Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 4 (April 1921)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1921-04-01
- Page
- 138 (sequence 1)
- Language
- German
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138 Im deutschen Reich Berei»s«schrichLe». Am 27. und 28. November v. I. hielt der Landesverband DULtel- «ird Meder- .'chleflcn in Breslau seine Landesverbands-Versammlung ab. . Von 21 eingeladeuen Orrsgruppen bzw. Gemeinden waren 17 vertreten. Folgende Referate wurden gehalten: Von Rechtsanwalt und Notar Foerder: Die Propaganda des Centralvereins im Bezirk des Landesverbandes; von Herrn John Levi: Die Finanzsragen: von Herrn Iustizrat Hirschberg: Die Stellung des Centralvereins zu Len jüdischen Lehrern. Rschtsanwalt Foerder regte eine ausgedehnte Propaganda auch in den kleineren Ortsgruppen an und beleuchtete die Mängel und Hindernisse, die ihr vorläufig noch anhaften. Es wurden u. a. folgende Thesen angenommen: „Jede Ortsgruppe und jeder Ort mit mindestens S Mitgliedern hat die Verpflichtung, in jedem Jahre mindestens eine Mitgliederversammlung abzuhalten und dem Vorstande des Landesverbandes zur Teilnahme und Entsendung eines Redners Gelegenheit zu geben. In allen Fragen der Propaganda und Abwehr wenden sich die Vorstände und Vertrauensmänner nötigenfalls zunächst an den Landesverband. Am 1. Avril eines jeden Jahres sendet jeder Ort einen Bericht über seine Tätigkeit und die wichtigsten Begebenheiten in zwei Exemplaren an den Landesverband." Herr John Levi legte die Notwendigkeit einer bedeutenden Erhöhung der Jahresbeiträge dar und fand anfeuernde Worte, um die Opferbereitschaft der Anwesenden zu wecken. Justizrat Hirschberg wies darauf hin, daß besonders in den kleineren Gemeinden der Lehrerstand der berufene Verbreiter unserer Ideen sei und die für ihn notwendige Autoritär nur durch eine wirtschaftlich gesicherte Lebensstellung erringen könnte. Aus seinen Vorschlag nahm die Versammlung folgende Entschließung an: Die LandeSÄerbondSversarmnkUNS drückt in voller Anerkennung der Bedeutung des Lehrerftandes für das Judentum, ohne in die Kompetenzen der Gemeinde* behSrden eingreifen zu wollen den Wunsch aus, daß die Lehrer überall in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Beziehung eine der Gemeinde und ihrer selbst würdige Stellung einnehmen oder erhalten. An jedes Referat schloß sich eine angeregte Diskussion. Die Tagung wurde beschlossen durch einen vor den Landesverbandsdelegterten und den Mitgliedern der Ortsgruppe Breslau gehaltenen Vortrag des st-üverrr. Syndikus Dr. Wiener-Berlin über das Thema „JudenbohkotL und Judenpogrome", sowie durch Rezitationen von Dichtungen jüdischen Inhalts. die das Vereiusmitglied. Herr Oberregisseur Arnfeld vom Loberheater, mit nachhaltiger Wirkung aus die zahlreich versammelte Zuhörerschaft vortrug. Am 13. März 1921 fand in Stuttgart eine Sitzung des württerubergischerr Landesausschusses statt, die von Vertretern fast aller Ortsgruppen sehr zahlreich besucht war. Dr. Wiener-Berlin wußte durch eine prägnante Darstellung der Tätigkeit des Central-Vereins die Aufmerksamkeit der Versammlung in vollstem Matze zu finden und in allen Anwesenden die Üeöerzeugung zu wecken, datz dem Verein von seiten der Mitglieder weit mehr geleistet werden mutz als bisher. Die vom Hauptvorstand genehmigten neuen Landesverbandssatzungen wurden einstimmig angenommen, die Aussprache der Ortsgruppenvertreter brachte verschiedene Wünsche, deren Erfüllung vom Vorsitzenden zugesagt wurde. Ort Datum Namr Thema, Gründung, Wahlen, MLlgl.-Werbg. Zehdenick/Havel 80. 11. Prediger I. Cohn- Warburg. „Der AnNfemtliSmuS der Gegenwart." Magdeburg Anfang Dez. 9. 12. A. Stein-Berlin „Die Jugend u. Centralversin." Magdeburg Dr. Ludwig Holländer- Berlin (Syndikus des C.-B.) AufklärungSversammlung. Brakel 3V. 12. Prediger I. Cohn- War bürg „Der Antisemitismus der Gegenwart."