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Der Orient · 1840-01-04 · Heft 1 (4.1.1840) · p. 5

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 1 (4.1.1840)
Article
Algier [Nachricht]
Date
1840-01-04
Page
5 (sequence 2)
Language
German
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5 nämlich lehnte ihr Anerbieten ab, indem er sie darauf aufmerksam machte, daß sie als französische Bürger mit Vergnügen in die Reihen der Vaterlandskampser ausgenommen werden würden, daß es aber dem Geiste von Frankreichs Gesetzen zuwider sei, eine Absonderung der Art zu gestatten, die durch Nichts motivirt werde. Die jungen Leute freilich hatten theils in ihrem Enthusiasmus diesen Umstand nicht erwogen, theils auch mögen sie nach so langen Jahren des Druckes und der Sklaverei noch nicht ganz daran gewöhnt sein, sich als freie, französische Bürger zu betrachten. Ihr Jrrlhum bleibt immer ein ehrenwerther, um so mehr, da zu erwarten ist, daß sie ihr Vorhaben, Krieger zu werden, nach den gesetzlichen Formen aussühren werden. Frankreich. Pakts, 25. Dec. Da in Bezug auf politisches Leben hier langst der Kampf nach Gleichstellung überflüssig, und daher das individuell-marquirte äußere Leben ganz verschwunden ist, so hat ein Cocrespondent natürlich nur über religiöse und literarische Bestrebungen zu berichten. Der gelehrte Orientalist, Herr Salomon Munk (aus Glogau), ein Schüler des Hingeschiedenen de Sacy, laßt in der königlichen Druckerei das treffliche Werk Maimum's, den More Nebuchim, in arabischer Sprache abdrucken. Der arabische Text wird einen Quartband bilden, eben so die darauf folgende französische Uebertragung. Seit Jahren hat Hr. Munk das arabische Original studirt, abgeschrieben und nach sechs Handschriften verglichen; er machte zu diesem Zwecke eine Reise nach Oxford, bei welcher Gelegenheit er auch eine jüdisch-arabische Chrestomathie vorbereitete, und überhaupt keine Mühe gespart, um es würdig erscheinen zu lassen. Eine Probe dieses Werkes, und zwar das 29. Kapitel des zweiten Theils des Mo re, hat der Herausgeber erst jüngst in seinem Werkchen i „Xotieesur Rabbi Saadia“ mit französischer Uebersetzung mitgetheilt, so wie schon früher zwei Kapitel aus dem dritten Theile und einzelne Stellen aus andern Kapiteln. Nächst dieser Arbeit bereitet Hr. Munk für das Journal Asiatique einige Aufsätze über den Kuzari vor, was ihm um so leichter wird, als er schon längst mehrere arabische Originalhandschriften - dieses Buches verglichen hat. Mehr als ein literarisches Interesse bietet uns aber das Unternehmen des durch seine treffliche Bibelübersetzung der Gelehrtenwelt bekannten S. Cahen, unter dem Titel: „Archiv«« du Franqais Israelite“ in Verbindung mit mehreren Gelehrten eine Monats-- schrist herauszugeben. Der so eben erschienene Pcospectus dieser Monatsschrift giebt über Inhalt und Zweck ausführlichen Bericht, und wenn sie wirklich ungehemmt und gehörig unterstützt erscheinen sollte, so dürfen wir ihr einen bedeutenden Einfluß auf das jüdische religiöse und literarische Leben in Frankreich zuschreiben. Nach dem Prospectus soll diese Monatsschrift in Heften von vier Bogen erscheinen und sechs verschiedene Themata besprechen. Das erste Thema soll immer Cultur und Religion besprechen, nämlich, wie es dort angegeben wird, die Talmudschulen und die rabbinisch-theologischen Studien, die Statistik über Lehrer und Schüler des Rabbinismus, Mittheilungen über Cultur, Auszüge von Predigten u. st w. Leider läßt aber diese Weitschichtigkeit des Themas eine Unausführbarkeit vermuthen. Das zweite Thema soll Unterricht und Erziehung, Fortschritte in Elementarschulen und in häuslicher Erziehung besprechen; das dritte soll Mitteilungen und actenmäßige Nach- Weisungen über Consistorien, Notabeln und Rabbmen, das vierte Nachrichten über Industrie, das fünfte Biographien ausgezeichneter französischer Israeliten und endlich das sechste Literatur geben. In allen diesen Versprechungen, obgleich sie sämmtlich in der versprochenen Ausdehnung nicht ausführbar scheinen, hat uns das Versprechen über Literatur vorzüglich unangenehm berührt. Dec Herausgeber sagt darin, daß er unter dieser Rubrik alles umfassen will, was im In- und Auslande auf Israeliten Bezügliches erscheint, und doch weiß jeder, welcher sich um die Kunde der jüdischen Literatur gekümmert, daß der Umfang zu reichhaltig ist, selbst für ein eigenes Blatt. Indessen hoffen wir, daß in jedem Falle Hr. Cahen bei seiner geistigen Regsamkeit uns nicht nur manches Interessante, sondern das Gebotene auch mit jener Würde und Angemessenheit' bieten wird, wie wir es in seiner neuesten Schrist. gegen Zarfati „Coup d’oeil sur les dernieres lettres Tsarph at iqu es. Lettre au Redacteur du Courrier de la Moselle{{ gesehn. Deutschland. USetltlt, 12. Dec. Die Augsb. A. Z. berichtet aus Berlin: „Der zum zweiten Rabbinen in Breslau .erwählte gelehrte Dr. Geiger aus Wiesbaden, gegen

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