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Der Orient · 1840-01-04 · Heft 1 (4.1.1840) · p. 1

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 1 (4.1.1840)
Article
Alexandrien [Nachricht] / Kairo
Date
1840-01-04
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Berichte, Studien und Kritiken für fhlJSSm? jüdische Geschichte und Literatur. 6 Gr. Man abonnirt bei allen Lobt. Postam- HeraUsgegeveN tern und allen soliden Buchhandlungen. V0N Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 1» Leipzig, den 4. Januar. 1840« Orient. Alexandrien (Kairo.) — Palästina (Hebron.) — Indien. — Aden (arabische Halbinsel.) — Algier. — Frankreich (Paris.) — Deutschland (Berlin; Frankfurt a. M.; Oberschlesien. — Ungarn (Pefth.) — Literaturblatt des Orients. Orient. d. Alexandrien. Nach The Home and Foreign AI i s s i o n a r y Reco r d theile ich Ihnen hier wörtlich die Berichte eines Reisenden über die Zustande der Juden im Orient mit. — „Im Verlaufe dieses Nachmittags waren wir in Alexandrien. Der Anblick der Palmen, der Feigen- und Granatbaume, so wie der geduldig für den Menschen sich abquälenden Kamele erweckte in uns das lebendige Gefühl, daß wir jetzt in der Nachbarschaft der biblischen Scenecie seien. Wir sind in „dem Lande Ham's," wo „das übermüthige Rahab" vierhundert Jahre lang das erkorene Volk bedrückte. Nur Einiges über die hierlandischen Juden. Es sind hier ungefähr 1,000, größtentheils aus Eggten gebürtig, übrigentheils aus Europa herübergesiedelt. Sie sind nicht reich; ihre Kaufleure stehen nicht hoher, als die dritte Klasse. Wir besuchten die Synagoge der fränkischen' oder europäischen Juden zur Zeit des Mincha- Gebets. Obgleich wir da nichts besonders Interessantes gewahrten, so will ich doch eine jedenfalls eigenthümliche Skizze einer Synagoge geben, die von der zu Livorno völlig verschieden ist. Wie unter unfern Landsleuten, wenn sie in die Fremde ziehen, so scheint auch unter den Juden, welche sich selbst unter ihren ausländischen Glaubensgenossen fremd fühlen, der Styl des Gottesdienstes höchst sorglos zu werden, weil die Teilnehmer wissen, daß sie übersehen werden. Wir stiegen eine finstere Stiege hinauf, in einer dunkeln Straße der Stadt, und nachdem wir einen engen Durchgang paffirt hatten, entdeckten wir am Ende desselben ein düster erleuchtetes Zimmer in welchem wenige Juden sich zusammengefunden hatten. Das Zimmer war nicht über 90 Fuß lang und 6 breit. An der Thür im Eingang war ein Kasten, überschrieben wie gewöhnlich: „Almosen;" demselben gegenüber ein anderer, überschrieben: „Oel für die Lichter." In Centre des Zimmers war das Pulpet für den Vorleser aufgestellt, und die Lade, die Tora und heiligen Bücher enthaltend, bildete eine Art Vorsprung von der Wand am äußersten Ende des Zimmers, bedeckt mit ärmlicher Draperie. Drei Juden in morgenlandischer Kleidung waren gegenwärtig, die übrigen trugen meistens europäisches Costüm. Der Abendgottesdienst war vorüber, als sie bald einer nach dem andern kamen und sich in freundliche Unterhaltung mit uns einließen. Einer der gegenwärtigen erzählte uns, daß gegen 100 karaitische Familien in Kairo seien. — P«rIästtN6. Die Nachrichten, welche wir in der Heimath in Betreff der palästinischen Juden erhalten, ermangeln aller Genauigkeit. Die pracise Zahl der Juden in Palästina mit Gewißheit anzugeben ist eine sehr schwierige Sache. Nach dem höchsten Ueberschlag rechnt man gegen 15,000. Einige hingegen setzen ihre Zahl bis auf 10,000 herab. Sie wohnen hauptsächlich in den vier heiligen Städten, wie die Juden sie nennen. In Jerusalem gegen 7,000; in Hebron 700 bis 800; inTibecias 1,200; in Safed 1,500 bis 2,000. In den Städten längs der Küste mögen noch sein in Jaffa 60; in Kaifa (unter dem Carmel, am Meerbusen von Ptolemais) 150 bis 20; in Akre 200; in 1

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