Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1840)
- Article
- Oberschlesien [Nachricht]
- Date
- 1840-01-04
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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8 ein Heller Tag historischer Gerechtigkeit kommen werde, wo Deutschlands Christen sich beeilen werden, die Schmach solcher Entbehrung von sich'abzuthun, und, in gleichen Rechten und Pflichten durch ein Wand der Liebe vereint, mit ihren jüdischen Mitbürgern auf Freundesfuße zu leben, sich werden angelegen sein taffen. Einmal war es nöthig, darüber ein Wort der Verständigung auszusprechen. Ungarn. Pesth, 1. Dec. (A. Z. d. I.) Jst's auch vielleicht in Deutschland schon überflüssig, so ist's doch in Ungarn gegenwärtig in doppelter Beziehung, nach innen und außen nämlich, nicht unwichtig, auf die scientisischen und artistischen Leistungen derZsiaeliten von Zeit zu Zeit aufmerksam zu machen. Was nun diese betrifft, so sind folgende Männer gewiß würdig, den Lesern dieser Blätter näher bekannt zu werden. Sie gm und Saphir, Doctor der Medicin in Pesth, lieferte eine gute lateinische Ueberfetzung der Hempetschen Anatomie. Dem deutschen Publikum ist er als Uebersetzer einiger Dramen von Victor Hugo und als umsichtiger Redacteur des Pesther Tageblattes rühmlichst bekannt. Baruch Schönfeld aus Scenitz l), einer der hebräischen Prosaiker unserer Zeit, bekannt durch mehrere im schönsten Hebräisch abgefaßce Schriften, und der gerade' jetzt im Begriffe ist, ein neues Werkchen herauszugeben, das bei dm Liebhabern der neuhebräischen Literatur gewiß die freundlichste Aufnahme finden wird. Karl Beck, aus Pesth, dessen gepanzerte Lieder in Deutschland zu bekannt sind, als daß ich über ihn hier umständlicher sprechen solltet) Herr mann Klein, verdienstvoller Uebersetzer mehrer Jäsikaschen Romane. Aron Chorin, Rabbine in Arad, der in Deutschland bereits Anerkennung gefunden, und auch in vielen Blattern bei mehren Gelegenheiten, rühmlichst genannt wurdet). Wilhelm Schlesin- 1) Mitarbeiter an der zu Men bei v. Schmid erschienenen Jahresschrift Bikure Ha-Ittim. Das Werkchen, das er jetzt herauszugeben gedenkt, ist eine hebräische Anthologie. 2) Später hat er den fahrenden Poeten, Stille Lieder und ein Drama Saul geschrieben; er ist im Kreise feiner Freunde in Leipzig auch durch die Sonderbarkeit bekannt, sich deshalb nur nicht raufen zu lassen, damit man nicht dadurch merken soll, daß er ein Jude geboren sei. 3) Bekannt durch seine für Reformen im Kultus und Erleichterungen des rabbinischen Joches herausgegebenen Broschüren: Jgeret Elasaf. Prag, 1826. 8. — Schirjon Kaschkaschim — Kuntras Imre Noam — Emek hager aus Pesth, dessen geistvolle Recensionen und Kritiken sehr beliebt sind. Weniger Regsamkeit haben die ungarischen Israeliten bisher auf dem Gebiete der Kunst gezeigt, doch sind sie auch hier nicht müßig geblieben. Ich nenne nur Greiner aus Sar Dahel, der in Wien als erster Kalligraph bekannt ist, und in seinem Fache wirklich Bewundernswerthes leistet; den renommirten und beliebten Porträtmaler Fischer und den Violm-Virtuosen Marcus R'oßavolgyi (Roftnthal) aus Pesth, der nicht sowohl seiner mechanischen Gewandheit, als der Originalität wegen gerühmt wird, welche er in Auffassung und Erecutirung der Nationallieder und Tanze beurkundet. Er wurde in Pesth, Raab, Pnpa, Steinamanger und Preßburg mit vielem Enthusiasmus gehört, und seine magyarischen Cowpositionen finden vielen Anklang. Wahre Anerkennung fand auch der hoffnungsvolle Violinspiele Michael Hauser in seiner Vaterstadt Preßburg, wo er öfters in öffentlichen Concerten, und einige Mal bei einem kunstliebenden, hohen Prälaten spielte. Allgemeine Bewunderung erregt der junge, achtjährige Joachim in Pesth, welcher bedeutend auf der Violine zu werden verspricht. Am wenigsten wird das eigentlich wissenschaftliche Gebiet des Judenthums bearbeitet. Außer den Schriften Chorin's, welche mehr practische als wissenschaftliche Tendenzen haben, und denen Schönfeld's, welche pädagogische Zwecke erstreben, sind noch die Leistungen M. Stern's^) und der L. Dukes^) aus Preßburg zu erwähnen. (Schluß folgt). S ch a w e und Rösch A m a n a, 1803 — Maa m ar Ni f ch - mat Chaja und Maamar Dirat Aharon. — Dabar ba - Itto, ein Wort m seiner Zeit, hebr. und deutsch, Wien, 3 820. — AirNeeman, der treue Bote, hebr.,deutsch, Prag, 1831. 4) Von ihm ist eine metrische Uebersetzung des Liedes über die Gotteseinheit (Schir ha Iichud), das hebräische Epos Tiferet ha -Tischbi, der Tisbite, nach der Weise der Wessely'scherr Mose',de, in zwei Theilen, dann jüngsthin eine schöne hebr. Elegie, betitelt Ebel Mosche, über Moje Sofer,u. s. w. erschienen. Herr Stern ist gegenwärtig in Wien. 5) Für jüdische Literaturgeschichte unter allen genannten der wichtigste. Im Jahr 1837 gab ec in Wien das Büchlein heraus: Ehrensäulen und Denksteine zu einem künftigen Pantheon hebräischer Dichter und Dichtungen. Ein Versuch mit hebräischen Beilagen und deutschen Uebersetzungen. Im Jahre 3839 gab er zu Altona die Monographie heraus: Moses Ben Esra aus Granada. Darstellung seines Lebens und literarischen Wirkens, nebst hebr. Beilagen und deutschen Uebersetzungen. Weniger von Werth ist seine zu Prag erschienene Raschi-Uebersetzung zum Pentateuch und seine Mittheilung in den Isr. Annalen. Verlag von C. L. Fritz sch(U Druck von I. H. Nagel.