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Im deutschen Reich · 1921-09-01 · Heft 9 (September 1921) · p. 271

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 9 (September 1921)
Article
Walter M. Chandler
Date
1921-09-01
Page
271 (sequence 2)
Language
German
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Vermischtes 271 Ausführungen, die weitreichend .und umfangreich gewesen sind, soll doch hierhergeseht werden. Chcmdler spricht von der Anteilnahme der amerikanischen Juden gm Weltkrieg. Er sagt wörtlich: „Die jüdische Bevölkerung Amerikas beträgt nur rund 3 Prozent der Gesamtbevölkerung, und gleichwohl waren annähernd 5 Prozent der Verteidiger unseres Landes und unserer Flagge in dem großen Kampfe I u d e n. Und zwar nicht allem jüdische Mannschaften, sondern Juden in höheren Stellungen; Leute von Talent, von Reichtum, von Kultur folgten willig und enthusiastisch dem Rufe, als die Ration Männer und Geld verlangte." Kurz ausgedrückt: auch die amerikanischen Juden erfüllten gegen ihr Vaterland, als der Augenblick gekommen war, ohne Zögern ihre militärische Pflicht, und zwar in einem hohen Prozentsatz. Uns deutsche Juden überrascht die Feststellung dieser Tatsache nicht; di-nn die Militärstatistik, die über die Beteiligung der deutschen Juden am Kriege ausgenommen worden ist, liefert genau den nämlichen Beweis. Freilich machen wir uns darüber keine Illusion, als ob solche Ermittlungen auf eingefleischte Antisemiten irgendeinen Eindruck rachen könnten. Sie werden nach wie vor behaupten, daß die Juden chlechte Soldaten sind; daß sie ihre militärische Pflicht nicht erfüllen, und >m dieser Behauptung wird diese Sorte von „Politikern" auch dadurch nicht irre gemacht werden, daß die Erfahrungen a l l e r Länder, die hierüber Untersuchungen angestellt haben, das Gegenteil beweisen. P. N. Walter Bloem und die Zudenfrage. In einem Artikel „JungkorpsstudenLischer Idealismus", der kürzlich in der „Kölnischen Zeitung" erschien, beschäftigt sich Walter Bloem mit der Haltung des Korpsstudententums l ei der weitaus überwiegenden Masse unserer Studentenschaft zur Judenfrage. Wir geben seine bemerkenswerten Ausführungen hier im Wortlaut wieder: „Ich kann es mir leisten, hier Farbe zu bekennen, auf die Gefahr, rr.ih um viele Sympathien in den mir am nächsten stehenden Kreisen |u bringen. Tenn mein arischer Stammbaum ist einwandfrei, und .Trinkgeldempfünger" (Lagarde) in irgendwelcher Form bin ich auch incht. Um der Gerechtigkeit willen muß ich dies eine sagen, wie ich rs auch schon auf dem Kösener Kongreß betont . habe: jedes kchematisieren und Verallgemeinern ist mir persönlich ein Greuel und )at sich meiner Erfahrung nach überall gerächt. Das gilt auch für die;rundsätzliche Stellungnahme der Korps, der Burschenschaft und fast der resamten Studentenschaft gegenüber den jüdischen Kommilitonen. Muß ch es hervorheben, daß ich genau so gut wie jeder Vaterlandsfreund, vie auch zahllose aufrichtig nationaldeutsch gesinnte Juden, die Gefahr »eutlich erkenne, die von gewissen Auswüchsen, Ausschreitungen, EntvÄungserscheinungen desJudentums unsermdeutschen Wesen droht?! Aber vie ich selber jüdische Korpsbrüder habe, die ich — und dies ist auch die llerwiegende Meinung in meinem Korps — zu unfern Besten rechne, o kenne ich junge israelitische Deutsche genug, die vorm Feinde wie in '.eistiger Betätigung bewiesen haben, daß sie so gute Deutsche sind als m irgendein Vollblutgermane. Diese Kräfte aus unfern Reihen aus- Ließen, ist eine Ungerechtigkeit nud — verzeih mir. Hoher Kosen er, *entt du kannst! — eine Torheit dazu. Dieser schematisierende, kneralisierende Geist fordert mich, wo immer ich ihm begegne, zu härsstem Widerspruch heraus. Er scheint mir auch ein Fleck auf dem erheißungsvollen Bild der jnngkorpsstudenLischeu Bewegung. Es ist ein lnsug, von „dem Juden", „de modischen Geist" zu reden. De« gibt

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