Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 11 (November 1921)
- Article
- Richard Mattersdorf [Nachricht]
- Date
- 1921-11-01
- Page
- 346 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Im deutschen Reich Richard Mattersvorf, daS Mitglied der geschäftsführenden Vorstandes de- Ortsgruppe Dresden ist am 4. 10. d. I. plötzlich verschieden. Er war zu aHef Zeilen vorbildlich in Eifer und Opferfreudigleit. Wir werden das Andenken die eji-r unsere Sache unermüdlich tätigen Mannes stets in Ehren halten. Unser Freund Albert Bach iu Neustadt a. d. Haardt ist im 69. Lebensfchn al'bc'ufen worden. Bekannt sind feine Schriften über Lebens- und Todesdier.s!. Bach war ein Erziehungs- und Lebensreformer. Er wollte die Menschen im Diesseits bessern und beglücken und har unermüdlich an seinem Ziele gearbeitet. Clber Bart» war ein bedeutender Kopf, begnadet mit einem goldenen Herzen. Mögen uni solche Männer niemals fehlen! Büch erschau. Die deutschen Juden als Soldaten im Kriege 1914—1918. Eine statistische Studie von vr. oec. Jacob Segall, mit einem Vorwort von Professor Heinrich Sil der gl eit, Berlin, Philo Verlag, 1921, Preis 7.— M. Als beste Zeugen für die Bedeutung der Segallschen Arbeü mögen Zwei hervorragende Fachmänner hier zu Worte kommen: Generalleutnant Hoefer, der bekannte Führer des oberschlesischen Grenzschutzes, hat dem Centralverein über das Segallsche Werk folgendes geschrieben: „Die klare Statistik, die das Buch bietet, bildet die beste GewLbr. falsche Beschuldigungen zu widerlegen und dafür, daß den braven Männern jüdischen Glaubens, die sich opferfreudig mit Leib und Leben eingesetzt haben für die deutsche Volksgemeinschaft, die verdiente Gercch» tigkeit und Dankbarkeit zuteil wird." Oberstleutnant von Albert hat sich über die Studie folgendermaßen geäußert: „Gegenwärtig hat der mit allen Mitteln genährte Judenhaß in Deutschland einen bedenklich hohen Grad erreicht. Eine Fälle von Erzeugnissen der periodischen und Buchliteratur ergießt sich täglich mit be;i schwersten Vorwürfen über die Allgemeinheit der Juden. Nur ein winziger Bruchteil dieser Schriften ist ernst zu nehmen. Die Verfasser, nst die Leser, halten es für überflüssig, die Eigenart des von ihnen angegriffenen Volkes nach seiner Entwickelungsgeschichte zu ergründen, die wertvollen Elemente von den schädlichen zu scheiden, und Gerechtigkeit walten zu lassen. Es ist hohe Zeit, daß die geschichtliche Wahrheit aU" mählich Licht verbreitet und einer gewissenhaften Beurteilung den Weg weist. Diesem Zweck dient die Studie von Dr. Segal! über die kriegerische Tätigkeit der deutschen Juden. Auf sorgfältig gesichteten statistischen Unterlagen aufgebaut, zeigt sie objektiv und ohne den Versuch einer Parteinahme oder Schönfärberei die Ergebnisse dec Untersuchung. Die jüdischen Feldzugsteiluehmer werden in Tabelle-.! nach Herkunft, Lebensalter, militärischer Ausbildung, Diensieintritt un> Kriegsverwendung gegliedert. Ihre Verluste, Auszeichnungen und Beförderungen werden nachg<'wiesen. Dabei fallen die bedeutenden Unterschiede zwischen den ermittelten Zahlen aus, ft nachdem die jüdisch^' Soldaten aus den verschiedensten deutschen Ländern und Heereskontingenten, aus großen oder kleinen Gnnemden stammen. Bayern hatte beispielsweise vor dem Kriege wesentlich andere Grundsätze für die Behandlung jüdischer Militärpersonen als Preußen. Zusammen fassend wird sestgestellt, daß rund 100 000 deutsche Juden am Kriege teilgenommen haben, davon haben SO 000 Kriegsauszeichnungen erhalten, 23 000 sind befördert worden, darunter mehr als 2000 zu Offizieren. Sebr zutreffend sagt der Verfasser, daß eine sachliche Würdigung dieser Zahlen nur dann möglich ist, wenn man die von der Gesamtbevolkerung wesentlich abweichende Struktur des jüdischen Volksteiles iv Rechnung stellt.