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Der Orient · 1840-01-18 · 3 (18.1.1840) · p. 43

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
3 (18.1.1840)
Article
Ueber die hebräische Verskunst
Date
1840-01-18
Page
43 (sequence 2)
Language
German
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43 44 S. D. Luzzatto: über seinen Nachtretern festgehaltenen Princip, dem zufolge cs manchmal denn der Fall sein sollte, daß in einem Verse das erste Wort nicht mitgerechnet werden dürfe, Z. B. CHD US rtvnDN “lDN’1 (Er sprach:) Ich will mein Angesicht vor ihnen bergen, ein Vers, der als ein dreifüßiger angesehen werden muß indem man das introductorische WNN von der Berechnung ausschließt. So ist in nros □'Tir S'lsw O'nbec (Ein Gott) der in ein volles Haus Einsame führt, wo der göttliche Name vom Ealcül des Verses ausgeschlossen sein soll. So thät es noch, in dem alfabetischen 34. Psalm die Worte UJ? Nl° auszusperren, die doch übrigens zur Fortsetzung der akrostischcn Reihe unumgänglich nothwendig sind. 12) Zu der Bizarrerie und Unbeständigkeit dieses Gesetzes kommt nun noch die von den Partikeln und Fürwörtern unzertrennliche Ungewißheit. Diese kleineren Rcdetheile werden alle auf eine grillenhafte Weise unter den Füßen des Verses bald mitgezählt bald nicht mitgezählt. So wird UJJ.DN") ‘ßjn UN von Mendelssohn als ein Trimeter berechnet, indem UN als eng verbunden mit dem folgenden Namen angesehen werden müssen, und!W UN im Hohenliede gilt ihm als Dimeter, wo ec hinwiederum das Pronomen als etwas Abgesondertes in Anschlag bringt. 13) Die absolute Freiheit der hebräischen Poesie zeigt sich augenscheinlich sogar auch in der mannigfachen Zahl der Verse, aus denen die Strophen der Poesien mit Akrostichen .versehen. So besteht, um ein Beispiel anzuführen, die Lobrede auf das brave Weib (Proverb. Cap. 31.) aus Distichen, z. B. NW' 'D b'N rutfN rroD duusd pinn Ein braves Weib, wer findet das! Seltner als Perlen ist ihr Kauf. Gleichwohl ist die sechste Strophe tecnarisch: nW 'Dp Dpnf nrosb ppü jnn? ronnzub pro Noch ist es Nacht, und sie steht auf, Und fdjoffc dem Hause den Bedarf, Und ihren Dienerinnen Kost. So scheint das erste Kapitel der Threni aus Sestinen zu bestehen: INA .“DE" rD'N dy 'tun royn ruD^Ns nron nura ’nri nunns 'nrore ddp nron die hebräische Verskunst. Ach wie sitzt so einsam Die Stadt, die volkreiche! Gleich einer Wittwe ward Die große unter den Nationen. Die Herrscherin unter den Staaten Ist zinsbar worden. Dennoch ist die siebente Strophe eine Ottave: ro^i-p rra ,-i'inm nuy ’c nnuriD i» D“!p 'D'D l'N “MN rot ros hdj? blsis nb ->Nst I'Nl vnll niNn N'nsVo by tpnif Jerusalem gedenkt In ihres Elends, ihrer Trübsal Tagen, All ihrer Kostbarkeiten, Die in der Vorzeit Tagen einst bestanden; Nun> da ihr Volk in Feindeshand gefallen, Und Niemand helfend ihr zur Seite steht. Es sehen sie die Feinde, Und lachen ihres tiefen Sturzes. So besteht das zweite Capitel gleichfalls aus Sestinen, und nichts destoweniger ist die vierte Strophe quinarisch: S'liO wp -pn “ISS U'B’ 33J I'st 'iDtiD bs Jin’i P's ns bnN3 man two Ec spannt den Bogen wie ein Feind, Stemmt seine Rechte, wie ein Dränger, Und streckt die Augenweiden alle nieder. Im Gezelt der Zions'-Tochter Gießt er wie Feuer seine Zorngluth aus. Wenn man Nicht Jhh’) als einen mono metrischen Vers isoliren will. So ist der 25. Psalm alfabetisch, und besteht aus Distichen. Dennoch ist der siebente Vers ein Ternacius: rosin “?n ’jwsv 'roju nNton nnN 'b ist “psro 'n iroio Der Sünden meiner Jugend und meiner Uebectretungen gedenk nicht, Nach deiner Gnade gedenke mein, o du, Um deiner Güte willen, Ewiger.. (Fortsetzung folgt.)

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