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Der Orient · 1840-01-04 · 1 (4.1.1840) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
1 (4.1.1840)
Article
Juda Jeitteles
Date
1840-01-04
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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13 14 Mittheilung über Juda Jeitteles. Feier des Geburtsfestes Kaiser Franz I. Prag, 1818. 4. Mismor Le-Toda. Psalmen zum Lobe Gottes. Prag, 1817. 5. Bene Ha-Nöurim. Sammlung hebt. Sinngedichte/Fabeln, Sprüche und dramatischer Scenen nebst Uebersetzung der von dem Aesthetiker Ignaz Jeitteles 1806 verfaßten Biographie des Arztes Jon. Jeitteles. Prag, 1821. 1. Bdchen. 6. Deutsche Reden, bei Gelegenheit der Einnahme von Paris, der Friedensfeier (von dem Verfasser/ damals Gemeindevorsteher in Prag, selbst gehalten), Prag, 1814. 7. Trauerrede auf den Tod der Freiin von Arnstein. Prag, 1818. 8. Zerstreute Aufsätze in den Wiener hebe. Jahrbüchern Bikure Ha-Jt(im. Wien 1820—1832. 9. Bei Anton Edlen von Schmid in Wien besorgte er eine neue Ausgabe des alten Bundes mit Text und deutscher Uebersetzung. Oie Bücher Samuel, der Könige, Chronik, der 12 Propheten, Ezechiel, Daniel, Esra und Nehemia übersetzte er neu, und commentirte dieselbe. — Außer vielen vermischten Aufsätzen sind von ihm in Manuscript geordnet manche zurückgeblieben, theils auch zum Drucke vorbereitet. Literarische Notizen. Nach einem Privatschreibm aus Wilna hat ein jüdischer Lehrer aus Smargon im Littauischen eine Kritik des S e d e r h a - D o r o t, namentlich desjenigen Theiles, der über die talmudische Epoche handelt, in hebräischer Sprache zu Wilna edirt. So bald ich dieses für jüdische Literaturgeschichte gewiß höchst wichtige Werk erhalten haben werde, werde ich einen vollständigen Bericht darüber abstatten- In der Palm'scherr Buchhandlung zu München ist endlich das erste Heft, von den Reformisten des synagogalen Gottesdienstes längst ersehnte Werk, des Lehrers Maier Kohn über den Synagogengesang erschienen; und führt den Titel: „Vollständiger Jahrgang von Terzett- und Chorgesängen der Synagoge in München, nebst sämmtlichen Chorresponsorien zu den alten Gesangsweisen der Vorsänger (Chasanut). Herausgegeben von dem Synagogen-Chor-Comite in ZKünchen; in dessen Auftrag besorgt und redigirt von Herrn Lehrer Maier Kohn." Schon dieses erste Heft, welches in 27 Nummern die Gesänge, Recitative und Responsorien für den Sabbat enhält, liefert einen schönen Beitrag zum Synagogengesang und in so fern darin die alten Gesangweisen wiedergegeben und sestgehalten werden, hat es außer dem praktischen noch ein historisches Interesse. Herr Lilienthal aus München, der gegenwärtig die Predigerstelle in Riga angetreten, giebt in der Allg. d. Z. I., am Schlüsse seiner Beschreibung von 411 hebr. Codices Literarische Notizen und Berichte. der Hof- und Staatsbibliothek, folgende Notizüber Entstehung dieser für jüdische Literatur höchst wichtigen Handschristsammlung. „Der Gründer dieser ganzen, für jüdische Philosophie und Medizinfür Kabbala und rabbinische Literatur höchst wichtigen Sammlung war Johann Albert Widmanstadt, mit dem Beinamen Lucretius Suevius, im 16. Jahrhundert zu Stellingen im Ulm'schen geboren. Von Reuchlin und andern Gelehrten seiner Zeit schon früh zum Studium der alten Sprachen aufgefodert, verlegte er sich auf die griechische und ihebrälsche Sprache, und erhielt später von Theseus Ambrosius Albanesi in der syrischen Sprache Unterricht, der, ein regulirter Chorherr in Bonanien, ihn mit mehrern syrischen Handschriften beschenkte, als er ihn aus seiner Schule entließ. Im Jahre 1533 kam er unter dem Papste Clemens Vll. nach Rom, wo er in dem Kardinal Aegidio von Viterbo einen innigen Freund fand,- der mit Widmanstadt bei einem und demselben Lehrer in der arabischen Sprache unterrichtet wurde. Von diesem Kardinal wurde er mir mehrern orientalischen Handschriften beschenkt, wie die Codices, die seinen Namen als Inschrift haben, Nachweisen. — Durch solche Geschenke ward der Grund zu seiner Sammlung gelegt, die er aber durch fortgesetzten Ankauf und durch Aufträge zur Verfertigung von Handschriften bis auf 330 Manuscripte und 500 gedruckte Werke vermehrte. Unter seinen Handschriften ist eine beträchtliche Anzahl arabischer, die Flügel in den Wiener Jahrbüchern beschrieben, und einige persische, syrische und sieben aramenische Ms. — Zwei seiner fleißigsten Abschreiber waren Paul Emilius und Paul F a g'i us. Der Erste war Buchdrucker bei St. Ursthyl zu Augsburg, und wurde im Jahre 1575 zum Lehrer der hebräischen Sprache an der Universität Ingolstadt ernannt; Paul Fagius Buchlin hingegen ward später von Eli.a Levita und Petrus Bufler nach Prag berufen, wo er eine Buchdruckerei gründete. Auch schrieb in seinem Aufträge mehrere Handschriften Moses Tobia aus Krakau. Als Albert V., der Großmüthige, die kurfürstliche Bibliothek aulegte, und zu diesem Zwecke die Biblibthek des praktischen Arztes Hartmann Schedel zu Nürnberg, und die der Grafen Fugger zu Augsburg erkaufte, überließ auch Widmanstadt die seinige dem Staate, die, was die orientalischen Codices betrifft, seit jener Zeit keinen Zuwachs erhielt." Der gelehrte d e S o l a in London, der dem Publicum bereits durch seine Machasor-Uebersetzung der Sefardim bekannt ist, überträgt jetzt in Gemeinschaft mit Rafasl Meldola die sechs Ordnungen der Mischna ins Englische, deren Vollendung wir zunächst erwarten dürfen. Vielleicht wird diese Uebertragung für englische Israeliten das werden, was die treffliche Mischna-Uebersetzung des gelehrten Jost für die deutschen ist. Von dem jungen Rabbinen zu Zolkiew, Hirsch C.hajas, erscheint in Kurzem eine hebräische Schrift, welche über den Nutzen der Maimuni'schen Werke für die Israeliten, ferner eine kritische Beleuchtung der gelehrten Werke Luz-

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