
- Date
- 1840-02-22
- Page
- 64 (sequence 2)
- Language
- German
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64 als was seines Berufes heilige Pflicht wäre, gethan, erwiederte. Herr Herrmann Löwy ist gegenwärtig Deputirter der israelitischen Angelegenheiten beim Landtage zu Preßburg. Groß und segenreich sind die Erwartungen, zu welchen der humane, tolerante Sinn der edeln, großherzigen Stände und Magnaten, die israelitischen Bewohner Ungarns berechtigen. Und wir hoffen, Ihnen bald zum Heil gediehene Resultate mittheilen zu können. Der anonyme Verfasser der schönen Schrift: „Winke und wohlmeinende Rathschlage für israelitische Schulen" (Leipzig, bei F. A. Brockhaus, 1834), der königl. hebräischdeutschen Primar-Haupischule-zu Preßburg besonders zugeeignet, abgefaßt nach einem Besuche derselben, ist jüngst hier gestorben, und hat der Bibliothek dieser Schule seine gesawmte Hausbibliothek schenkungsweise zugeeignet. Schon längst vor seinem Tode hatte der edle Menschenfreund die Schenkungsakte in den liebreichsten Ausdrücken abgefaßt, den würdigen Vorstehern Herrn Schwabacher und Kohn zugesendet und sich nur erbeten, ihm dieselbe während seines Lebens zum Gebrauche zu belassen. Bereits hat der Vorstand nun diese klassische, gehaltreiche Bibliothek dankbar in Beschlag genommen und dieselbe nach Preßburg abgeführt, allwo eiu besonderer Bücherkasten mit dem Namen des edlen Verstorbenen geschmückt, als ewiges Denkmal christlicher Teilnahme an israelitischen Angelegenheiten, dieselbe aufnehmen soll. Noch ist es uns aber nicht gestattet, aus mehrfachen Gründen/den Namen des edlen Verblichenen zu nennen. Indem der würdige Vorstand nur nach eingeholtem Konsens von den Erben desselben vorsichtiger Weise öffentlich seinen Dank auszusprechen gedenkt. Deutlicher und mehr hierüber spater. Rußland. Krzemittiee, 5. Jan. (Fortsetzung.) Um das Fest der Himmelfahrt, fahrt Marinrus fort, pflegt zu Krakau vorzüglich von den Studenten (es ist jedoch gewöhnlich die Hefe des Volkes und der müßige Haufen des niedrigsten Trosses) eine ungestrafte Metzelei unter den Juden angestellt zu werden, wie dies vor zwei Jahren und erst noch in diesem Jahre Zu Lemberg geschehen ist. Man giebt vor, ein altes Privilegium dafür zu haben, in der That ein wunderliche Sache. Und man mordet nicht allem die Juden, sondern beraubt sie auch ihrer Güter, um deren willen vorzüglich die Aufstande entstehen. Ist das eine Sitte, würdig der Studiosen der liberalen Wissenschaften, welche die Charaktere mildern und keine Roheit, geschweige Dieberei zu lassen? (nee sinunt esse feres. mu/fo minus für es). Aus der Hölle , abgeleitet ist diese Folgerung: Er ist ein Jude, deshalb kann er getödtet werden. Doch laugne ich nicht, daß auch dadurch ein schlechtes Beispiel gegeben werde, daß man an Inden in Polen Zölle und Steuern vcr, pachtet und ihnen so eine gewinnreiche Ernte und die Gelegenheit verschafft, das Vermögen und die Einkünfte der Christen durch Wucher und Betrügerei an -sich zu ziehen. Soll ich die Wahrheit gestehen, so befinden sich die Kosaken aus keinem andern Grunde noch heute im Zustande der Empörung, als weil sie durch die grenzenlose Unbill der königlichen Beamten, so wie durch die unmenschliche Habsucht der Juden beinahe ganz erdrückt sind. Chmielnicky bezeugte in einem Schreiben an unfern König Wladislaus 111., daß die Kosaken nicht länger den Uebermuth der königlichen Präfekten und die unerträglichen Aussaügereien der Juden ertragen könnten, wie Joachim Pastorius erzählt (Heit. Hnßlu Cosacoici ab. 1.). Dennoch könnten die Juden nicht wohl aus dem polnischen Reiche vertrieben werden, weil die Bevölkerung so auf eine nicht geringe Weise geschwächt werden würde. Von ganzen Städten unb Flecken in Polen haben fast lediglich nur die Juden Besitz. Und nicht allein, daß die Zahl der Bewohnerschaft so bedeutend gemindert würde, auch eine große Masse Reichthümer und die Lebhaftigkeit und Blüthe des Handelsvertricbes würde dem Lande entzogen werden. „Die Menge der Juden," sagt Marian a (tiisl\ Hi span. XXXVJL 1), „die aus Spanien auswanderten, kann nicht wohl auf eine bestimmte Zahl zucückgeführt werden. Die meisten Schriftsteller behaupten, daß 1/0,000 Familien auswanderten, nach Andern beläuft sich die Zahl nur auf 80,000 Köpfe. Eine große Zahl, größer, als man zu glauben geneigt sein wirdweshalb viele das Decrec Ferdinands für staatsunklug Halten, da er eine so zahlreiche Bevölkerung, die alle Quellen des Erwerbs kannte, aus dem Vaterlande entfernte. Zu einem desto größeren Gewinn und Vortheil gereichte dies für diejenigen Provinzen, in die sie einen großen Theil der spanischen Reichthümer, Gold, Silber, Edelsteine und kostbare Zeuge mit sich einsührten. Johannes U., König von Portugall, speicherte große Schätze aus, wie wir oben aus dem ersten Buche des Conestagins erzählt haben^ Denselben Zuwachs erfuhren andere Provinzen, welche die Juden in ihren Schooß ausnahmen zugleich mit ihren großen Reichthümern. Spanien hingegen stand unmittelbar darauf seiner Geldmittel beraubt, so wie seiner Bevölkerung entleert da, wie selbst Didaco Saavedra (Symb. FoL 28) zugesetzt und deutlich darthut Hubert Thomas 4:eobius (AnnaL <U Vita Friäerici 1. Elector. Falat.), welcher sagt, daß namentlich das mittägige Spanien die Gestalt einer unfruchtbaren Wüstenei bekommen habe. Dies ist die Folge eines zügellosen Fanatismus; nur die Gewissensfreiheit könnte diese Wüsten wieder in blühende Auen verwandeln. (Fortsetzung folgt.) Verlag von G. L. Fritz sch c« Druck von I. H. N a 0 2 U