Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Im deutschen Reich
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 302 (sequence 8)
- Language
- German
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802 3m deutschen Reich diesmal der Lentralvercin von uns, eine besondere, außergewöhnliche Leistung von jedem nach Maßgabe seiner wirtschaftlichen Kräfte. So fasse ich den Gedanker der Gpferwoche auf. An ihr sich zu beteiligen, ist eine aus bitterer Notwendigkeit geborene Pflicht eines jeden Glaubensgenossen; daß sie für alle eine gerne erfüllte Pflicht sein möge. ist meine Hoffnung und mein Wunsch. Prof. I. Keburger, Ludwigshafen a. R h.^ Vorsitzender des Landes» e r b a ndes p falz. Sinn ersten ITTaIc bat das d c u tsche Judentum in seiner graften I)ccbrbctt gegenüber den dringendsten Forderungen des Tages völlig versagt. Der durch die Jahrhunderte bewährte jüdische Wpfersinn, das intuitive wissen um die wirksamsten Mittel der Selbsterhaltung, durch die es allein allen Gewalten zum Trotz sich in ungebrochener, Lebenskraft erhalten hat, scheint dem modernen Juden trotz der stetig wachsenden Gefahr abhanden gekommen zu sein. Angesichts der gewaltigen Summen, die jüdischer Gemeingeist seit jeher für wohltätige Zwecke, getreu den Forderungen unserer heiligen Religion, aufgebracht hat, muß es als ein fast unlösbares Rätsel erscheinen, daß das deutsche Judentum gegenüber dem furchtbaren wüten des Antisemitismus in finanzieller Beziehung sich völlig apathisch verhält. Die Millionen und aber Millionen, die der Judenhaß gegen uns in wenigen Monaten zusammengehäuft hat, und mit Hilfe derer er durch eine Unzahl von Schriften und wanderr^dnern alle Kreise des deutschen Volkes mit seinem Gifte verseucht, haben noch immer nicht den deutschen Juden zu veranlassen vermacht, endlich den Wehrbeitrag für seine eigene Sache freiwillig zu entrichten, wie ein hohn mutet es an, wenn unsere Feinde in hundertfacher Abwandlung das Wort von der „alles bcherrschenden Macht des internationalen jüdischen Kapitals" in die Massen schleudern, und dieser „j ü d i s ch * K a p i t a 11 ft" in Wirklichkeit nicht einmal den Beitrag des deutschnationalen Handlungsgehilfen oder des sozialdemo - kratischen Arbeiters für seine und vor allem seiner Kinder Sicherheit zu geben bereit ist. Der vielgerühmte „jüdische Kaufmannsgeist" vermag nicht zu begreifen, daß auch zum politischen Kampf schließlich „Geld, Geld und nochmals Geld" gehört, und daß auch hier heute die Mark kaum einen Friedensgroschen wert ist, was jeder deutschnationale Primaner und Student längst erfaßt hat. Nur so ist es zu verstehen, daß noch immer der begüterte Jude glaubt, mit einem Zwanzig- oder Fünfzigmarkschein ein ausreichendes Bpfer gebracht zu haben.