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Der Orient · 1840-02-08 · Heft 6 (8.2.1840) · p. 44

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 6 (8.2.1840)
Article
Berlin : Berichte der Spenerschen Zeitung [Nachricht]
Date
1840-02-08
Page
44 (sequence 2)
Language
German
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sowenig geopfert., wie der Aipora getobtet. wird. Der Schluß dieses. Berichts . ist noch sonderbarer. Dn steht geschrieben : „Auf dm/Klang eines Horns kamen sie alle mit brennenden Kerzen (es ist vom Abende des Busttages die Rede) ausder Synagoge heraus und stellten. sich,, das Gesicht. nach dem Monde gekehrt, auf. Sie halten d,ie. Flecken im Monde füx den Schekinnah, und an diesen sind ihre Gebete gerichtet. Es war ein peinlicher Anblick, der uns an den Dienst der Astaroth in den Tagen ihrer, götzendienerischen Vorvater erinnerte." So werden die Zustände der Juden durch eine von Hand zu Hand gehende. Unwissenheit entstellt und verlaumdet. Der erste Berichterstatter, der Korrespondent, und endlich, der deutsche Uebersetzer haben jeder ihr Scherflein beigetragen. Morgen schreibt ein Gelehrter, ein Staatsmann, ein Statistiker ein Buch über die Verhältnisse der Juden-, und beruft sich ohne Weiteres auf den Bericht der schotti-. schen. Kirchen-Deputation, daß die Juden Götzendiener.' sind, den Mond, anbeten und den Schekinnah in Flecken, desselben suchen!! Daß. th.e Schechinna 3 wie wahrscheinlich im Originale steht, nicht die Schechina. übersetzt ist, wollen wir gar. nicht, urgiren. Solche Schnitzer sind in Zeitungen öfter, und sie verschwinden gegen schwerere Sünden der Unwissenheit, wodurch die Geschichte- und die Gesetzgebung betrogen werden. Aus diesem Pröbchen über die Juden, mag man. übrigens schließen,, welches Vertrauen die Spener'sche Zeitung verdient, wenn sie von den Chinesen, Kabylen, Kaffern oder Negern spricht, wo ihr weniger Gelegenheit sich zu belehren dargeboten wird. Hatte sie nur einige Achtung für ihr Publikum,, so würde sie nicht mit solcher Nachlässigkeit, einen Artikel vorgesetzt haben,. der ja kein politisches Tagesinteresse hat, daß die dabei vorkommenden Versehen durch die Nothwendigkeit der Eite entschuldigt werden mögen. Die Spenerffche Zeitung, möge aber überzeugt sein, daß wir nicht aus irgend einer persönlichen Animosität gegen sie diese Bemerkungen geschrieben haben;, sie sind aus dem reinen Wunsch hervorgegangen,. die Redaktion, möge künftig vorsichtiger bei ihren Uebersetzungen sein. München, 26. Jan. Von der jüdisch-religiösen Zeitschrift zur Belehrung und Erbauung für Israeliten, überfchrieben „die Synagoge", sind hier vier Hefte des zweiten Jahrganges erschienen; es ist zu erwarten, daß der Herausgeber Dr. L. Adler, da nun einmal die Theitnahme und das Verlangen nach Belehrung und Erbauung, sich kund gegeben, auch tüchtige und geistesstarke Mitarbeiter zu gewinnen nunmehr sich bestreben wird. Denn der Inhalt der eben fertig gewordenen vier Hefte, namentlich die Art und Weife, wie die Themata bearbeitet sind, zeigen leider noch häufig die vorherrschende oft selbst für die geringere Klasse ungenießbare triviale Belebrungsweise, die wir schon längst begraben. glaubten. Die Nichtlestr der .Synagoge mögen , aus dem hier folgenden Inhalt das Maaß der Brauchbarkeit entnehmen. I. Wie haben wir uns Israeliten im Staate zu verhalten; eine Predigt vom Herausgeber — Einleitung in die zwölf kleine Propheten,, von L. Traub. — liebet das Bedürfnis einer vollständigen hebräischen Bibel für jeden Israeliten und die in Karlsruhe veranstaltete neue. Ausgabe einer solchen, besprochen vom Herausgeber.. —- Der, bescheidene Wandel vor- Gott ein Kennzeichen achter Religiosität, von Dr. I. L. Auerbach — Treue, und Untreue, eine Erzählung aus. dem Talmud, vom Herausgeber — Die heilige Lade. Predigtbibliothek Dr. Salom.on's Predigten über Davids Leben,. . vom Herausgeber. -— H. Eine Predigt von M. Schlesinger. — Die Erzählungen, der heiligen Schrift, ein : wesentlicher Bestandth.eil des Religionsunterrichts,, -mit- ' besonderer Beziehung auf d.iewelche die Herrn Lehrer Cohn uns Dün.ke.-lspi;el bearbeitet haben (Schluß), vom Herausgeber.das Dmerzählen, ein Bild unseres. Lebens, vom Herausgeber. — Ueber das Wesen und über den Fortgang der israelitischen Gottesverehrung, von Dr. S.. Formstecher, Prediger in Offenbach.. — Einleitung in die zwölf kleinen Propheten (Schluß), von L. Traub. — Züge der Humanität. — Der betende Rabbi, aus dem Talmud. — Beruhigung, von. Rabbi-, ner Kohn in. Hohenems. — HL Eine Trauerrede, vom Herausgeber. — Das Synagogenlied von. der Ein-, heit Gottes, von Dr. S. Mayer. Erster. Gesang. Hebräische Sprache und Sprachlehren. —Gewissenshaftigkeit unserer alten Lehrer. — Ein anderer jüdischer Handwerker auf dem Sterbebette, vom Rabbiner Kohn.. — Literarische Nachrichten. Zur Geschichte der jüdischen Poesie. Ueber die natürlichsten Mittel der Juden-Emanci.pation, von Dr. I. S. Klub er. — Der heilige lieberrest des Tempels in Jerusalem. Rabbi Chanania und seine Frau, eine Erzählung aus dem Midrasch, vom Herausgeber. — Lesefrüchte. — IV, Der hohe Werth der israelitischen Religion und der heilige Beruf ihrer Bekenner, eine Predigt, gehalten am Wochenfeste von Dr. M. Heß. — Israelitische Glaubensstärke, eine Erzählung aus dem Talmud. — Das Synagogenlied von der Einheit Gottes, von Dr. S. Moyer. Zweiter Gesang. — Homilie, gehalten in einer Privatandacht zu Franks, a. M. am Versöhuungstage 5598, von M. Viernheim. — Ein Wort über jüdische Geschichte mit Beziehung auf Elkans Leitfaden. — Fromme Stand-. Hastigkeit unserer Väter, oder Gott verläßt die Semen nicht. — Predigtbibliothek — Lesefrüchte. — Dies der summarische Inhalt der erschienenen vier Hefte, aus welchem der Leser leicht entnehmen kann, wie weit noch die Blätter für Belehrung und Erbauung zurück sind, zumal wenn man bedenkt, daß sehr häufig die Themate lau und nicht anregend durchgeführt sind. Die königliche Verordnung, daß auch jüdische Soldaten vor dem

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