Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1840)
- Article
- Smyrna : Judenkirchhof [Nachricht] / Bazar
- Date
- 1840-02-01
- Page
- 33 (sequence 1)
- Language
- German
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Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein-Quartal ist 1 Lhlr. a Gr. Man abonnirt dei allen loM. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen. jüdische Geschichte und Literatur- Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Leipzig, den 1. Februar ' 1840« Orten t. S m yrna (Judenkirchhof; Bazar); Kairo (Tel el-Jehud); T ü r k e i.(Bericht des Morporgo; die Bildungsstufe der dortigen Juden). — Deutschland (Berlin; Berlin; Sachsen-Meiningen, (Schluß.) — Dänemark (Altona; Altona). — Rußland (Krzeminiec, Aktenstücke aus der polnischen Geschichte). — Literaturblatt des Orients. — Orient. A Der berühmte Dr. Jacob Roser, fürstlich Hohenlohe'scher Rach und Leibarzt, giebt in seinem Reisewerke, das den Titel: „Tagebuch meiner Reise nach Griechenland, in die Türkei, nach Egypten und Syrien" führt, folgende beachtenswerthe Notizen über die Juden dieser Lander, die der Leser des Orients gewiß hier gern beisammen finden wird. Smyrna ist die erste Stadt mit orientalischem Anstrich, welche der Reisende nach dem Oriente begegnet. Die verschiedenen durch Kultur, Sitten und Sprache von einander getrennten Nationen, die sich hier finden, vereinigt das Interesse des Handels an einem Orte, dem Bazar. Türken, Franken und Juden, Fremde aus allen Landern, Matrosen und Kameeltreiber erblickt man hier bunt durcheinander gemischt. Einen eben so eigenthümlichm Anblick wie der Bazar bieten hier schon die Todrenacker, die an die obere Stadt grenzen. An den Todtenhof der Türken stößt, terassenartig den Berg hinanriegend, der Judenkirchhof, der sich schon von Ferne durch die Menge seiner liegenden Platten bemerkbar macht. Bei den Türken herrscht derselbe Gebrauch, wie bei den Judenes darf auf der Stelle, wo schon ein Todter lag, kein zweiter begraben werden. Die Katholiken haben hier zwei Kirchen, die von Kapuzinern versehen werdeneben so viele die Armenier, aber die Griechen dreiz die Juden haben mehrere Synagogen. Da sich so verschiedene Kulte in dieser Stadt vereinigen, so nimmt .dieselbe an den wechselnden Ruhtagen dieser Kulte ein sonderbar contrastirendes Aussehen ang während in dem einen Theile die Stille des Gottesdienstes herrscht, tobt in dem andern des Werktags laute Geschäftigkeit. Am Freitage haben die Türken, am Samstage W Juden, am Sonntage die Franken ihren Ruhtag, Hier lebt auch der jüdische Arzt Dr. Victor Morporgo aus Triest, der jüngst erst einen schönen Artikel über die Juden der Türkei in die Revue de Paris geliefert. — Nach den wahrscheinlichsten Berechnungen hat Konstantinopel jetzt 400,000 Seelen, wovon die Halste Türken, die andere Halste Griechen, Armenier und Juden sind. Zur Zeit des Konstantin zählte die Stadt über eine Million Einwohner. Dort zeigt sich dieses Gemälde von Bazar und Friedhof im Großen. Kaivo. Die Juden haben hier, wie die Franken, ihr eigenes Quartier, und zwar das trostloseste als Aufenthalt für Menschen, so daß die Aerzte es das Nest der Pest nennen. Die ungeheuer hohen, schwarzen, steinernen Gebäude, stoßen oben aneinander; die Straßen sind nicht so breit, daß zwei Menschen neben einander gehen können; die Eingänge in die Häuser sind wie Kellerlöcher, man glaubt nicht in Straßen, sondern in unterirdischen Schluchten umher zu wandeln. Dieses nicht kleine Stadtviertel soll in spaterer Zeit so eng gebauer worden sein, um vor den Mameluken Ruhe zu haben, indem man durch die Straßen nicht reiten kann, nicht einmal mit einem Esel. Hier wohnen Ucjuden; denn schon vor Christus soll hier eine Ansiedelung Juden, gewesen sein, was nicht ohne Wahrscheinlichkeit ist, da die vormalige Landschaft Gosen oder Rameses zwischen Kairo und dem rothen Meere lag. Auch trifft man noch daselbst auf Trümmer eines jüdischen Fleckens Tel el-Jehud, Hügel der Juden genannt, von Ptolemaus Philometor angelegt. © UÜVkei. Heber die Sitten und über den Zustand der Juden in der Türkei hat der berühmte Arzt in Smyrna Dr. Victor Morporgo aus Triest, folgende höchst interessante Mittheilung für die „Revue de Paris“ gemacht, welche „die literarischen und 6