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Im deutschen Reich · 1921-09-01 · Heft 9 (September 1921) · p. 272

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 9 (September 1921)
Article
Walter Bloem und die Judenfrage
Date
1921-09-01
Page
272 (sequence 2)
Language
German
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272 Im deutschen Reich es so wenige wie es „den Deutschen" und „den deutschen Geist" gibt. UeberaÜ gilt das Sprichwort meiner Heimat: „Es gibt solche und — so'ne" . Und die gebildete Jugend germanischer Abstammung wird eines Tages inne werden, daß der geistige und gesellschaftliche Pogrom eine ebenso barbarische Waffe ist wie der Pogrom auf der Straße. Das jüdisä§ Problem wird, wie alle anderen großen Kulturfragen, nur im Sinn« des Christuswortes gelöst werden können: „Laß dich nicht das Bös, überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem . . So — diesen Vorbehalt zu machen zwingt mich mein Gerechtigkeit-« sinn, meine Humanität". Die Helfershelfer Naumanns. Im Briefkasten der „Staats, bürger Zeitung" Nr. 34 vom 21. August befindet sich folgende Nottz „Ihre Annahme, daß die nationaldeutsche Judenbewegung nur ei, Streich deS Judentums ist, um den deutschen Michel über den Löfse! zu barbieren, verrät zu große Angst vor dem Judentum. Die Nationaldemokratische Partei nimmt keine Juden auf. weil die Judenschaft ir ihre Glaubensgemeinschaft keine Nichtjuden hineinläßt. Deshalb kam uns die nationaldeutsche Judenbewegung nicht gefährlich werden Andererseits unterstützen wir alles, was der Einigkei, unserer Gegner Abbruch tut." Inserate in antisemitischen Zeitungen. Der Vorstand de, Ortsgruppe Halle bittet um Aufnahme folgender Notiz: „Unsere Mitglieder werden ersucht, sich durchweg bei Aufgab, von Inseraten in Zeitungen, die ihnen nicht näher bekannt sind, ers zu erkundigen, ob diese Zeitungen nicht antisemitisch sind. Wir bitten auch dringend, aus alle Glaubensgenossen ir diesem Sinne einwirken zu wollen. Häufig Ücgr die Sache so baß zwar die am Ort erscheinenden Zeitungen den betr. Inserenten de kannt sind, nicht aber die auswärtigen. So kommt es, daß vielst Inserate von jüdischen Firmen in auswärtigen antisemitischen Zeitunge, erscheinen, weil die Inserenten nicht wußten, daß diese Zeitung anti semrtisch ist. Die Glaubensgenossen an dem Ort, wo die Zeitung er scheint, wundern sich über die Inserate, durch die das unangenehm, Schauspiel zutage tritt, daß eine Zeitung über dem Strich auf bi Juden schimpft und hetzt und womöglich auffordert, nicht bei ihne zu kaufen u. dgl., während sie oft in derselben Nummer unter der Strich jüdische Kaufangebote bringt. Wir stno gern erbötig, bei Anfragen Auskunft über die Zeitunge, zu bringen. Fast alle deutschnationalen Zeitungen sind antisemitisch aber auch Zeitungen anderer Parteien. In Halle ist z. B. nicht nir die ,Hallesche Zeitung" antisemitisch, sondern auch die dort erscheinend „Allgemeine Zeitung für Mitteldeutschland", die halb volks parteilich, halb deutschnational ist." Wir machen darauf aufmerksam, daß in Zukunft unverlangt eingegcmgene Manuskripte nur dann zurückgeschickt werden, wenn Rückporto beiliegt. Antisemiten. Die zahlreichen jüdischen Tmmusbesucher, die allsonntäglich in di Gegend des Sandplackens kommen, werden sich dafür interessieren daß sie in dem dortigen Gasthaus vor antisemitischen An« rempelungen des Wirtes nicht sicher sind; auch chriß liche Besucher müssen gelegentlich unter den antisemitischen Offenherzig keilen des Wirtes leiden, wie uns von christlichen Zeugen gemeldet wird

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