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Im deutschen Reich · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 2

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Article
1. Verhandlungstag / Brodnitz
Date
1922-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Im deutschen Reich jüdischeil Genreinde Ln Berlin, die noch gestern durch die Zurverfügungstellung von Räumen zur Borversammlung uns so liebenswürdig unterstützte. Es ist mir ein ganz besonderes Bedürfnis, die Vertreter unserer Danziger Freunde zu begrüßen. Wir müssen uns vor den Tatsachen beugen, aber dankbar haben wir es geselM, daß in denr Augenblick der Trennung sofort ein „Verein Danziger Staatsbürger jüdischen Glaubens" zusammeugetreten ist. (Bravo!) Ich erfülle gern die Pflicht, die Freude über die zahlreiche Vertretung der Presse zum Ausdruck zu bringen." (Lebh. Beif.) — Ter Vorsitzende gedenkt sodann der seit der letzten Hauptversammlung Verstorbenen, ferner der verewigten Vorstandsmitglieder, an deren Spitze stets, wenn unsere Freunde sich vereinigen, unser unvergeßlicher Führer Maximilian .Vorwitz genannt werden Nlüsse. Die Versammlung ehrt das Andenken der verdienten Toten durch Erheben von den Sitzen. Der Vorsitzende gibt hierauf bekannt, daß nach einer Anregung aus dem Kreis der Hauptvorstandsrnitglieder außer ben fatznngs - gernäßen Stellvertretern des Vorsitzenden auch aus den Reihen der Abgeordneten Vertreter währelld der Hauptversammlullg die Leitung unterstützen sollen. Der Vorschlag, die Herren Falkenheim- Königsderg, I osephr hal-- N ürnd er g, Geiger-Frank-- furt a. M. zu Mitv or sitz ende)! für die Tauer der Tagung zu ernennen, findet attseitigen Beifall. — Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreteu. Im Kampf um rmsee Vaterland. In seinen Darlegungen, über den Kampf der jüdischen Drulschen um ihr Heimatsrecht sühne Landesrabbiner Pr. Niegcr- BraunschtVeig ans: „Heimat ist keine geographische Bezeichnung, feilt Rechtsbegriff, keine politische Definition, sondern ein religiös-ethischer Jubalt. Daher gehört die Heincats liebe zu den religiösen Werten. Mit religiöser Inbrunst hängen die jüdischen Deutschen mt ihrem Vaterlande. Kein Land ist den Juden so sehr .Heimat geworden wie Deutschland. In allen anderen Landern des Westens haben sie nur zeitweilig Wurzel gefaßt. In Deutschland wohnett sie ununterbrochen 1800 Iah re. Das ülreste Dokument ihrer Niederlassung in Deutschland ist ein Dekret Kaiser Konstantins vorn 11. Dezember 321, in dem er die Verfassung der Kölner In den gemein deregelt. Tie Juden wohnten also schon vor der Völkenvandernng in Deutschland. Während sie in Palästina insgesamt 1400'Jahre gelebt haben, wohnen sie hier bereits 4M Jahre langer. Wer die rassebildende Krase des Bodens, des Klimas, der Umwelt kennt, der weiß, daß schon ein Zeitraum von M Jahren genügt, fremde Volksteile vollständig zu assimilieren. Das beweisen die Nefugies, die, seit 1685 in Teutschlmrd, längst als durchaus eingedeutscht gelten. Das bezeugt, besonders die neuamerikanische Rasse, die alle Einwanderer nach 3—4 Generationen restlos in sichsausnimmt. Tie jüdischen Deutschen sind nur in dem Sinne Asiaten, in dem auch die

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