Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 9 (September 1921)
- Article
- Einladung zur Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (E. V.), Berlin
- Date
- 1921-09-01
- Page
- 242 (sequence 2)
- Language
- German
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242 Im deutschen Reich Die Tagesordnung lautet: Sonntag, den 20. November, vormittags 10 Uhr: Iw Kampfe um unser Vaterland. (Vortrag und Aussprache.) Nachmittags 3 Uhr: 1. Finanzfragen. 2. Jnnerjüdische Fragen. 3. Bericht der Revisoren und Entlastung des Vorstandes. 4. Vorstandswahl und Wahl der Revisoren. Montag, den 21. N.zvember, vormittags 9 Uhr: 1. Satzungsänderungen. 2. Mittel und Wege zur Entgiftung unserer Bevölkerung von Haß und Vorurteil gegen die Juden. "Nachmittags 3 Uhr: 1. Die Arbeiten in den Landesverbänden. 2. „Innere Mission." 3. Wünsche und Beschwerden der Abgeordneten. ' Die Namen der Referenten werden später bekanntgegeben. Der Vorstand des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, i. B. Sonnenfeld. Vor dew Winter. Von Syndikus Or. Ludwig Holländer. Herbst- und Winterarbeit beginnen. Da gebietet es die Pflicht, an Dinge zu erinnern, welche von unseren Freunden im Unterbewußtsein zwar anerkannt werden, in der Praxis des Tages, in der Hetze des Berufslebens aber oftmals verschwinden. Darum hier noch einmal eine kurze Darstellung des Wesentlichen: 1. Der Kampf um Ehre und Recht, welchen wir führen, ist der Schlußstein des Kampfes um unsere Emanzipation. Eine Bevölkerungsklasse, die mehr als achtzehn Jahrhunderte unterdrückt, geachtet und getreten war, wird nicht durch fremde Rechtsakte allem „emanzipiert", d. h. zu ehrengeachteten Bürgern erhoben. Jahr« hundertelang gepflegte Vorurteile lassen sich nicht plötzlich rn der Menschenbrust umstoßen. Dazu bedarf es einer langen Spanne Zeit und zähester, intensivster Arbeit. Im Laufe der Weltgeschichte sind die etwa acht Jahrzehnte, welche seit der Emanzivation ver« flössen sind, wie einige Sekunden im Menschenleben. Das wissen alle, aber die wenigsten denken daran. Darum Geduld und Anspannung aller Kräfte! 3. Die Arbeit beginnt bei der Organisation. Sie kann nur mit Erfolg geleistet werden, wenn wir uns auf jeden Vertrauens« mann, auf jeden Ortsgruppenvorsitzeuden, kurz auf jeden, der.im Dienste unserer Sache ehrenamtlich tätig ist, durchaus verlassen