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Im deutschen Reich · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · p. 210

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Article
[Ohne Titel] / L. H.
Date
1921-07-01
Page
210 (sequence 3)
Language
German
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10 Im deutschen Reich W a s hat e s m i L Deut s ch l a n b auf s i ch? Ehe man von „Deutschen" sprach, waren wir da. Karl der Große war König der Franken -und Römischer Kaiser. Nach der Trennung von den Westfranke::, den heurigen Franzosen, war es das Königtum der Ostfranken, welches erst viel später auch mit dem Namen Deutschland bezeichnet wurde. „Deutsch" hieß ursprünglich nm* die volkstümliche Sprache bei den verschiedenen germanischen ^Stämmen im Gegensätze zum Latein, der Sprache der Studierten und Kirche. Nur am Rheine, aus fränkischem Boden durste der König gekrönt werden, welcher sodann auch die .römische Kaiserkrone empfing. Ein deutsches Kaisertum hat es früher nie gegeben, sondern nur ein fränkisches, später gemeinhin deutsches Königtum, welches sich außer dem Frankenland über die Nebenländer der Alemannen, Bayern, Schwaben, Thüringer, Niedersachsen erstreckte. Erst Bismarck schuf 1871 ein deutsches Kaiserreich, was nur ein Kunstgriff war, um dein Preußenkönig die Oberherrschaft über die verbündeten oberdeutschen Staaten zu sichern und der preußischen Gründung mehr Ansehen zu verleihen. I st irgend je in and ü e r e ch t i g t, u u s „u u b e u t f ch e" G e s i n u u it g vorzu w c r f e n , weil w i r R h e i n l ä n d e r unser f r ä n l i s ch e s Volkstum wieder zu Ehren bringen und uns von de n st a m m e ssre m d e n Preußen befreien wollen? Nein! Denn wenn wir uns selbständig machen wollen, beweisen wir gerade, daß wir Urdeutsche sind. Wer'uns das vorwirft, ist daher entweder ein dummer, ganz ununterrichteter Mensä) oder ein an der Aufrechterhaltung der in ihrem Wesen und Blute undeutfchen Preußenherrschaft Beteiligter oder auch ein Gewohnheitstier. Sind wir den Hohenzollernköni-gen Treue schuldig? Nein! Völker sind keine Hammelherden, die man verkoppelt. Wir haben mit den Hoh^nzollern nichts gemeinsam, die haben uns nur für ihre eigensüchtigen Zwecke mißbraucht. Was uns von denen in Schule, Kaserne und Zeitschriften erzählt wurde, war Unwahrheit oder zuaestutztes Zeug. Durch ihre Mißachtung fremden Eigentumes und andere Untugenden haben die tzohenzollern ihren Untertanen ein schlechtes Beispiel gegeben. Legt uns unsere r h e i n f r ä n k i s ch e S t a m m e 3 5 u ge* Hörigkeit Pflichtenauf? Ja! Zusammenhalten, ohne Unterschied des Standes, die Irrenden, Schwankenden aufklaren, Privatzwistigkeiten nach Möglichkeit unterlassen und begleichen, stolz unser Volkstum bekennen, die Vergnügungslnst dem hohen Ziele der Befreiung und Wiederaufrichtung unseres rheinischen Vaterlandes unterordnen. Haben wir Aussicht auf Gelingen? Ja! Die ganze Entwicklung der Weltlage weist daraus hin. Der Schwerpunkt, nach Aren entrückt, von da nach Berlin, wird wieder zum Rhein Zurückkehren. Die Schutzgeister unseres Volkes und Landes stehen uns bei, die prophetischen Stimmen sagten es uns längst an, wollen wir da feig Zurückbleiben, wo es gilt, neben der Ehre und dem Ruhm auch unseren und unserer Kinder Wohlstand neu zu begründen! Uns winkt eine prächtige Zukunft. Man hat unsere Vorväter ein königliches Volt mit adligem Sinn geheißen. Seien wir ihrer wert!" Das Blatt fügt hinzu: „Der starke Beifall, der den Worten des Redners folgte, beweist, wie notwendig die Erweckung des rhernfränkischen Stammesbewußtseins ist, aber auch, wie begierig der Rheinländer ist auf die fast verschollene .Kunde rheinischer Geschichte und Art, die von Preußen planmäßig unterdrückt wurde."

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