Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Auf, ihr Säumigen!
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 294 (sequence 5)
- Language
- German
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294 3m deutschen Reich bekannte. Diese Bewegung gegen den inneren Feind ist zur treibenden Kraft der völkischen Bewegung geworden. . . .* Aus den Beschlüssen der Eisenacher Burschenschaft.!er-Tagung laut „Berliner Tageblatt" vom J8. Dez. 1920: „Der Burschentag verpflichtet die einzelnen Burschenschaften, ihre Mitglieder so zu erziehen, daß eine Heirat mit einem jüdischen oder farbigen Meide ausgeschlossen ist, oder daß bei solcher Heirat der Betreffende ausscheidet." Professor Dr. Brunstaed-Erlangen auf dem Deutsch, nationalen Parteitag in München (September laut übereinstimmenden Zeitungsberichten: „....Der deutsch-völkische Geist bat sein Ziel in der Bereicherung der Seele, nicht in der Anhäufung irdischer Güter. Der Antisemitismus ist eine negative Masse, unsere positiven Auf. gaben der Erneuerung des Volkstums sind wichtiger. Zweifellos ist das Judentum ein fremdes Volkstum in unserem Volkstum. Mir achten dieses Volkstum, wie wir unser eigenes Volkstum achten, aber es wäre wahnwitzig, diesem Volkstum unsere Führerschaft anzuvertrauen. Aber wir dürfen nicht vergessen, daß unser Volkstum stark genug gewesen ist, einzelne Elemente aus jenem ftemden Volkstum zu uns herüberzuziehen. Aber das sind Ausnahmeerscheinungen, im allgemeinen hat der Jude kein völkisches Empfinden. Der zersetzende, scharf analysierende verstand ist seine Masse, dazu die skrupellose Verwendung der angehäuften Gelder." Mem nun noch nicht die Augen auf-gehen, der mag mit Blindheit geschlagen in den Abgrund hineinlaufen. Mer Feigheit für eine Tugend erachtet, lasse es sich hinterm warmen Ofen wohl sein. Mer gar den Markschein in der Brieftasche hin- und herwendet, wenn ein Opfer verlangt wird oder im Kaffeehaus oder für den neuen Minteranzug das Geld springen läßt, für den schweren Kampf um Recht und Gerechtigkeit, um Ehre und Sein aber statt opferwilliger und großzügiger Gebefreudigkeil ein paar Almosen, eine hämische Ablehnung Hatz dem gebührt eine weit schlimm ere.Brandmarkunz als nur Kurzsichtiger oder Lauer. Ihr aber, ihr aufrechten deutschen Juden, am grünen Rheinstrom und um Oberschlesiens Hochöfen, ihr vom leuchtenden Bodensee und aus dem alten preußenlande, ihr, die schon die Schneegipfel der Alpen grüßen, und ihr, denen das Meer feine Mögen und seine Schiffe sendet — ihr alle aus dem großen deutschen Vaterlande, denen Deutschtum und Judentum Heiligtümer bedeuten, ihr öffnet eure Herzen der Opferwoche und ihr kämpft freudig uno siegesgewiß zu Tausenden und aber Tausenden unseren erhabenen Kampf. Dr. Alfred wiener.