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Der Orient · 1840-02-15 · 7 (15.2.1840) · p. 106

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
7 (15.2.1840)
Article
Moses Ben Esra aus Granada [Rezension]
Date
1840-02-15
Page
106 (sequence 2)
Language
German
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108 107 Leop. D u k e s : Moses Ben Esra sich in Tunis, wo noch viele handschriftliche Werke jüdischer Gelehrten vorhanden sind, ebenfalls erhalten hat." Soweit der erste Paragraph, in welcher des Hcn. Dukes Belesenheit in seiner Blüthe prangt. Der Text, aus welchem wir obige Zeilen, auch als Probe seiner Darstellungsweise, gewählt haben, schwimmt nur wie eine kleine Barke auf einem Meere von Anmerkungen, in welchem zuweilen Perlen litterär-historischer Forschungen zu finden sind. Wichtig ist auch die Angabe, Mose Ben Esra 1137 noch lebte. Die jüdischen Geschichtschreiber lassen ihn 1080, Wolf 1100 und der Verfasser der „ Ehrensäulen" gar nach 1358 sterben (Siehe daselbst S. 56). Dies jedoch und das Geständnis, nicht das Geringste mehr über die Lebensumstande des Dichters zu wissen, ist Alles, was Hr. Dukes thut, um die Titelworte „Darstellung seines Lebens" zu rechtfertigen. Eine naive Unkunde zeigt er bei dem epitketon ornans welches dem Dichter mehrere spätere Juden beilegten; wir sagen naiv, denn wir staunen, daß ein Mann von solcher Kenntniß des Neuhebräischen über die Bedeutung des Wortes zweifeln konnte. Mose Ben Esra steht bei seinen Glaubensgenossen als der fruchtbarste und vorzüglichste Dichter von Bxrßgebeten (niiT6p) in hohem Ansehen; schon sein jüngerer Zeitgenosse, der Geschichtschreiber der Juden, Abraham Ben Daud, führt ihn als solchen mit großen Lobeserhebungen an. Was Wunder nun, daß man ihn der Dichtungen wegen, die mit dem meisten Erfolg gekrönt waren, b. h. Dichter der nannte? Es ist ebenso, als wenn man Virgil vorzugsweise den Epiker und Gicero den Redner nennt, und unser ist ganz ähnlich dem hebräischen Epithet nachgebildet. Daß bei Gavison auch manchmal n^Dri vor HTO 'CH steht ist ein Beweis mehr, daß es kein nomen proprium ist. Spat aber Hr. Dukes dem Dichter einen fatschen Namen angedichtet, so hat er ihm einen wahren Namen dafür genommen. Wir meinen den Ehrenamen ppn 13N, wie er sich arabisch in der Oxsorter Handschrift nennt, und unter welchem er auch von spanisch-jüdischen Schriftstellern angeführt wird (st Wolf III, XIV) 6.). Richtig und verhaltnißmäßig ausführlich ist das erste der obengenannten drei Bücher beschrieben; dagegen bedauern wir, Jbeun zweiten Buche PHI DPD (muß heißen 3 bs D 2 und übersetzt werden; „Blumen der Garten") alles dort Gesagte zum Gegenstände unseres gerechten Tadels machen zu müssen. Hr. Dukes jammert, daß das Buch in Oxfort emgeschlossen ist; er möge sich trösten; das Buch befindet sich auch aus der Hamburger Stadtbibliothek und ist von ihm oft gesehen und benutzt; denn dieses Buch ist kein anderes, als das Buch Tarschisch selbst, das er so eben herausgibt! (Fortsetzung.folgt.) aus Granada. Literarische Notizen. Literarische Notizen. I. Der Strom Pischvn. (Eingesandt) In der trefflichen israelitischen Bibel von Dr. Philippson wird zu Gn. 2, 11 die Meinung Raschi's erwähnt, daß nämlich Pischon der Nil sei, und dabei bemerkt, daß diese gewiß unrichtig sei, dä sich in Egypten kein Gold findet. Schon die Hrn. Sa ad ja Fajumi, Mose Nach men i (Namban) und Mendelssohn haben aus demselben Grunde Raschi widersprochen, und Saadja war sogar ein geborner Egypter, und für diese Sache also von größerem Gewichte; aber dennoch gab es Goldbergwerke in Egypten. Diodor Siculus berichtet uns (3, 12), daß die Könige Egyptens die verurteilten Verbrecher und die Kriegsgefangenen in solche Bergwerke schickten, wo sie unausgesetzt arbeiten mußten. Wenn aber der neueste Bearbeiter des Buches Hiob (Berlin, 1839) aus der Erwähnung des Bergbaues (28, l) schließt (S. 111), daß der Ort der Abfassung dieses Buches Egypten sei, so spricht eben so sehr dagegen die Erwähnung von Eisenbergwerken daselbst, da es nämlich in Egypten keine solche giebt. (S. Pauly Neal- Encyclopadie S. 98.) — M. H. II. Heißt der Gelehrtentitel ursprünglich unser Lehrer, oder OT?/ unser Herr? Dem gewöhnlichen Gebrauche nach wird die Ehrenbrmnnung der Gelehrten zwar geschrieben, aber es ist noch sehr die Frage, ob diese Schreibung sich bei den Alten oder in alten Handschriften findet; und wenn sie sich auch fände, wäre immer noch zu bezweifeln, ob diese Aussprache richtig und gerade in dieser Bedeutung zu nehmen sei. Im D i w ä n (iNIH) des Iehuda Hal 6 wy, nämlich in seinen Briefen, steht immer ohne Vau nach dem Mim, geschrieben, und dieses wird an einigen Stellen oder abgekürzt "D, punktirt; ein solches altes Werk aber wie der Diwan, wie überhaupt alte Lesarten, können allein ein Autoritatsanschen haben. Es scheint, daß dieses Epitheton von der aramäischen Formel £0231 £03ft hergenommen ist, seine absolutive Form also nur "io, nicht fTYD/ Lehrer, ist; die deutsch-polnische Aussprache des Kamez hat wahrscheinlich zuerst „Marenu" in „Morenu" verwandelt, welche Aussprache dann die vulgare Schreibart durch 03D ft'xirt hat. Jeder Kenner der rabbinischcn Nominalsormenlehre weiß, daß man nur m &DP sagen kann, und doch hat die corrupte, vulgäre, ungrammatische Aussprache auch die Schreibung N3D2P! herbeigeführt. Luszatto,

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