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Im deutschen Reich · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 88

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Article
Vorträge über die Judenfrage unserer Tage [Rezension]
Date
1922-03-01
Page
Seite 88 (sequence 2)
Language
German
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SS Im deutschen Reich doller schiefer Einstellungen ist. Wer behauptet, das Wesen des Talmudismus sei nüchtern, spitzfindig, die Seels und das Herz ausdörrend, schöpft sein Urteil aus zwar oft wiederholten Behauptungen, die aber trotzdem der Wirklichkeit widersprechen. Das im Jahre 1920 im Verlage von Grunow-Leipzig erschienene „BurfchenschaMche Handbuch für Politik" (Preis M. 26,—) enthält eine Reihe von Aufsätzen verschiedensten Wertes über einige wichtige allgemeinpolitische Fragen. Von besonderem Interesse für unsere Zeit ist der Aufsatz von Prof. Haupt „Die politische Stellung der deutschen Burschenschaft im ersten Jahrhundert ihrer Entwicklung", welcher leider zwischen der nationalen Aufgabe der Burschenschaft und der nationalistischen Entartung, die das ursprüngliche Ziel' der Burschenschaft vielfach überwuchert hat, nicht genügend unterscheidet. lieber die deutschvölkische Religion, die bekanntlich im dollsten Gegensatz zur christlichen Religion steht, unterrichtet „Das Deutsche herausgegeben 'von der Germanischen Glaubens-Gemeinschaft, Berlin- Steglitz 1921. (Preis M. 18,—.) Wie mögen sich die deutschvölkischen Pastoren zu dem Inhalt dieses Buches stellen? Nicht recht verständlich erscheint mir, aus welchem Grunde' ein fo fein empfindender Schriftsteller wie Felix Perles den überaus anfechtbaren und einseitigen Vortrag von Z an gwill „Auserwählte Bolten Das Altjüdische Ideal im Gegensatz Zum Germanischen" (Preis M. 6,50) herausgegeben hat. Die Lektüre dieses Büchleins kann lediglich für das Studium der englischen Psychologie förderlich sein. Deutsche oder jüdische Werte vermittelt die Schrift nicht. Ein getaufter Jude, Karl Einstein, hat im Berlage von Ernst Rowohlt in Berlin unter dem Titel „Die schlimme Botschaft" (Preis M, 14,— drosch.) 20 Szenen erscheinen lassen. Das Buch wird in einem Qm* schlag herausgegeben, der folgenden Wortlaut hat: DieseDichtung, eine Folge von Szenen, die sich um Lehre. und Tod Christi gruppieren, rüttelt an allem, was dem Bürger und Unbürger heilig ist. Entwurf und Gestaltung sind von unerhörter Kühnheit. Ein Christus-Drama von dämonischer Bitterkeit, an Grauen und Tragik mit frühmittelalterlichen PassionZ-- bildern wetteifernd. Geist, Satire, Ironie vereinigen sich zur intellektuellen Vernichtung unserer Gegenwart. Die Schrift enthält eine Summe von Geschmacklosigkeit und Roheit. Mögen wir vor solchen „Aufklärern" für alle Zeiten bewahrt werden.. Bedauerlich genug, daß sich ein Verlag für diese Scheußlichkeiten gefunden hat. L. H.' Der Prozeß Lalaat Pascha. Stenographischer Prozeßberrchr mit einem Vorwort vvn Armin T. Wegner und einem Anhang. Deutsche Verlagsgefellschcrft für Politik und Geschichte m. b. H. in Berlin 192}. Preis drosch. 15,— saJt. Vorstehende Bücher sind zu beziehen durch Philo Verlaer und Brrchhrrudkttng G.nr.b.H., Berlin Mndenftr. LL. Die Hochschule für die Wissenschaft des TudeuLurns, Berlin & 24, Artillerieftraße 14, sucht den von ihr herauTgegebenen 22. Bericht mit der Beilaae „Die ReligiOnsanschüUungenderHharisLermiLbesondererBerücLsichriaunL der Begriffe ,Gott und Menschp Berlin 1904", und bittet Besitzer, sie gütigsL zur Verfügung zu stellen. RedakLionsschluß: 10. März 1922. Verantwortlich für Redaktion, Verlag und Inserate: Syndikus Br. Ludwig Holländer, Berlin SW68. Rotationsdruck: MoLerLDorel Berlins^ §3.

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