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Der Orient · 1840-01-18 · 3 (18.1.1840) · p. 45

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
3 (18.1.1840)
Article
Das Buch Kuzari
Date
1840-01-18
Page
45 (sequence 1)
Language
German
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45 Das Buch Kuzari von Brecher. Literarische Ankündigungen. 46 Das Buch Kuzari mit einem Commentar herausgegeben von G. Brechen Erster Artikel. Die philosophische Bildung eines Volkes beruht größtenteils auf dessen Nationalität, deren getreues Spiegelbild sie auch astreine Behauptung, deren Richtigkeit hoffentlich für den Geschichts kundigen keines Beweises bedarf,- da die philosophischen Systeme aller Völker dieselbe bestätigen, indem alle — freilich mehr oder minder durch äußere Einflüsse, Individualitäten der Begründer tu s. w. wodificirt -— das Product der Nationalcharaktere sind. Einen schlagendn Beweis dafür giebt aber die jüdische Philosophie in ihrer doppelten, hier zu erörternden Eigenthümlichkeit. Dieser Zweig der jüdischen Literatur nämlich, bei; lediglich ein Product der Verbannung Israels ist, giebt eben dafür einen kräftigen Beleg. Denn so lange Israel eine Nation war, konnte es keine Philosophie haben, ohne seine volksthümliche Besonderheit aufzugeben« Denn aller Philosophie Zweck ist ein doppelter. Den Menschen über die höheren, geistigen Kräfte des Weltalls, über den Gott in der Natur, über den Gott in ihm, über sein Verhaltniß als Geschöpf zum Schöpfer aufzuklären — das ist die eine Absicht, welche sich alle Philosophen gefetzt haben: das Verhaltniß der Menschen unter einander, ihre gegenseitigen Pflichten, das sociale, staatliche Leben festzusetzen und zu bestimmen, das ist der andere Theil aller philosophischen Bestrebungen. Beide Zwecke aber vereinte in sich, über beide gleich wichtige Wissenszweige enthielt genügende Auskunft das, was der Urquell von Israels Dasein iss, was ihm 7:0 ’A %al ro ’Sl ist, die göttliche Offenbarung auf Sinai und in ihren Fortpflanzungen. Seine Religionsphilosophie, wie seine Politik, seine Metaphysik, wie seine Ethik, Alles fand Israel in der Bibel. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, -so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [7.] In Z0lkiew bei Sa ul Meyerh 0 ffer ist erschienen, und sowohl bei dem Verfasser, als auch bei jeder Buchhandlung in Lemberg ist zu bekomwen: n d d min oder Abhandlungen m ü n bliches Gesetz, über Halacha rmd Hagada von Hirsch Chajas, Rabbinen zu Zolkiew. In 4w. Preis: ITHtr. 12Gr. Inhalt der Hau'pttheile: 1) Ueber Verhältnis; der Prophetie, des heiligen Geistes (Ruach ha-Kodesch), des Bat- Kol und der Mim und Tumim zur Halacha. — 2) Ueber die Stellen im Talmud, wo der Entscheid dem kommenden Propheten Elija überlassen wird. — 3) Ueber bloß zeitgemäße und temporelle Halacha's in den .Talmuden und über die Umzäunungen. — 4) die Majestätsrechte im jüdischen Staate und ihr Verhaltniß zum Staatsgesetze. — 5) Ueber die exceptionellen Gesetze gegen eine zum Götzendienst übergegangene Stadt. — 6) Ueber das alte jüdische Kn'egsrecht. — 7) Ueber die noachitischen Gebote. — 8) Ueber den Werth der vorsmaischen Gesetze.-— 9) Ueber die gänzliche Wegschaffung und Aufhebung der sinaitischen Gebote durch Propheten und Rabbinen. — 10) Die überlieferten Halacha's beginnen schon mit den Propheten. — 11) Vollständige Stellenaufzahlung aus den Talmuden, welche die Gleichstellung der Halacha dem Gesetze besprechen. — 12) Ueber -die Halacha's von Sinai her über¬ Mrlag von C. L. Fritz sch e. lieferte. — 13) Ueber Halacha's aus der Geschichte entnommen, wo sie blos als Minhag gelten. — 14) Ueber Worcerklarung aus den Propheten. — 15) Ueber die Auslegungsarten oder Midot. — 1(5) Ueber alle Takanot und Geserot, welche die Talmuden den Propheten zuschreiben..— 17) Ueber die Hinzufügungen zum mosaischen Gesetze (Bat-Tosif). — Itz) Sind die Umzäun ungen und öke Takanot wirklich Hinzufügungen? — 19) Wie weit erstreckt sich das Gebot Lo - Lasur? — 20) Ob man von ernem Meinungsstreit sprechen kann bei Halacha's, die Halacha le Mosche genannt werden. Ueber Halochot fttumot.— Die übersichtliche Anzeige des Inhalts wird hinreichen, dieses Wcrk> allen .Forschern des jüdischen ALtcrthums zu empfehlen. [S.] Durch den Unterzeichneten, so wie durch alle Buchhandlungen sind zu beziehen: n V 2 2 S oder hebräisches Lrauerlied über den Tod des gelehrten Lalmudisten ItafrM Mosche Sofer, Rabbinen zu Presbucg, verfaßt von M. jB. SteQ-n, in Wien. Zn 8. Preis: 4 Gv. n. Dieses hebräische Gelegenheitsgedicht, von dem durch sein Tis er et ha - Tisch bi bekannten Verfasser, dürfte sowohl den Verehrern des seligen Sofer, als auch den Freunden der neuhebraischeiZ Literatur vorzüglich zu empfehlen sein. C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nagel.

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