Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1921)
- Article
- Nach der Hauptversammlung
- Date
- 1921-12-01
- Page
- 355 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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355 Ludendorsf, Kaiser, Parlament und Juden Juden zu. ihrem Barerlande und zum deutschen Volke. Wir weisen es mit aller Entschiedenheit zurück, Zwischenschichtler zu sein! Wir sind das bodenständigste Element, tief verwurzelt in den zwei Quellen ' aseres Lebeno, Deut s ch Mi m n n d I u d e n r n in. Hand in Hand, in seftgeschlossener Reibe, stehen wir deutschen Juden zu unserem Baterlande." Den Nachklang, den die Hauptversammlung in allen Deutschen zurückläßt, - kann selbst eine cf)c Drotmng, wie sie die „Jüdische Rundschau" bringt, nicht verwischen: „Aber wenn der Eenlralveeeiu sich vermessen wird, das deutsche Judentum dazu bewegen zu wollen, sich von der gewaltigsten gesamtjüdischen Aktion unserer Zeit auszuschließen, dann werden wir mit allen Mitteln gegen diesen Versuch kämpfen, und wir sind überzeugt, daß der gute jüdische Instinkt des deutschen Judentums sich als stärker erweisen wird. als Resolutionen und Programme." Ludendorff, Kaiser, Parlament und Juden. Bon D r. P n n i N a t-h a n - Perlitt. General Ludendorsf har ein um'angreicheo. Buch geschrieben, das den Titel trägt „Kriegführung und Politik"*). Dieses Buch darf ein ganz besonderes Interesse für sich in Anspruch nehmen. Es ist darum so interessant, weil es eine der hervorragendsten militärischen Gestalten des letzten Krieges nicht nur als Soldaten, sondern als Beurteiler des deutschen rolitmhni Lebens Zeigt. Natürlich ist General Ludendorsf Monarchist, und dieser Monarchist, der sich auch in dem vorliegenden Buche zu solcher StaaLsausfassuug bekennt und sie mit Nachdruck vertritt, verseht dem Kaiser Wilhelm II. als Herrscher geradezu tödliche Schläge. Ich kenne kein Buch in Deutschland, das so vernichtend für Wilhelm II. und damit für die monarchische Staarsform wäre, wie das dickleibige Werk des Monarchisten Ludendorff. Wer dieses Buch gelesen hat und billigt und dann noch die monarchische Staatssorm als die für Deutschland gegegebene betrachtet, der faitn einigermaßen als eine -- volinsche Kuriosität betrachtet werden. -- Bis zum.Zusammenbruch im Herbste 1918 war der Kaiser, war Wilhelm II. vollkommen frei in der Wahl seiner Minister. Er hat zum Reichskanzler Herrn v. Bethmann-Hollweg ans allercigenster Initiative berufen, wenngleich Fürst Bülow, den General Ludendorsf übrigens besonders hochschätzt, auf Dethmann als Nachfolger hingewiesen hat. Der Kaiser hat. später sodann zu aller Ueberraschung zum Reichskanzler Herrn Michaelis ernannt, und er hat schließlich das Reichskanzleramt Herrn von Hertling anvertraut, gewiß in Rücksicht auf die militärische Lage und auf die parlamentarische Kon^ellation im Innern, aber doch.noch ohne jeden Druck des Parlaments oder des deutschen *) Berlin, E. S. Mittler «fr Sohn, 1922. Preis 67.50 M.