Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 7 (15.2.1840)
- Article
- Die gemischten Ehen
- Date
- 1840-02-15
- Page
- 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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m Die gemischten Ehen. Literarische Ankündigungen. 112 immer im Stuhle still zu sitzen. Jndeß sagt schon Rabbi Elieser, düs; sie dabei viel lange Weile haben würde, und empfiehlt ihr, wenigstens in Wolle zu arbeiten. Unsere Damen machen übrigens auch nicht viel mehr, wenn sie auch keine vier Mägde haben. Ueberdieß haben die Jüdinnen in diesem Fall nur das Recht, still zu sitzen, keineswegs die Verpflichtung. Sie würden dabei melancholisch werden, besorgt Rabbi Elieser. Sie sind also nicht gehindert zu arbeiten, nicht gehindert sich den christlichen Ehe-Gesetzen zu unterwerfen. An und für sich ist daher die'Ehe zwischen Juden und Christen, weil ein Jude sich den christlichen Ehe- Gesetzen zu unterwerfen in keiner Weise gehindeet ist, nach Preußischen Gesetzen zulässig. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. s16.j Bei C. Berger in Leipzig (Ritterstraße Nr. 28) befindet sich eine große Zahl jüdischer, alter Werke zum Verkauf, und derselbe bittet die Kauflustigen, sich in portofreien Briefen an ihn wenden zu wollen. Die Bücher sind aus der talmudischen, grammarischen, poetischen und ritulen Literatur der Juden, und der Verkaufspreis verhältnißmätzig sehr gering. [17*] Bei C, L. Fritzsche ist folgendes hebräische Werk erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: "1ÖD ' DIN j " üÖ K £> l C o d c r Aramäische Grammatik, ü der das biblische, targumische und talmudische Aramäisch. V o n Efraim Israel Blücher. In 8. Preis 20 Gr. Dkr erste Theil, welcher dem zweiten, der Grammatik, beigedruckt ist, führt den besonderen -Titel Magid m e-Rösch it, und bespricht in sechs Kapiteln die nöthigen Vorstudien zur aramäischen Sprachkunde, worauf dann die eigentliche Grammatik folgt. Inhalt der Vorstudien: 1) Vorzüge der aramäischen Sprache und deren .Wichtigkeit. Das Bat-Kal wurde in aram. Sprache vernommen. — 2) Das älteste Studium der Sprache. -7- 3) Die Fehler in den Targumim aus Mangel der grammatischen Kenntniß. Die Sprache der Targumim ist wie Hebräisch nothwendig zum Verständnis; des Indenthums. 4) Das Studium der aram. Sprache ist eine Pflicht. — 5) Geschichte der aramäischen Sprache. Ueber Chaldaisch und Syrisch. Die weitverzweigten Dialekte des Aramäischen. — 6) Eigentümlichkeiten des Jüdisch - Aramäischen. Das biblische Aramaisch. Das targumische Aramäisch. — Das vulgare Aramäisch ln den Talmuden, Midraschen und rm'Sohar. — Die Grammatik selbst zerfallt in 18 Abschnitten, die in 142 Paragraphen die aramäische Formenlehre erschöpfen. Der Verfasser hat die besten Grammatiken benutzt, namentlich das Lehrgebäude der aramäischen Idiome von Fürst auszüglich übersetzt. [18/] Bei M. I. L a n d a u in Prag ist so eben erschienen und durch btn Unterzeichneten zu beziehen: NUN' N2 n^nm ober Liedersammlung aus demDiw&n des «Feliuda Slalewy, in i t Einleitung und Anmerkungen von Samuel David Luzzatto, Prosr ssor am Collegium Nabbinicum zu Padua. In 8. * Preis 10 Gr. In der Einleitung Luzzatto's wird die Vorrede des Ibn- Esra'schen Werkes Schaar ha - Schamajim mitaethcilt, dann über das Leben des Dichters, über 50 seiner Freunde, denen er Dichtungen gewidmet, über die Oekonomre des Diwän ausführlich gesprochen. Die Liederprobe Halvwy's beträgt hier 44 an Zahl, der Diwan aber, den Hr. Luzzatto besitzt, enthält 816 Dichtungen, und dieser ist dennoch sehr unvollständig. C. L. Fritzsche. [19*] In Wilna ist erschienen, und sowohl durch den Verfasser als auch durch jede beliebige Buchhandlung daselbst kann bezogen werden folgendes hebräische Werk: O KH D Ö N 81N ni3'i i “i n 3 ni^a:nn n -> j n ■uj ij’D’3 ntynnnr^' d- Von Isaali Heer Lewinsolui. In 8. Preis 16 gGr. n. In.der neuern Zeit haben sich in einigen Provinzen Rußlands die mittelalterlichen Beschuldigungen, den Bedarf des Blutes betreffend, wieder erneuert, und sehr viele Familien sind unschuldiger Weise eingezogen und erst nach langer Zeit wieder befreit worden. Das Lewinsohn'sche Werk ist das eük zige, welches durch reiches Material diesen Gegenstand erschöpft, und die Dialogform, in welcher das ganze verfaßt ist, und die zahlreichen Repliken auf Anschuldigungen des Iudenthums, die beiläufig eingcstreut sind, und die frappanten Bemerkungen aus dem jüdisch-russischen Volksleben fügen der Nützlichkeit des Buches noch bk Annehmlichkeit hinzu. Verlag von C. L. Fritzsche, Druck von I. H. Naget.