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Der Orient · 1840-01-04 · 1 (4.1.1840) · p. 8

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
1 (4.1.1840)
Article
Nachrichten über Efraimo Luzzatto
Date
1840-01-04
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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9 de Sola: Nachrichten über Efraimo Luzzatto. 16 er sich eine lange Zeit, und, als man in ihn drang den Grund aHügeben, schrieb er: : wx bx o * 'nur Dinrfr $b n:m Als seine Freunde darüber aufgeklärt zu sein wünschten, wie er so anmaßend sein könne, einen solchen Text auf sich anzuwenden, sagte er ihnen, daß sie, wenn sie ihn verstanden hatten gesehen haben würden, daß nicht Anmaßung, sondern Bescheidenheit und Kteinmuth ihn bestimmt hatten, diesen Text ' zu gebrauchen und seine Unterschrift zu verweigern. „Denn," fuhr er fort, „ich bin nur (Chiffre von ‘IlO^’6 )■ und nicht ein Gelehrter (US'#)“ — welches eine witzige Antwort war, obgleich ich dieses Spiel mit Schriftstellen von so heiliger Natur und ihren Mißbrauch zu so frevlen Equivoquen nicht bewundern kann. Die andere apokryphische Anekdote ist folgende. Da ec in der stritten Beobachtung des rabbinischen Gesetzes sehr freisinnig war, so ließ er oft seinem Talente freien Spielraum, über diesen Gegenstand zu satirisiren und zu scherzen. Als er eines Samstags zu dem unpäßlich gewordenen Ober-Rabbi geholt wurde, verlangte er Feder, Dinte und Papier, um ein Recept zu schreiben; aber weder der Rabbi noch seine Familie wollte dies ihm gewahren, da es nur ein leichter Unfall war und er sein Geschäftszimmer in der Nahe hatte. Da er aber Feder und Dinte in der Tasche hatte, riß er ein Blatt aus einem Buche und schrieb ungefähr wie folgt: r\jur &2ur urvo* ur\p tüu? dvo c*pp pnn nburn o^nn1? pkiöp ndp* KErn noi? pnn pppV^ )nur ppD b)T^ l)2) 'di toj;p p^dpp p^op '121 'im,r\nbur pwEn *6 nbur' pd'pp. Dann folgte das Recept auf Lateinisch, und vier satirische Zeilen auf Hebräisch, auf die der Referent sich nicht mehr besinnen konnte. Dies war ein unzartes Spiel mit der Gesinnung seines Patienten und Ungleichgesinnten. Ich hoffe, daß diese Anekdote nicht wahr ist und will an ihrer Zuverlässigkeit um so eher zweifeln, je beachtenswerther das bekannte: de mortuis nihil nisi bene ist, welches die hebräischen mit gleichviel Wahrheit und mehr Witz ausdrücken: P1M D'ump mD nn*s\ Ich habe auch vor einigen Jahren einen pDS (Rechtsentscheidung) gesehen, der dem E. Luzzatto zugeschrieben wird, und das Tragen des Degens am Sabbat zum Controvecspunkte hat. Man sieht daraus, daß die Aerzte damals Degen zu tragen pflegten (vielleicht tobten sie jetzt ebensoviel als damals, obgleich diese Sitte abgekommen ist) und daß die jüdischen Aerzte, bei der damals gesetzlichen Strenge gegen Juden in England, durch die Theilnahme an dieser Sitte großen Anstoß erregten. In einem Pamphlet oder vielmehr einem kleinen Buche (denn es ist noch handschriftlich in Umlauf) von ungefähr 12 Quartseiten in Prosa fertigt er die Ehrenkränkungen seiner Afterreder ab. Der Styl ist trefflich, jedoch ist dieses kleine Werk bei seiner so speciellen Casualitat und legalen Tendenz wohl keiner Beachtung werth 5. der Verfasser beschrankt seine Vertheidigung darauf, daß er seinen Gegner anklagt, des Bruches aller zehn Gebote schuldig zu sein. Er hat zwar seinen Namen verschwiegen, aber ich neige mich stark zu der wohlmotivirten Annahme hin, daß E. Luzzatto dieser Anonymus ist; ich wüßte sonst keinen seiner in England lebenden Zeitgenossen, weder einen Arzt noch sonst Jemanden, der eine so schöne. Prosa, wie ohne Zweifel die jenes Büchleins ist, zu schreiben fähig gewesen wäre. Man könnte zwar an Isaak Nietto denken, aber dieser war wieder nicht Arzt, wie die Autorschaft der Piece mit sich zu bringen scheinet. Luzzatto's D'QIJ/O 'OP ist hier nicht zu finden, selbst nicht in der Bibl. des British Museum. Die wenigen abgezogenen Exemplare sind fast alle ins Ausland gegangen; ich erinnere noch, daß ich selbst acht Nachte darauf verwendet habe, um mir ein gedrucktes Ex. zu copiren, das mir mein Freund, der verstorbene Dr. Sarchi (Verf. des Essny on, Hehrew Poetry Ancient and Modern, London 1824) geliehen hatte. Ich wußte damals nicht, daß man in Deutschland einen Nachdruck, veranstaltet habe (Satanoff, wenn ich nicht irre), in welchem aber-, wie man mir gesagt hat, einige der Originalgedichte, wie z. B. das Rathset (rrpn) auf den Magnet (calamita), fehlen und mehrere italienische entstellt oder gar weggelassen sind. Erlauben Sie mir, bei dieser Gelegenheit zu bemerken, daß P. Sarchi kein Engländer (Zur Geschichte der jüd. Poesie S. XII.), sondern ein Italiener war, ich glaube, aus Mantua gebürtig. Er hielt sich hier in London nur ungefähr anderthalb Jahre auf, um sein obenerwähntes Werk durch den Druck zu veröffentlichen, und kehrte von hier nach Paris zurück, wo er vor 9 oder 10 Jahren starb. Er war ein ausnehmend wohl unterrichteter Mann, und ich hatte das- Glück seiner vertraulichsten Freundschaft zu genießen." So weit de Sola. Von dem unter dem Titel bnW p (nach Hos. 5, 14) veranstalteten Nachdruck der Gedichte Efraimo Luzzatto's besitze ich ein Exemplar, jedoch ohne Titel. Es beginnt mit dem auch sonst abgedruckten Sonnett tü/\NP PT VO, und schließt mit dem Madrigal hPIT) PD’HNE' PO, in Padua verfaßt, wo E. Luzzatto seinen arzneiwissenschaftlichen Cursus machte. Fast alle darin enthaltenen Gedichte sind aus dem Jugendleben Luzzatto's in Oberitalien; die italienischen sind sammtlich weggelassen. Der Druck ist .wahrscheinlich, aus einer unvollständigen Abschrift des Londoner. Originals Veranstalter. , Mittheilurigen aus Wien. L. Salotnon JOoewisohn* geboren zu Moor in Ungarn 1798. gestorben......... .1821. Dieser durch Geist wie durch. Wissen ausgezeichnete Gelehrte, in der Blüthe seines Lebens und Wirkens da^.

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